Schweizer Paradies und der Weg an die Argentinische Grenze

18.02. bis 20.02.2020

Als ersten Stopp haben wir das Paraiso Suizo ca. 80 km nördlich von Montevideo angefahren. Ein Treffpunkt von Globetrottern, um uns mit anderen Reisenden auszutauschen und unser Wohnmobil final zu präparieren.

Auf dem Weg dorthin haben wir unseren leeren Gastank auffüllen lassen. In Uruguay gibt es leider keine Gas-Tankstellen so dass das Füllen einem Abenteuer gleicht. Jedenfalls hat der nette Fachmann Probleme den Schlauch wieder von unserem Anschluss runter zubekommen, so dass ungefähr 15 % unseres gefüllten Gas wieder raus war aus dem Tank und sich im Kasten ein kleiner Flüssiggas-See gebildet hat. Wenn man bedenkt was wir in Hamburg für ein Aufwand betrieben haben um das Gas aus dem Tank zu bekommen ….

Flasche angedockt, Hahn aufgedreht: fertig !

Im Schweizer Paradies bei Silvia und Heinz haben wir uns dann auch wie in der Schweiz gefühlt. Mit uns waren noch weitere Camper-Pärchen anwesend die meisten davon aus der Schweiz. Abends haben wir uns zum Essen angemeldet und Silvia hat Züricher Geschnetzeltes gekocht. Wir hatten ein gesellige Runde und konnte viele Tipps für unsere Reise einholen.

Leider wollen wir ja so schnell wie möglich nach Patagonien bevor dort der erste Schnee kommt und daher sind wir nur eine Nacht geblieben.

Der nächste Grenzübergang nach Argentinien ist bei Fray Bentos über die Brücke des Rio Uruguays. Der Weg dorthin führt beim Ort Mercedes über den Rio Negro und das Wasser sah einfach herlich aus. Nach der Brücke war ein Schild zum Strand angeschrieben und spontan haben wir beschlossen: den Strand schauen wir uns genauer an. Nachdem ein paar Kinder im Wasser geplanscht haben, konnte das Wasser ja nicht so schlecht sein. Also nichts wie rein.

Abends haben wir auf der gegenüberliegenden Seite an der Uferpromenade von Mercedes Musik gehört. Neugierig geworden sind wir wieder über die Brücke zurück gefahren und was haben wir da gesehen …. 3 Expeditionsmobile.

Von links nach rechts: Schweiz, Österreich und Deutsch

Schweizer, Österreicher und Deutsche die nach längerer Reise sich auf dem Rückweg zur Verschiffung nach Montevideo getroffen haben. Wir haben uns lange unterhalten und weitere Tipps für unsere Reise erhalten.

Nach einer ruhigen Nacht ging es dann weiter Richtung Grenze. In Fray Bentos gibt es ein UNESCO-Weltkulturerbe-Museum über die erste industrielle Fleischverarbeitung bzw. die Herstellung von Fleischextrakten nach Justus von Liebig. Um 10:00 Uhr sollte es eine englischsprachige Führung geben.

Pünktlich um 10:00 waren wir da und ausser uns waren nur noch 2 Personen – natürlich spanisch sprechend – anwesend. Eine englischsprachige Führung konnte leider nicht stattfinden ☹️ Aber „sie hätten da einen deutschen Praktikanten, der würde uns die Führung in Deutsch machen“. Unglaublich (!) Paolo kommt aus Hamburg, macht ein freiwilliges soziales Jahr in Fray Bentos und unterstützt das Museum bei der Aufarbeitung der Historie. Wir waren 2 Stunden unterwegs und es war mega interessant.

Links die spanische Gruppe, rechts die deutsche Gruppe 😀

Die Fabrik wurde 1865 unter deutscher Leitung eröffnet und später dann von Briten übernommen. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte die Fabrik rund 4.000 Mitarbeiter, die ungefähr 200 Rinder pro Tag schlachteten.

Der Maschinenpark
Wichtigstes Produkt war der Oxo-Brühwürfel. Später mit den Briten wurden die zerlegten Rinder tiefgefroren.
Hier wurden dann die „Produkte“ verschifft
Das Büro ist noch genau so eingerichtet wie die Fabrik 1979 aufgegeben wurde.

4 Kommentare zu „Schweizer Paradies und der Weg an die Argentinische Grenze

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