01.06. bis 05.06.2020
Dem Flusslauf des Rio Claros folgend kommt man bis zur Ortschaft El Radal. Hier fängt der Nationalpark Siete Tazas (Sieben Tassen) an. Der Name kommt von sieben Wasserfällen und Becken, die vom Rio Claro aus dem schwarzen Basalt ausgewaschen wurden. Wir waren neugierig wie weit wir kommen bis das „Geschlossen“-Schild auftauchen würde.
Die Strasse bis nach El Radal war nagelneu ausgebaut und geteert. Jedoch hat man sich keine Mühe gemacht die vorhandene Stromleitung zu versetzen, so dass immer wieder mitten in der Strasse oder auf der Fahrspur die Strommasten standen.

In El Radal war dann die geteerte Strasse zu Ende und der Schotterweg began sich in die Höhe zu schrauben. Am Ortsende gab es zwar eine Schranke, aber die war offen und es sah auch eher wie eine Schranke des Polizeipostens aus. Wir beschlossen mutig diese zu passieren.

Erste Sehenswürdigkeit war der Wasserfall Velo de la Novia, aber an dem sind wir vorbeigefahren da wir unbedingt die sieben Tassen noch bei gutem Licht sehen wollten.

Leider waren die dann geschlossen und von den Tassen war nichts zu sehen. Aber zu was hat man den eine Drohne dabei 🤗



Danach sind wir wieder ein Stück runter zum vorhergehenden ungefähr 50m hohe Wasserfall Velo de la Novia (Brautschleier).

Der Wassserfall war wunderschön aber doch auch ganz schön weit weg. Auch hier wurde die Drohne ausgepackt.

Näher sieht doch schon viiiiel besser aus ….

… jetzt noch ein kleiner Schwenk nach rechts …. 😳🤭😫

Gerade rechtzeitig zum trösten unseres Drohnen-Verlusts sind Eva und Marco vorbeigekommen. Gemeinsam sind wir dann den Berg wieder hoch gefahren bis zum Ende der Strasse in den Parque Ingles. Vielleicht würde sich hier noch eine Möglichkeit ergeben um ein bisschen Wandern zu gehen.


Der Parque Ingles besteht aus ungefähr 5 Campingplätze, die aber alle geschlossen waren. Einsam war es hier trotzdem nicht, denn an allen Ecken und Enden liefen diverse Renovierungsarbeiten oder Vorbereitungen für den Winter.

Die offiziellen Wanderwege starteten hinter einem großen geschlossenem Tor. Mit wandern wurde es also nichts hieroben.


Nachdem sich im Parque Ingles kein passender Übernachtungsplatz finden lies, sind wir wieder ein paar Kilometer zurückgefahren und auf einer Wiese fündig geworden.


Schnell noch Holz zusammengesammelt und uns für den Abend eingerichtet.



Am nächsten Morgen mussten wir weiter fahren, denn wir hatten einen Termin im ca. 120 km entfernten Santa Cruz. Santa Cruz liegt im Colchagua-Tal, einer bekannten Weinbauregion Chiles. Manuel und Sandra ist es gelungen eine kleine Weinprobe zu organisieren, obwohl alle Weingüter geschlossen waren.


Zunächst mussten wir den Übernachtungsplatz unserer Camper-Gruppe im Flußbett finden. Die Anfahrt war gar nicht so einfach, nach Überquerung einer kleinen Brücke mit max. 5 Tonnen 🤦♀️ standen wir auch noch vor einer Wasserdurchfahrt.

Die Weinprobe sollte am nächsten Tag stattfinden aber trotzdem wurden wir schon von den anderen sechs Camper erwartete, denn für den Abend hatten sie eine Bier-Blindverkostung vorbereitet.


Es galt aus 10 Sorten, die richtige Biermarke zu erraten. Erschwerend für alle kam hinzu, dass keiner bisher alle 10 Biersorten schon mal getrunken hatte. So war die ganz Sache eher ein Glücksspiel, aber wir hatten soooo viel Spaß dabei. Und Bierkönig wurde: Timo !
Am nächsten Morgen hatten wir noch ein bisschen Zeit bis zur Weinprobe. Was zunächst mit Gitarrenunterricht begann wurde bis zur kompletten Band ausgebaut.

Unsere Weinprobe fand am Nachmittag im Hotel TerraVina statt.



Bei der Weinprobe durften wir 1 Weißwein und 3 Rotweine probieren, dazu wurde uns etwas Käse, Oliven und Kräcker serviert. Unser Weinhändler hat uns dazu etwas über die Geschichte des Weinbaus im Colchagua-Tal erzählt. Dabei haben wir gelernt dass es zwar schon immer Wein im Colchagua-Tal gab, die Qualität der Weine aber erst Ende der 80er-Jahre durch den Einfluss von Baron von Rothschild (Lafite) vom Trinkwein zum Qualitätswein gehoben wurde. Auch die Chile-typische Rebsorte Carmenere wurde im Colchagua-Tal wiederentdeckt.



Nach der Weinprobe durften wir im Innenhof des Hotels übernachten. Jedoch hatte der Hotelbesitzer Angst vor Covid-19 und so wurde uns ein Tisch vor dem Gebäude zur Verfügung gestellt. Wir haben den dann zwischen unsere Camper positioniert.





Am nächsten Tag sind wir zurück ins Flussbett gefahren. Wir haben gerade Holz gesammelt und Vorbereitungen für ein Lagerfeuer getroffen, da kam die Polizei vorbei.



Wie auch in Deutschland galt in Chile „Stay at home“. Nach Aufnahme unserer Personalien mussten die Polizisten feststellen, dass wir alle Heimatlos sind und auf die Grenzöffnung nach Argentinien oder Peru warteten. Zu unser aller Ernüchterung meinte der nette Polizist dass das noch lange daueren kann und er sich ziemlich sicher ist, dass vor Oktober keine Grenze aufmacht. Jedenfalls durften wir bleiben, denn wo hätten wir auch hin sollen?

Am nächsten Morgen hat sich unsere Reisegruppe wieder aufgelöst. Sabrina und Adrian wollten nach Valparaiso, Sandra und Manuel in ein Tal bei San Fernando und Martijn und Nienke in ein Tal bei Rancagua. Wir waren unentschlossen: Berge oder Meer?
Zunächst gings zum Einkaufen nach Santa Cruz und ins Apalta Tal an den geschlossenen Weingütern vorbei.



