03.01. bis 06.01.2022
Nachdem die Hälfte unseres Urlaubs jetzt vorbei war, wurde es Zeit den langen Weg von West nach Ost durch den Chaco, einer weiten, flachen Savannenlandschaft in Angriff zu nehmen. Von Humahuaca bis zu unserem nächsten Ziel die Esteros del Iberá sind es 1.200 km 😳. Ok, das wird nichts in einem Tag, da brauchen wir noch ein paar Zwischenstopps.

Quasi auf dem Weg (was sind schon 180 km Umweg) lag der Parque Nacional Calilegua. Entspannte 250 km sollte für die erste Etappe genug sein und so blieb auch noch Zeit für eine Autowäsche (das Salz und Matsch der Puna musste runter) und ein leckeres Mittagessen in San Salvador de Jujuy.


Laut Beschreibung soll der Nationalpark Calilegua den Artenreichtum der Yungas (Nebelwald) erhalten. Bei der Fahrt von Salta sind wir ja schon durch einen Teil des Yungas gefahren und es hat uns gut gefallen. Auch soll es im Park 500 Vogelarten geben, sowie Jaguar, Puma und Tapir. Dazu noch ein paar „Trails“ zum erwandern und einen kostenlosen Campingplatz. Hört sich doch gut an.



Nachdem bei der Ankunft kein Ranger da war, haben wir uns auf dem Weg zur Campingareal gemacht. Das Tor war geschlossen, aber nicht abgeschlossen und so sind wir durchgefahren.

Gleich ein paar Meter nach dem Tor gibt es einen kleinen extra für WoMos ausgewiesenen Stellplatz mit Grillstelle und noch ein paar Meter weiter, dann ein großer Zeltplatz in netter Lage mit Aussicht auf den Fluß San Lorenzo. Die Lage hat uns besser gefallen als der WoMo-Platz und da niemand sonst da war haben wir entschieden dort unsere Nacht zu verbringen.
Zu Fuß sind wir dann wieder zum Parkeingang um uns beim Ranger anzumelden und uns eine schöne Wanderung empfehlen zu lassen. Die Kommunikation gestaltete sich schwierig, da der Ranger nur spanisch sprach und sich auch nicht besonders bemühte. Jedenfalls haben wir verstanden dass wir mit dem WoMo nicht auf dem leeren Campingplatz stehen bleiben dürfen sondern nur auf dem ausgewiesenen Stellplatz für Wohnmobile. Außerdem beginnen die meisten Wanderwege ungefähr 5 km die Straße weiter hoch, so dass wir dann doch wieder das WoMo ausgeparkt haben und den Berg hoch gefahren sind.



Vielleicht war unsere Erwartungshaltung zu groß, aber das was wir vorgefunden haben war doch schon ziemlich verwahrlost. Zu sehen gab es eigentlich nichts und etliche der Wanderwege waren gesperrt sowie der Vogelbeobachtungsturm kurz vor dem Einsturz.
Enttäuscht sind wir dann wieder zurück zum Camping-Platz, aber jetzt war das Tor mit einer Kette abgeschlossen 🤔. Es war kurz nach 18:00 Uhr und auf dem Parkplatz vor dem Ranger-Häuschen parkte ein Wohnmobil mit französischem Nummernschild und eine Art PickUP-Camper aus Argentinien. Wir haben die französischen Camper gefragt warum Sie den auf der Straße parken, und Sie erzählten uns, dass der Ranger gesagt hatte, der Camping sei geschlossen. Zufällig kam der Ranger gerade aus seinem Häuschen um Feierabend zu machen. Ich habe Ihm mit meinen rudimentären spanischkenntnissen klar gemacht, dass wir da rein wollen und definitiv nicht an der Straße übernachten werden. Er hat das Tor dann für uns aufgeschlossen und wir durften rein, unter der Bedingung dass wir auf dem ausgewiesenen WoMo-Stellplatz parken. Verstehen muß man das jetzt nicht, aber egal, Hauptsache ein ruhiges Pllätzchen.


Nach unserem Feierabend-Bierchen am Fluß haben wir nochmal die zwei Jungs vom französischen Wohnmobil besucht. Wir haben uns nett unterhalten und erfahren, dass Sie das Wohnmobil in Bolivien ausgelöst haben, da es im Corona-Lockdown dort geblieben und beschlagnahmt wurde. Jetzt sind Sie auf dem Weg nach Chile um es dort zu verkaufen.

Und es gibt doch Tiere im Park 😂

Am nächsten Morgen haben wir uns in der Hoffnung auf aktivere Fauna frühzeitig zu einer kleinen Wanderung aufgemacht. Direkt vom Campingplatz konnte man am Fluß Aguas Negras entlang wandern. Es war ein netter Spaziergang aber zu sehen gabe es auch früh am Morgen nichts.




Wieder zurück zum Camping sind wir auf eine Rangerin getroffen. Anscheinend war „Schichtwechsel“ und die Kommunikation zwischen dem Ranger am Tag davor und Ihr hat nicht stattgefunden. Wir wurden erstmal flott gemacht dass wir auf dem WoMo-Stellplatz parkten da dass wohl nicht erlaubt sei. Natürlich auf Spanisch. Verstanden haben wir nicht viel, aber wir wollten ja sowieso weiter fahren. Keine 10 min später hatte der Nationalpark uns los 😝.
Fazit: der Umweg hat sich NICHT gelohnt!
Weiter ging die lange Reise durch den Chaco gen Osten. Auf der Strecke lag nochmal ein Nationalpark, der Parque National Chaco. Es waren lange und heiße 880 km durch hauptsächlich als Weideland genutztes Gebiet.



Der Chaco Nationalpark begrüsste uns mit weitläufigen gepflegten Camping Wiesen. Wir sind in der Mittagszeit angekommen und es war wieder kein Ranger zu finden. Klar, wenn man in der Siesta ankommt. So haben wir uns links nach der Brücke auf der Wiese eingerichtet und uns an den vielen Vögel die um uns herum geflogen sind erfreut.



Nachdem die Ranger von der Siesta zurückgekommen sind wurden wir erstmal aufgeklärt das WoMos nicht auf die Camping Wiese fahren dürfen 🙈. Der alternative Stellplatz war aber auch OK und die Ranger waren hier sowas von freundlich und bemüht (natürlich auf Spanisch) uns die Schönheiten ihres Parks zu präsentieren. Kein Vergleich zu den anderen zwei im vorherigen Nationalpark.



Mit Moskito-Spray haben wir uns als erstes auf die kleine Wanderung zum Rio Negro aufgemacht. Der Pfad startete direkt hinter der Nationalpark-Verwaltung. Laut der Erzählung der Ranger gibt es im Park Brüllaffen und vielleicht finden wir ja welche.



Leider gab es auf der Runde keine Affen, oder wir haben sie nicht gesehen. Motiviert noch mehr vom Park zu erkunden haben wir unsere Fahrräder ausgepackt und noch mehr Moskito-Spray eingepackt und los gings die 12 km an das südliche Ende bis zur Laguna Panza de Cabra.



Auch auf unser Radtour haben wir keine Affen entdeckt und die nervigen Moskitos haben uns so zugesetzt dass wir fluchtartig wieder zurück geradelt sind. Aber es gibt definitiv Brüllaffen in der Nähe des Parks, denn am Abend haben sie einen höllen Lärm veranstaltet.
