Ende unserer Südamerikareise?

30.03. – 31.03.2020

Bei einem Chat mit Heidi und Franz, die in El Chalten unter Quarantäne standen, wurde uns erzählt dass der deutsche Honorarkonsul ihnen nahegelegt hat Argentinien so schnell wie möglich zu verlassen. Der Shutdown in Argentinien würde mit ziemlicher Sicherheit verlängert und danach aufgrund der wirtschaftlichen Folgen Unruhen erwartet. Das hat den Ausschlag gegeben dass wir uns dann doch für das Rückholprogramm des Auswärtigen Amts angemeldet hatten. Die Rückholflüge gingen nur von Santiago de Chile und es wurde ein Flug für das kommende Wochenende in Aussicht gestellt. Wir mussten also irgendwie etwas näher in Richtung Santiago kommen um kurzfristig bei Bestätigung des Flugs diesen wahrnehmen zu können. Von Chile Chico aus sind das ca. 2.000 km. Allein bis Puerto Montt wo dann die Autobahn nach Santiago startet sind es knapp 1.000 km und 2 Fähren.

Bei der Suche nach einem Abstellplatz für unser Wohnmobil haben wir von Edin und Jaquline einen Kontakt vermittelt bekommen bei dem sie ihren Camper geparkt haben. Der Abstellplatz ist in der Nähe von Quillota, also nochmal 100 km nördlicher als Santiago.

Parallel haben wir den Honorarkonsul in Puerto Montt angeschrieben ob er uns evtl. einen Abstellplatz bei Puerto Montt wüsste, da es uns zu riskant war die 1.000 km bis Santiago bzw. durch Santiago nach Quillota zu fahren. Santiago stand zu diesem Zeitpunkt schon unter Quarantäne und wir wussten nicht ob wir da überhaupt durchfahren konnten. Ein Inlandsflug von Puerto Montt nach Santiago schien uns in dieser Situation die sicherere Alternative.

Desweiteren mussten noch die rechtlichen Dinge des Verbleibs des Wohnmobils in Chile geklärt werden. Das Womo darf nur 90 Tage im Land bleiben und wir dürfen das Land eigentlich auch nicht ohne das Fahrzeug verlassen. Es muss entweder in Zollverwahrung oder in Obhut einer Chilenischen Person gegeben werden. Die Person bürgt dafür, dass das Wohnmobil in Chile nicht einfach „verschwindet“ (also der Zoll umgangen wird).

Über Internet kann eine Verlängerung des TIPs (Temporay Import Permit), also der Aufenthaltserlaubnis unserer Wohnmobil in Chile beantrage werden. Bei uns funktionierte das nicht. Es kam immer die Fehlermeldung dass unser KFZ-Kennzeichen oder Passnummer nicht bekannt ist. 😤

Da unser Entschluss Richtung Santiago zu fahren doch recht spontan gefasst wurde und die Fähre nach Puerto Ibáñez nur ein mal am Tag früh morgens fährt, hatte es uns nicht gereicht die TIP-Verlängerung direkt an der Grenze zu klären. Auf dem Weg nach Puerto Montt mussten wir sowieso durch Coyhaique fahren und dann wollten wir das mit der TIP-Verlängerung dort beim Zoll klären.

Montag morgens, pünktlich um 08:00 Uhr ging es los mit unserer Reise nach Puerto Montt. Zuerst 2 Stunden mit der Fähre nach Puerto Ibáñez und dann noch 500 km auf der Carretera Austral bis Chaiten. Am nächsten Morgen um 10:00 Uhr fuhr von dort die Fähre direkt nach Puerto Montt.

Das Wetter war sonnig und wir konnten jetzt auch sehen wie schön die Landschaft ist. Bei der letzten Fahrt hatte es geregnet und die Berge waren in den Wolken. Die Carretera Austral ist bis Coyhaique ausgebaut und geteert so dass es auch flott voran ging. Lästig waren nur die „Gesundheitskontrollen“. Fragen beantworten und Fieber messen.

Leider waren in Coyhaique alle Ämter wegen Corona geschlossen. D.h. wieder keine Möglichkeit das TIP zu verlängern. Dann halt in Puerto Montt.

Blick auf Coyhaique

Bis zum Abzweig nach Puerto Cisnes ist die Strasse geteert ab dann gehts auf Schotter weiter, in Serpentinen über einen Pass. Wunderschön, leider hatten wir keine Zeit zum genießen den wir wollten die Fähre um 10:00 Uhr am nächsten Morgen erreichen und es waren immer noch über 200 km.

An der „Bundeslandgrenze“, also von der Region Aysen nach Los Lagos war dann wieder ein Gesundheitscheck, dieses Mal sehr gründlich! D.h. Fragebogen ausfüllen wo wir die letzten 30 Tage waren, Gesundheitsfragen beantworten und Fieber messen. Im Ausfüllen des Fragebogen hatten wir in der Zwischenzeit Routine denn wir hatten das Formular schon 2 mal ausgefüllt. Es sollte nicht das letzte mal sein 🙂.

Gesundheitskontrolle 🤒😷
Nach der Gesundheitskontrolle gab es den Gesundheitspass. Die Zahl unten ist unsere gemessene Körpertemperatur 🤔

Die Gesundheitskontrolle hatte dann doch länger gedauert und es wurde dunkel. Das Militär hat uns auch klar gemacht dass wir in Chaiten nicht übernachten dürfen, so sind wir nur bis Villa Santa Lucia gefahren und haben uns dort ins Wäldchen geparkt.

Am nächsten Morgen konnten wir in Chaiten dank unseres Gesundheitspass problemlos die Tickets kaufen. Auf der Fähre durften wir wieder den Fragebogen unseres Aufenthalts der letzten 30 Tag und der Gesundheitsfragen ausfüllen 🙄

9 Stunden Fähre von Chaiten nach Puerto Montt
mit dabei auch ein paar LKWs mit Rinder

Der Konsul in Puerto Montt hat uns dann tatsächlich eine Adresse für einen Abstellplatz vermittelt. Wir wollten uns das mal anschauen und sind die 9 km nach Chinquihue gefahren. Die Einfaht zum Grundstück war sehr versteckt so dass wir vorbei gefahren sind und an einem kleinen Parkplatz vor einem Parkverbotsschild zum Umkehren angehalten haben.

Der Parkplatz Besitzer hat uns dann im bestem Deutsch angesprochen „wir könnten hier ruhig parken denn das Parkverbotsschild habe er aufgestellt“. Zufällig sind wir auf den Parkplatz des Restaurants Kiel gefahren und Jörg der Inhaber hat uns nach einem netten Gespräch eingeladen die Nacht hier oder auf seinem Parkplatz innerhalb seines Grundstücks zu verbringen.

Wir haben die Einladung dankend angenommen da wir am nächsten Tag unser Glück mit der TIP-Verlängerung für unser WoMo beim Zoll in Puerto Montt versuchen wollten.

Vor weg genommen, wir sind immer noch in Südamerika, aber warum erfahrt ihr im nächsten Blog 🤗.

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten