27.12. bis 30.12.2022
Endlich gehts hoch in die Puna, das argentinische Hochland der Anden. Das Hochland liegt zwischen 3.000 und 4.200m im südlichen Teil des Altiplano, dass wir auf chilenischer Seite schon bereist hatten. Wir haben uns für die Auffahrts-Variante der Ruta 43 entschieden. Jedoch waren wir erstaunt dass die Strasse, bis auf wenige Kilometer, bis Antofagasta de la Sierra vollständig geteert war.




Unser erstes Ziel sollte das Bimsstein-Feld Campo de Piedra Pomez sein. Nach den ersten 100 km ab unserer Abbiebung bei El Eje war es Zeit für eine kleine Mittagspause und da kam die Laguna Blanca gerade recht. So sind wir zunächst mal rechts abgebogen.

Weitere 75 km später, am Ort El Peñón vorbei ging es dann links auf die Piste zum Campo de Piedra Pomez.



Diese 26 km waren dann schon spannender zu befahren. Teilweise durch losen Lavasand, teilweise über scharfkantiges Lavagestein ging es dann deutlich langsamer voran.
Ungefähr auf halbem Weg kamen uns zwei Motorradfahrer entgegen. Nachdem sie angehalten und uns zugewunken hatten, haben wir den Rückwärtsgang eingelegt. Bisher hatten wir in Argentinien noch keinen einzigen europäischen Tourist getroffen und jetzt standen Miri und Tobi aus Karlsruhe vor uns. Was für ein Zufall. Beide sind seit 2018 mit ihren Motorrädern rund um die Welt unterwegs und haben nach der Corona-Zwangspause in Argentinien auch noch keine Touristen getroffen.

Nach einem kleinen Plausch ging es dann weiter an unser Ziel.






Am nächsten Morgen sind wir dann um den schwarzen Vulkan Carachi Pampa herum zur Laguna Carachi Pampa gefahren.



Weiter ging es nach Antofagasta de la Sierra. Auf dem Weg dorthin sind wir am gleichnamigen Vulkan vorbeigefahren. Hier gab es einen markierten Wanderweg zum Kraterrand und da wir schon mal da waren, sind wir dann auch hoch gestiegen.




Nun hätten wir uns eigentlich ein schönes Abendessen verdient aber Antofagasta de la Sierra war wie ausgestorben. Wir haben uns den Ort wie San Pedro de Atacama in Chile vorgestellt, aber Antofagasta ist viel viel kleiner und alles was an touristischer Infrastruktur vorhanden gewesen wäre, war geschlossen.

So haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht um unser Glück im Ort El Peñón zu versuchen. Aber auch hier, alles geschlossen.

Eigentlich waren wir ja schon auf dem Rückweg zur Ruta 40. Plan wäre gewesen über Cafayate und Salta dann nochmal die Anden hoch bis zum Cono de Arito zu fahren. Nach genauem Studium der Landkarte sind es von Salta zum Cono de Arita 430 km, hin und zurück somit 860 (!) km. Der direkte Weg von El Peñón ist nur 225 km, wir sparen uns gut 635 km und zudem hörte es sich noch spannender an. Nach intensiver Recherche ob die Variante überhaupt befahrbar ist, sind wir zum Entschluss gekommen: wir probieren es 🤗 Also sind wir wieder umgedreht, haben in Antofagasta de la Sierra den Dieseltank und Wassertank randvoll gemacht und dann ging es los ins Abenteuer,

Die ersten 10 km der Ruta Provencial 44 waren gut zu fahren, aber schon ein paar Kilometer nach der Abbiegung bei der Laguna Colorada war die Piste immer wieder extrem ausgewaschen. Immerhin kam uns ein Geländewagen entgegen und mit unserem schlechten Spanisch hatten wir uns nach dem weiteren Verlauf des Weges erkundigt. Das einzige was wir verstanden hatten war Rio und Salar „bastane dificil“ aber mit einem Blick auf unsere Reifen kam dann „no problema“.

Der Weg ging wunderschön durchs schmale grüne Tal bis zum „Rio“. Der Fluss war zwar nur ein kleiner Bach, aber die Brücke drüber war weggespült. Die Fahrzeugspuren ging neben der Strasse an der nicht mehr vorhanden Brücke vorbei durch den Morrast. Nun Ja, nachdem es da Spuren gab die nicht nach Haverie aussahen scheint es ja zu funktionieren. Also Allrad rein und buchstäblich durchgefräst. (Sorry, ich war so aufgeregt dass ich vergessen habe zu Filmen oder ein Foto zu machen). Ein paar Meter weiter die nächste Bachüberquerung. Hier war wenigstens die Hälfte der Bachüberquerung noch vorhande. Zum Glück ist unser LKWle so schmal so dass wir drüber gekommen sind. Von da an ging es steil Berg auf bis zu Passhöhe auf 4.600 m.

Jetzt ging es abwärts, wieder durch ein schönes grünes Hochtal dem Vega Colorada und danach in endlosen steinigen Serpentinen mit Blick auf den Salar de Antofalla.





Dann Standen wir vor der überfluteten Durchfahrt über den Salar. Keine Ahnung wie tief oder matschig es jetzt werden würde. Ich wollte jedenfalls nicht zu Fuss durchlaufen um die Tiefe zu testen aber umdrehem um alles zurückzufahren wollten wir auch nicht.
Nach der Überquerung sind wir dann rechts, immer am Rand des Salars entlang gefahren. Die Strecke war eben aber immer wieder mit matschigen Stellen durchsetzt.


Zur Erholung haben wir noch einen kleinen Abstecher zur Laguna Verde gemacht.



Wir hatten gehofft es ginge so entspannt weiter aber in Antofallita mussten wir uns nochmal durch eine sumpfige Wiese wühlen und danach in 4 engen Serpentinen, die so eng waren dass wir es nicht in einem Zug um die Kurve geschafft haben, den Berg hoch.

Nach 7 Stunden und 150 km später 😅 war er dann da, der Cono de Arita.

Eine braune symmetrische Pyramide die ca. 200 m hoch aus dem Salar de Arizaro ragt. Ein Naturphänomen, aus vulkanischem Gestein und Salz, jedoch kein Vulkan.



Über den Salar de Arizaro, dem größten Salar in Argentinien ging es dann Richtung Salta.

Vorbei an Tolar Grande …

… nochmal mit Abstecher zu einem Wasserloch …


… durchs faszinierende Desierto del Diabolo …


… und nochmal über einen Salar, den Salar de Pocitos.

Schon seit Tolar Grande treffen wir immer wieder mal auf die Schienen der alten Zugstrecke von Salta nach Antofagasta in Chile. Bis 1981 verkehrte einmal in der Woche ein Zug zwischen Chile und Argentinien.
Heute wir nur noch ein kleiner Teil der gesamten Strecke für den als „Tren a las nubes“ (Zug in die Wolken) bekannten Touristenzug befahren. Höhepunkt der Zugfahrt ist die Überquerung des Viadukt „La Polvorilla“ auf 4.188m Höhe. Auf dieser Höhe fährt der Zug oft über den Wolken, daher auch der Name.
Unser Weg führte uns auf der Ruta 51 die Puna hinab nach Salta fast direkt an dem Viadukt „La Polvorilla“ vorbei. Natürlich wollten wir uns das auch mal anschauen.



Unterhalb dem Viadukt verläuft die bekannte Ruta 40 und so freuten wir uns auf die gepflegte Touristen-Strecke, aber hier ist der Ausbau noch nicht angekommen. Im Gegenteil die Strasse ist komplett weggeschwemmt gewesen und wir haben uns durchs trockene Flussbett wieder zurück zur Ruta 51 gequält 😩.
Nach 600 km Piste freuten wir uns dann doch tatsächlich als ab San Antonio de los Cobres die Strasse wieder geteert war, welch seltsame Ruhe beim fahren 🤗

Echt spektakuläre Tour und Fotos!
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