01.01.2021 – 08.01.2021
Die letzten 7 Tage unserer Auszeit sind angebrochen. Die Landgrenzen nach Argentinien und Uruguay sind weiterhin geschlossen, so dass unser Wohnmobil noch in Chile bleiben darf.
Wir haben mit San Pedro de Atacama unser nördlichstes Ziel erreicht und jetzt den Weg wieder nach Süden in Angriff genommen.
Nachdem wir die Strecke nach Calama schon 2x gefahren sind, haben wir einen neuen Weg Richtung Antofagasta gewählt. Es ging diesesmal direkt über den Salar de Atacama nach Baquedano.




Die Strasse lässt sich gut fahren und dient hautsächlich den LKWs die von und zu den zwei Lithium-Industrieanlagen fahren. Die Gewinnung des Lithiums erfolgt in dem die lithiumhaltige Sole an die Oberfläche gepumpt wird und dort durch Verdunstung das Lithiumclorid übrig bleibt. Zur weiteren Verarbeitung wird es dann per LKW nach Antofagasta gebracht.
Wir sind davon ausgegangen am 01. Januar die Strasse für uns alleine zu haben, aber das war nicht so. Es war reger LKW-Betrieb zu gange und die Trucker hatten Spaß mit uns ein Wettrennen zu fahren. Berg hoch waren wir im Vorteil, Berg runter sind die dann todesmutig an uns wieder vorbeigedonnert.
Wieder auf der Ruta 5 angekommen haben wir die „Hand der Wüste“ angesteuert.

Die Skulptur liegt nur ein paar Meter neben der Ruta 5 und ist für viele vorbeifahrenden ein tolles Fotomotiv. Für uns natürlich auch 🤗




Mit Fotoshooting ist die Zeit doch schnell vergangen und wir haben uns zum Übernachten ein paar hundert Meter in die Hügel im Hintergrund geparkt. Und am nächsten Morgen …. 🙈 … nochmal ein Foto:

Für unser nächstes Ziel mussten wir ein Stückchen die Ruta 5 zurück nach Norden um dann die Paralellstraße B-710 zum Cerro Paranal zu nehmen. Und warum fährt man zum Cerro Paranal?

Richtig! Hier steht das futuristischte Observatorium der Europäischen Sternwarte (ESO). Bekannt auch aus dem James Bond Film „Ein Quantum Trost“.
Normalerweise gibt es Samstag vormittags immer kostenlose Führungen, aber leider wegen Corona geschlossen.

Danach ging es wieder steil runter zur Küste bei Paposo und weiter auf der Ruta 1.

Die Strecke sind wir schon auf dem Hinweg gefahren und auch jetzt stauten sich die Wolken an der dahinter liegenden Kordillere.


Und wie auch beim Hinweg waren die Wolken um den Ort Taltal verschwunden. Es scheint dass der Ort an einer besonderen Stelle gegründet wurde. Die Strandpromenade mit dem Palmen war so einladend, dass Timo wenigstens einmal auf unserer Reise im kalten Pazifik schwimmen wollte.


Das Vergüngen war aber ziemlich schnell vorbei nach dem eines von diesen Prachtexemplaren vorbei geschwommen kam.

Die Quallen scheinen aber nicht ganz so gefährlich zu sein, denn die Chilenen haben sich dadurch nicht wirklich abschrecken lassen.
Zurück gings, vorbei an tollen Sandstränden, bis Chanaral die gleiche Strecke wie beim Hinweg.



Bei einer routinemässigen Kontrolle des Ölstands sind uns ein paar feuchte Stellen auf dem Motor aufgefallen. Auch hatten wir seit längerem deutlich wahrnehmbaren Dieselgeruch. Nachdem es dann auch unterm Auto tropfte war der Zeitpunkt gekommen der Ursache auf den Grund zu gehen. Bei Chanaral haben wir eine Tankstelle angesteuert in der Hoffung dass sich da schon ein paar Trucker finden werden, die uns helfen könnten die Kabine zu kippen. Wir hatten alles präpariert um es zuerst zu zweit zu versuchen …. und es hat geklappt 💪😅.

Die Ursache war dann auch schnell gefunden. Die Dieseleinspritzleitung war durchgescheuert 🙄. Zum Glück hatten wir als Wunderwaffe ResQ-tape dabei. Mit dem Tape konnten wir den Schlauch abdichten und provisorisch reparieren.
Die Fahrt konnte weiter gehen, unser nächstes Ziel war der laut Reiseführer hübsche Badeort Bahia Inglesa. „Genau die richtige Anlaufstelle für ein ordentliches Strandvergnügen, mit hipper Atmosphäre“.

Auch wenn das bewölkte Wetter uns nicht wirklich zum Baden eingeladen hatte, war an den Stränden und an der Strandpromenade richtig viel los.

Das Örtchen hat eine große Anzahl von Restaurants, die auf Grund des Sonntags schon gut besucht waren. Wir konnten noch einen Tisch ergattern und es gab mal wieder lecker Essen mit lecker Bierchen 😋.





Uns hätte es in Bahia Inglesa ganz gut gefallen, aber wir hatten keine Zeit zu bleiben. Für den nächsten Morgen hatten wir eine „Verabredung“ ca. 300 km weiter in Caleta Chanaral de Aceituno.

Endlose Kilometer auf der C-10 an der Küste entlang. Wieder durch den Kakteen-Nationalpark Llanos de Challe sind wir auf Empfehlung von Giaco und Violet, die wir in San Pedro kennengelernt hatten, bei Freirina auf der C-494 in die Bergwelt abgebogen.

In zig engen Serpentinen haben wir uns in die Höhe geschraubt.

Im weiteren Verlauf ging die Strasse, vorbei an ein paar versprengten Mienenarbeiter-Dörfern, bei moderatem auf und ab einsam weiter.



Am nächsten Morgen sind wir pünktlich um 09:30 Uhr zu unser Verabredung erschienen. Wir haben eine Whale-Watching Tour gebucht. Der perfekte Ort dafür soll das Fischerdorf Caleta Chanaral de Aceituno sein, dass hat uns Mauricio vom Camping in San Pedro empfohlen.


Vom Fischerdorf aus starten die Touren zur Insel Chanaral die Bestandteil des Nationalpark Pingüinos de Humboldt ist. Im dazwischen liegenden Gewässer tümmeln sich in der Zeit von November und April diverse Wale.

Präpariert mit Schwimmweste und natürlich Coronakonform ging es mit unsere Nussschale raus zu den Walen. Unser Guide, links im Bild, wusste einiges lustiges zu erzählen. Leider ausschließlich in Spanisch. Jedenfalls hatten die restlichen Touristen im Boot immer was zu lachen. Wir haben mal wieder nichts verstanden 🥴.

Und plötzlich waren sie da, die Ungetüme. Wenn wir es richtig Verstanden haben müssten es Finnwale gewesen sein.


Nach ausgiebiger Bewunderung der riesigen Meeresbewohner ging es an der Insel Chanaral vorbei. Hier faulenzten noch ein paar Grüppchen von Seelöwen.


Wieder zurück gab es dann im einzigen geöffneten Restaurant lecker Mittagessen. Und wenn man schon in einem Fischerdorf isst, dann natürlich frischer Fisch.

Und weiter, noch ein kleines Stück an der Küste entlang, sind wir dann zur Ruta 5 abgebogen.

Die Ruta 5 verläuft in diesem Bereich im Landesinneren, also hinter der Küstenkordillere. Hier war der Himmel wieder wolkenlos und das Wetter Top. Und warum das so ist kann man am Foto unten schön erkennen. Die Pazifikwolken schaffen es nicht über die Berge.

5 Tage vor unserem geplanten Rückflug war die Airline so freundlich uns per Mail auf die geänderten Einreisebestimmungen in Brasilien aufmerksam zu machen. Da es keinen Direktflug von Santiago nach Frankfurt gab, haben wir die Variante über Sao Paolo gewählt. Zum Jahreswechsel hat Brasilien, die bis kurz vorher Corona noch geleugnet haben, entschieden selbst für den Transit-Verkehr einen negativen PCR-Test, nicht älter als 72 Stunden, vorzuschreiben.
Jetzt war Stress angesagt, in welcher größeren Stadt nördlich von Santiago bekommt man kurzfristig ein PCR-Test? Nachdem La Serena sowieso unser nächstes Ziel war wollten wir hier unser Glück versuchen.
Nach Recherche im Internet bietet IntegraMedica diese Möglichkeit. Angesiedelt in einer Shopping Mall konnten wir auch den Eingang finden, aber leider war schon geschlossen. Die Dame an der Rezeption hat uns dann auf nächsten Morgen vertröstet.
So haben wir uns einen schönen Übernachtungsplatz am Stadtrand, direkt am langen Sandstrand von La Serena gesucht.




Vorneweg, der nächste Morgen war nicht erfolgreich. Die PCR-Test-Station bei Integramedica war geöffnet, ein Test wäre möglich gewesen, aber das Ergebnis hätten wir frühstens nach 4 Tagen bekommen. Nebenan haben wir dann noch ein Wegweiser zum PCR-Test-Center der Klink RedSalud entdeckt. Nächster Versuch! Aber leider hatte das dortige Testcenter erst Nachmittags geöffnet. Die Damen am Empfang wussten leider nicht ob wir das Ergebnis dort rechtzeitig bekommen konnten. Jetzt half nur noch Plan B: Umbuchung des Flugs.
Immerhin hat das nach gefühlt endlosen Stunden in der Reservierungshotline der Airline funktioniert. Wir haben einen weiteren Tag Urlaub 🤗 und fliegen über Madrid anstatt Sao Paulo.
Jetzt konnte die Fahrt weiter nach Süden gehen. Die Sanddünen von Pichidangui kannten wir ja schon, jetzt wollten wir uns den Ort und den dazugehörigen Sandstrand anschauen.



Pichidangui hat uns gut gefallen, aber es war noch früh am Nachmittag und wir haben uns entschieden doch noch weiter, zu unserem absoluten Lieblingsort Maitencillo, zu fahren.


Im Gegensatz zu unserem letzten Aufenthalt im Juni, wo die Saison schon zu Ende und wegen Corona alles Geschlossen war, war es jetzt total anders. Wir konnten mitten im „Zentrum“ auf einem großen Strandparkplatz am langen Sandstrand parken.


Gleich um die Ecke war ein nettes Restaurant und so blieb die Küche in unserem Wohnmobil kalt.



Die letzten 2 Tage sind angebrochen, der kleine Parkplatz am Ortsrand von Maitencillo, auf dem wir im Juni unsere Koffer gepackt hatten, war abgesperrt und so sind wir weiter bis Limache um auf dem dortigen Campingplatz La Higuera unsere Koffer zu packen und das WoMo mal richtig zu putzen.


Nette Abwechslung zum putzen, ausräumen und packen war der große Pool mit Wasserrutschen. Die Rutschen waren jeweils als Parallelrutschen angelegt und wir zwei hatten uns dann gleich ein Duell geliefert. Wir wurden dabei so schnell, dass wir fast aus der Kurve geflogen sind und uns ein Anschiß von der Aufsicht einhandelten 😂.

Diesesmal gönnten wir unserem LKW auch ein äußerliches Wellnessprogramm. Das Salz vom Salar de Atacama und der Pazifik-Gischt mußte runter. In der Waschanlage wurde sehr viel Wert auf die Unterbodenwäsche gelegt. Alles wurde bis in die kleinse Ritze geduscht und am Ende noch mit einer ölhaltigen Substanz versiegelt. Alles in Handarbeit für umgerechnet 25 €.


Netter Moment während des wartens bis der LKW gewaschen ist …
Am 8. Januar war dann der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Unser LKWle darf in hübscher Umgebung mit Palmen und Poolblick auf unsere Rückkehr warten.

Die Grenzen nach Argentinien bzw. Uruguay sind immer noch geschlossen, so dass eine Verschiffung nach Deutschland nicht möglich ist. Die Verschiffung ab Chile durch den Panamakanal ist uns zu teuer und wegen des erforderlichen Schiffwechsels in Panama auch zu unsicher.
Für uns gings jetzt von Santiago de Chile mit dem Flieger wieder zurück nach Hause. Die Rückreise über Madrid gestaltete sich dann anders als geplant, aber dazu mehr im nächsten Blog.