26.05. bis 01.06.2020
An der Küste entlang haben wir die Regionen Nuble passiert und sind nun in der Region Maule angekommen. Die Vorräte sind leer und ein Großeinkauf funktioniert am einfachsten in der Anonymität einer größeren Stadt. So sind wir von der Küste weg ins landesinnere nach Talca gefahren. Je weiter wir von der Küste weg waren so trockener wurde das ganze Land.


Das Gebiet um Talca, sowie das Maule Tal ist auch eine bekannte Weinbau-Region und so sind wir schon bald an den ersten Rebflächen vorbeigefahren.

Von der Küste kommend über Pencahue geht es kurz vor Talca links ab zur Virgen del Carmen, einem Aussichtshügel mit einem super Blick auf Talca. Hier haben wir unseren späteren Übernachtungsplatz besichtigt und für OK befunden. Aber zunächst ging es den steilen Berg hinab und über den Rio Claro in den Ort zum Supermarkt.



Mit vollen Vorräten ging es dann wieder den Berg hoch zum Parkplatz bei der Virgen del Carmen.



In dieser exponierten Lage war um uns herum zum Sonnenuntergang natürlich sehr viel los. Normalerweise wäre das nicht unser bevorzugter Übernachtungsplatz, denn das chilenische Jung-Volk macht gern Party und das sehr laut. Aber durch Corona gab es in Chile eine landesweite Ausgangssperre von 22:00 bis 05:00 Uhr und so war wirklich um 22:00 Uhr der Parkplatz leer und wir hatten eine ruhige Nacht.



Am nächsten Morgen hatten wir uns mal wieder den Wecker gestellt denn der Wetterbericht hat perfektes Wetter für die Berge vorhergesagt. Den Tag wollten wir nutzen um ins Maule-Tal Richtung argentinischer Grenze zu fahren. Auf unserem Hügel waren wir völlig im Nebel gehüllt und konnten noch nicht so richtig dran glauben, dass das mit dem schönen Wetter etwas werden könnte. So sind wir mit einsetzendem Berufsverkehr einmal quer durch Talca die 115-CH entlang, durch San Clemente und am fast wasserlosen Lago Colbun vorbei, ins Gebirge gefahren. Zu Berufsverkehrzeiten zu fahren hat sich als gut erwiesen, da die Gesundheitscheck-Points noch nicht besetzt waren.
Kaum 100 km später war der Nebel weg und der Blick auf die Berge frei.




Unser erstes Ziel war die Cascada Invertida. Hier gabe es einen kleinen Rundwanderweg und der war nicht gesperrt 😁🤗





Nach der Wanderung sind wir noch ein paar Kilometer weiter hoch gefahren zu den Monjes Blancos (übersetzt: Weiße Mönche).




Und weil es uns bisher so gut gefallen hat, sind wir die letzten paar Kilometer bis zur Grenzstation auch noch hoch gefahren.


Auf dem Weg den Berg wieder ein Stück runter geht es rechts auf einer Schotterpiste in das Valle de los Condores. Auf dem Parkplatz hatten wir den Truck von Eva und Marco schon stehen sehen. Beim kleinen Spaziergang zu den Kletterfelsen haben wir sie dann an der Brücke getroffen.








Am nächsten Morgen ging es wieder ein paar Kilometer tiefer zu den Banos Campanario.



Die Wanderung startete an der Brücke und ging dann immer dem Rio Campanario entlang ins Tal hinein. Nach ca. 30 min musste man nochmal über den Fluss und dann waren sie da – die Pfützen 😂





Zuerst hatten wir die Wassertemperatur geprüft. Die Spanne ging von extrem heiß bis lauwarm.


Auf dem Rückweg zum Wohnmobil sind schon die ersten Wolken aufgezogen und es hatte dann angefangen zu Regen. In der Nacht regnete es ununterbrochen weiter und am nächsten Morgen sah es nicht viel besser aus. So haben wir schweren Herzens entschlossen aus den Bergen wieder runter nach Talca zu fahren.
Es war mal wieder Zeit die Wäsche in die Lavanderia zu bringen. Leider wurde die Wäsche erst am nächste Tag fertig und so hatten wir Zeit. Um die Ecke gab es doch tatsächlich eine Burger-Bude die uns die Burger auch an Tisch serviert hätte. Wir haben uns jedoch entschlossen im Wohnmobil zu essen.


Zum Übernachten sind wir wieder auf unseren Aussichtshügel gefahren. Da wir auf unsere Wäsche warten mussten sind wir am nächsten Tag dort ein bisschen spazieren gegangen. Wir waren überrascht wie schön und lange man an der Bergkante entlang gehen konnte. Es war Samstag und richtig viel los. Von ob nach unten haben sich die Mountain-Biker den hang hinuntergestürzt und von unten nach oben sind die Motorcrosser den Hang hochgeschossen.

Nachdem unsere Wäsche früher als erwartet fertig wurde haben wir uns auf den Weg Richtung Vilches zum Nationalpark Altos de Lircay gemacht. Es war jedoch schon spät, die Strasse schlecht und es wurde dunkel und nebelig. In Ermangelung eines Übernachtungsplatzes haben wir uns in die Zufahrt eines Bauernhofs geparkt. Am nächsten Morgen kam der Hausherr auf seinem Pferd angeritten. Wir hatten wohl einen etwas verlorenen Eindruck hinterlassen denn er hatte Mitleid mit uns und uns auf sein riesiges Grundstück eingeladen. Wir haben dankend abgelehnt denn wir wollten weiter zum Nationalpark fahren.
Aber irgendwie wollte unser LKWle nicht in den Nationalpark. Einige Kilometer weiter bot er uns eine ganz besondere blinkende Licht-Einlage.

Unser Fahrzeug fuhr aber trotz den blinkenden Lämpchen ohne Probleme weiter. Wir vermuteten wieder einen Wackelkontakt wie schon in Argentinien. Nachdem Timo alle erreichbaren Steckverbindungen nachgedrückt und erneut mit Kabelbinder fixiert hat blieben die Lichtlein aus. Trotzdem haben wir uns entschieden zunächst wieder nach Talca zu fahren, denn da gibt es praktischerweise auch eine Niederlassung von Mercedes Kaufmann und sollte der Fehler wieder auftreten, dann könnten wir dort am nächsten Morgen (heute war Sonntag) vorbeifahren.
Zur Abwechslung haben wir uns ans Ufer des Rio Claro geparkt, da war viel Platz um diverse andere Wartungsarbeiten durchzuführen.


Zum Übernachten gings wieder auf unseren Aussichtshügel und nachdem die Lichtorgel aus blieb haben wir entschlossen am nächsten Morgen nicht zu Mercedes zu fahren sondern gleich in den nächsten Nationalpark Siete Tazas. Auf dem Weg dorthin würden wir an der nächsten Mercedes Kaufmann-Niederlassung in Curico vorbeikommen. Sollte das Problem nochmal auftreten könnten wir dieses auch dort überprüfen lassen. Übrigens ist Chile das absolute FUSO-Land, es gibt fast an jeder Ecke eine Mercedes Kaufmann-Niederlassung und es sind auch viele FUSOs unterwegs.