26.12. bis 01.01.2020
Unser nächste Ziel sollte eigentlich der Paso Sico sein. Mit unserer defekten Lichtmaschine und den leuchtenden Warnlämpchen wollten wir es nicht riskieren in die „Walachei“ zu fahren. So haben wir uns für ein Wellness-Wochenende auf dem Campingplatz Andes Nomades entschieden.

Mauricio der Besitzer des Camping hat uns erstaunt begrüsst, denn wir waren nach langer Zeit die ersten Ausländer die gekommen sind. Außer uns waren nur ein paar Tagesgäste aus Calama zum grillen und chillen anwesend sowie zwei „Langzeitradler“. Giaco aus Italien und seine Frau Violet aus Malaysia waren mit Ihrem Zelt schon einige Monate hier und kümmerten sich gegen Kost und Logie für Ordnung und Sauberkeit der Cabanas und dem Camping.
Wir durften auf der grünen Wiese parken, denn die eigentlichen Stellplätze waren durch coronabedingt abgestellte Fahrzeugen besetzt.


Wir nutzten die Zeit um die direkte Umgebung von San Pedro mit dem Fahrrad zu erkunden. Erstes Ziel war das Quebrada del Diablo. Leider ging es nur bis zum Kassenhäuschen, dann war Ende: wegen Corona geschlossen und keine Möglichkeit am „Aufpasser“ vorbei zu kommen. Ein Versuch, über den angeblich unbewachten Hintereingang hinein zu gelangen ist ebenfalls gescheitertm, dieser war durch Geröll verschüttet 😬


Aber es gibt ja noch mehr Täler zu erkunden. So sind wir zum Valle de la Muerte geradelt. Aber auch hier: Leider geschlossen. Nachdem es hier keinen Bewacher gab, ist Timo am Zaun vorbei geklettert und hat wenigstens ein paar Fotos geschossen.


Es hätte noch das Valle de la Luna gegeben, aber da wussten wir dass die reguläre Zufahrt auch geschlossen war und die Strecke zum „Hintereingang“ war für das Fahrrad zu weit.
Zurück in San Pedro de Atacama ging es nach der Dorfbesichtigung zum Mittagessen.






Mit vollem Bauch gings in der Mittagshitze zurück zum Camping und natürlich an den Pool 😅


Am Montag morgen sind wir ganz früh die 100 km zurück nach Calama zur Mercedes Werkstatt gefahren. Von San Pedro geht es dabei durch die Cordillera del la Sal, einer bizarr aussehenden Karstlandschaft.

Die Mitarbeiter bei Mercedes hatten – obwohl zwischen Weihnachten und Neujahr – richtig viel zu tun. Irgendwann hat sich dann auch jemand um uns gekümmert. Felipe unser Serviceberater, so wie seine drei Kollegen konnten kein Englisch, somit lief die gesamte Kommunikation mal wieder über den Translater. Nachdem wir schon ziemlich genau wussten dass die Lichtmaschine kaputt war haben wir uns ein Angebot für einen Austausch erstellen lassen. Der erste genannte Preis für das Ersatzteil war happig. Aber Felipe konnte bei der Zentrale von Mercedes Kaufmann in Santiago noch einen Rabatt aushandeln. Es dauerte alles sehr lange und wir mussten bezügl. der zu erwartenden Kosten noch ein bisschen Nachdenken. Für eine Reparatur am selben Tag war es zu spät, so dass wir für den nächsten Tag einen Termin zur Reparatur vereinbarten.

Nachdem Calama wegen Kriminalität und Drogen nicht den besten Ruf genießt und der örtliche Campingplatz geschlossen war sind wir einige Kilometer Richtung Chiuchiu ins grüne Tal des Rio Loa gefahren. Hier haben wir einen schönen und ruhigen Übernachtungsplatz gefunden.


An nächsten Morgen zurück in der Werkstatt war wieder warten angesagt. Trotz Termin hat sich das ganze ziemlich hingezogen. Zwischenzeitlich sind wir mit Uber fürs Mittagessen in die Shoppingmall von Calama gefahren.



Letzendlich war die Reparatur erfolgreich. Die neue Lichtmaschine liefert wieder Strom und alle Warnlichter sind aus. Jetzt konnte es zurück nach San Pedro gehen.
Auf dem Weg zum Paso Sico liegen die Lagunen Cejar und Tebinquinche am Salar de Atacama. Vor allem die Lagune Cejar hätte uns interessiert, denn lt. Reiseführer eine „Mini-Version des Toten Meeres“ in der man sich auf Grund des hohen Salzgehaltes mühelos treiben lassen kann. Aber leider waren alle Lagunen geschlossen.


Die Strasse zum Paso Sico hatte eine moderate Steigung und war landschaftlich wunderschön. Vorbei an den Ortschaften Toconao und Socaire mit Blick auf ein Reihe von Vulcanen sind wir dann auf ca. 4.000m beim Salar de Talar angekommen.





Leider waren alle Zufahrten zum Salar, dieses mal aus Naturschutz-gründen, blockiert. So haben wir am Strassenrad geparkt und sind zu Fuß los gegangen. Wir sind noch nicht sehr weit gelaufen, da ist doch tatsächlich ein Ranger angefahren gekommen und hat uns zurück gepfiffen. Auch zu Fuss darf man nicht mehr zum Salar gehen 🙄. Der einzige erlaubte Zugang, natürlich mit Kassenhäuschen, ist wegen Corona geschlossen. Immerhin war der Aussichtshügel Aquas Calientes frei zugänglich.


Weiter der Strasse entlang sind wir noch an weiteren Lagunen vorbeigekommen. Aber überall waren Schildchen „betreten/befahren aus Naturschutzgründen verboten“. Die ganze Region gehört zum Los Flamencos Nationalpark. Erst am Chilenischen Grenzhäuschen vor der argentinischen Grenze konnten wir für einen kleinen Spaziergang zum Salar El Laco abfahren.



Wieder zurück in Richtung San Pedro haben wir unseren fantastischen Übernachtungsplatz bei ein paar spektakulären Felsformationen bezogen.


Da es sehr windig war haben wir direkt hinter einem Felsblock geparkt und die aufziehenden Gewitterwolken beobachtet.







Mitten im Gewitter gab es auch ein paar Graupelschauer, aber danach war der Himmel wieder Klar und mit dem Vollmond am Himmel sah das Panorama noch besser aus.

Und am nächsten Morgen beim Blick aus unserem Fenster war weiterhin kein Wölckchen zu sehen.




Auf dem Rückweg haben wir dann nochmal am Aussichtshügel vom Salar de Talar angehalten. Das Wetter war so perfekt, dass wir unbedingt noch ein Foto für die Neujahrsgrüße machen mussten.




Nachdem in San Pedro coronabedingt keine Silvesterparty stattfinden würde, sind wir zum chillen am Pool nochmal auf den Camping gefahren. Hier waren jetzt schon mehr los und ein paar chilenische Familien hatten in der Zwischenzeit die Zelte aufgebaut und die Silvestervorbereitungen gestartet.
Alles in allem war es ein sehr ruhiger Abend, keine laute Musik, keine Party – eher ein gemütliches Beisammensein unserer Nachbarn am Grill. Für uns ging das Jahr 2020, dass – wie für viele anderen auch – völlig ungeplant verlief, unspektakulär in trauter Zweisamkeit zu Ende. Und zu unserer Überraschung gabe es doch noch am Himmel über San Pedro ein kleines Feuerwerk.


Für uns war es jetzt definitiv die letzte Nacht in San Pedro de Atacama, denn unsere „Auszeit“ geht zu Ende und wir haben noch ca. 1.600 km Rückweg vor uns. So ging es nach Verabschiedung von Mauricio, Giaco und Violet, ausgestattet mit vielen Streckenempfehlungen wieder zurück auf die Piste.
