El Chalten / Fitz Roy und der 15.03.2020

14.03. bis 17.03.2020

Von El Calafte bis nach El Chalten sind es über die legendäre Routa 40 nur 215 Kilometer. Die Routa 40 ist an dieser Stelle schon ausgebaut und geteert so dass die Fahrt flott voran ging.

El Chalten liegt am Fuße des Fitz Roy-Bergmassiv und ist ein Eldorado für Wanderer und Bergsteiger. Der Ort wurde erst 1985 gegründet und besteht mehr oder weniger nur aus touristischer Infrastruktur. Am Ortseingang gibt es eine Wiese auf der man parken und übernachten darf. Von hier aus starten auch die meisten Wanderungen. Hier wollten wir ein paar Tage stehen bleiben, aber dann sollte alles anders kommen.

die WoMo-Wiese am Ortseingang

Da wir spät angekommen sind und das Wetter durchwachsen war sind wir in den Ort gefahren. Entlang der Hauptstrasse haben uns aus einer Pizzeria zwei Personen wie wild zu gewunken. Wir haben uns noch gewundert und 2 Sekunden später den LandCruiser von Janine und Flo entdeckt. Jetzt wussten wir wer gewunken hatte. Kurz unser Womo am Straßenrand geparkt und rein in die Pizzeria. Janine und Flo haben wir in Uruguay am Paraiso Suizo kennen gelernt. Abends haben wir zusammen bei einer Flasche Rotwein die jeweiligen Reiserouten und Empfehlungen ausgetauscht.

Am nächste Morgen, Sonntag dem 15.03.2020 sollte es gemäß Wettervorhersage schön werden und so sind wir zur Touristeninformation um uns eine Karte und Empfehlungen zu den Wanderwegen zu holen.

Das Visitor-Center war geschlossen 😳 und es standen weiter Personen mit ratlosen Gesichtern vor dem Gebäude. Eine nette Rangerin, die den Zugang zu den Wanderwegen bewachte, hat uns dann aufgeklärt das auf Grund Corona alle Nationalparks in Argentinien geschlossen wurden. Was nun?

Wir sind dann nochmal in Ort reingefahren, denn auf der WoMo-Wiese war kein Telefonempfang und in der Ortsmitte gab es kostenloses WLAN. Bei der Einfahrt in Ort musste man schon seine persönlichen Daten angeben und Gesundheitsfragen beantworten.

Am WLAN-Platz haben wir dann auch Edin und Jaqueline wieder getroffen, die wir schon im Torres del Paine getroffen haben. Nachdem die Recherche ergab dass die Nationalparks bisher nur in Argentinien geschlossen wurden und wir sowieso nach Chile weiterfahren wollten, haben wir uns auf den Weg gemacht. Es war zu vermuten dass die Grenzen nach Chile ebenfalls dicht gemacht werden könnten. Edin und Jaqueline mit dem gleichen Ziel. Flo und Janine wollten in Argentinien bleiben.

Flucht aus El Chalten – vorher noch schnell tanken.

Um nach Chile zu kommen gab es zwei Möglichkeiten. Entweder die kürzere (631 km), aber ungeteerte Variante über den kleinen Grenzübergang Roballos oder die längere (716 km), aber dafür größtenteils geteerte Variante über den Grenzübergang bei Los Antiguos.

Wir hatten uns für die kürzere Variante entschieden, den wir dachten zum einen ist der kleinere Grenzübergang bestimmt unkomplizierter und zum anderen fährt man dann direkt nach dem Grenzübergang in bzw. durch den kostenlosen Nationalpark Patagonien der sehr schön sein soll. So die Theorie 😉

Da 600 km sowieso in einem Tag nicht zu schaffen sind haben wir zur Übernachtung noch ein Stop am Lago Cardiel eingelegt. Das war auch notwendig, denn die Ruta 40 ist bis dahin noch nicht ausgebaut und die Strasse war in extrem schlechten Zustand.

weit und breit nichts außer Schafe und Füchse

An nächsten Tag ging es wieder zurück auf die Ruta 40. Die war dann auch größtenteils geteert, aber ebenfalls in so einem schlechten Zustand dass man gerne wieder auf der Schotterstrecke gefahren wäre.

Kurz nach Bajo Caracoles ging es links ab in die Walachei. Wettertechnisch durchwachsen war die Strecke die ersten 80 km ziemlich langweilig, aber dann wurde es richtig schön.

Lago Ghio

Kurz vor der chilenischen Grenze dann die Enttäuschung. Zwei nette Herren (Ranger ?) haben uns angehalten und erklärt dass Chile die Grenze Roballos geschlossen hat. Wir können aber noch über Los Antiguos nach Chile wechseln. Wir sollen einfach die Ruta 41 weiterfahren ca. 90 km, dann kommen wir direkt dort raus. Warum die Grenze zu war konnten wir leider mangels unserer Spanisch-Kenntnisse nicht in Erfahrung bringen.

Jedenfalls war die Strecke (RN41) durchs Gebirge so schön, dass wir rumgetrödelt haben und unterwegs nochmal einen Übernachtungsplatz brauchten.

unser Übernachtungsplatz irgendwo im Gebirge an der RN41

Am nächsten Tag sind wir bei strahlendem Sonnenschein weiter nach Los Antiguos gefahren.

Ziel in Sicht: Lago Buenos Aires
Aussichtsplattform bei Los Antiguos mit Blick auf das argentinische Grenz-Häuschen
Zufällig an der Tankstelle bei Los Antiguos entdeckt: wir sind eine offizielle „Escenica“-Route gefahren

An der Grenze waren wir das einzige Auto. Am argentinischen Häuschen haben sie uns bei der Ausreise erklärt dass es die nächsten 30 Tage kein Zurück geben wird. Sollte nicht so schlimm sein, denn Chile ist ja lang, da kann man sich 30 Tage locker aufhalten 🤗. Dann über den Rio Jeinimeni gefahren zum chilenischen Häuschen.

Hier wurden wir von einer ganzen Armada in Empfang genommen. Zuerst mussten wir zwei Seiten Fragebogen ausfüllen wo wir die letzten 30 Tage waren. Dann ging’s zum Fiebermessen. Nachdem wir das alles Bestanden haben wurden die Einreisedokumente bearbeitet und gestempelt. Dann wieder die obligatorische WoMo-Kontrolle nach rohen Lebensmittel. Da wir in El Calafate großzügig eingekauft hatten, es war ja nicht der Plan so schnell nach Chile zu fahren, mussten wir alles gut verstecken und es war auch gut so. 3 Kontrolleure hatten Zeit sich um unser Auto zu kümmern. Wir mussten alle Klappen und Schränke aufmachen und unser WoMo hat viele (!). So intensiv wurden wir vorher noch nie kontrolliert, aber außer einem Opfer-Ei, einer Opfer-Banane und einer Paprika die ich beim Verstauen übersehen habe, war alles ok. Nur Timo musste ein bisschen Schwitzen denn beim Öffnen der Klappe an der Heckgarage ist dem Kontrolleur ein Gecko entgegen gesprungen. Aber der Herr war ganz entspannt und wir durften nach Chile einreisen.

Geschafft: Chile Chico, direkt nach der Grenze. Yeah !
Übernachtungsplatz angesteuert und darauf erst mal ein Bier 🍻
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