10.05. bis 15.05.2020
Um dem Regen zu entfliehen haben wir uns für eine größere Etappe nach Norden entschieden. Das Ziel sollte der Salto del Laja sein. Nach unserem Reiseführer auch als Miniausgabe der Iguazu-Wasserfälle beschrieben. Hört sich doch interessant an, oder nicht?
Der Salto del Laja ist in der nächsten Region BioBio und nach unseren letzten Erfahrungen hinsichtlich Blockaden sind Regionsgrenzen einfacher über die kostenpflichtige Autobahn (Ruta 5) zu bewerkstelligen. Da wir unterwegs an Los Angeles vorbei fahren und dort unsere Lieblings-Supermarktkette Jumbo vertreten ist, brauchten wir vorher noch einen Übernachtungsplatz.


Die Fahrt über die Autobahn war problemlos und außer einmal Fiebermessen an einer Mautstation gab es keine Hürden. Übernachtet hatten wir bei Santa Barbara am Flussufer des BioBio.


Am nächsten Morgen ging’s dann bei sonnigem Wetter nach Los Angeles zum Großeinkauf und dann weiter an die Wasserfälle.


Unterwegs hatten wir einen faszinierenden Blick auf die Sierra Velluda, 3.585m hoch und Bestandteil des Laguna del Laja Nationalpark.

Bei dem Salto angekommen war natürlich alles geschlossen. An der Souvernier-Meile und den zig Campingplätze und Restaurants die drum herum waren muss da in der Saison die Hölle los sein. Von der Strasse aus konnte man den Wasserfall in der Ferne sehen. Hier stürzt der Rio Laja ungefähr 50 Meter in die Tiefe.

Von Manuel und Sandra hatten wir den Tip bekommen vor dem Eingang einfach hin und her zu laufen, bei Ihnen kam dann jemand und hat sie reingelassen. Bei uns hat das nicht funktioniert. Wir waren vermutlich Nachmittags zu spät dran. Also zunächst mal ein Übernachtungsplatz angesteuert und dann wollten wir das am nächsten Morgen nochmal versuchen.
Wir hatten ein paar Kilometer am Fluß Laja entlang ein ruhiges Plätzchen empfohlen bekommen.



Am Übernachtungsplatz stand schon ein VW-Camper mit polnischem KFZ-Kennzeichen, der oder die Eigentümer waren aber nicht zu sehen.

Am nächsten Morgen sind wir wieder an die Saltos gefahren und da mussten wir gar nicht vor dem Eingang hin und her laufen, da kam sofort ein Mann von der gegenüberliegenden Straßenseite und hat uns die Barrikade verschoben und schwups waren wir drin, auf dem Fußweg zum Wasserfall.





Nachdem wir so viel Glück 🍀 hatten und uns die Sierra Velluda so beeindruckt hatte, wollten wir es jetzt mit dem Nationalpark Laguna del Laja probieren.

Auf Nebenstraßen sind wir bis fast vor den Nationalpark an einen schönen Übernachtunsplatz gefahren.




Am nächsten Morgen waren es noch ein paar Kilometer bis zum Eingang … aber leider geschlossen.





Unterwegs hat unser Reifenluftdruck-Kontrollsystem vorne links etwas Luftverlust angezeigt. Nach Begutachtung des Reifens hatten wir die Ursache schnell gefunden. Da steckte doch tatsächlich ein Schraube drin 😳

Nichts dramatisches, aber da Los Angeles sowieso auf dem Rückweg lag sind wir dort in eine Reparatur-Werksatt gefahren.


Super professionell wurde uns kurzfristig der Reifen repariert und dass ganze für ca. 10 EUR inklusive Radmontage.
Ein paar 100m weiter ist auch eine Niederlassung des Mercedes-Autohaus Kaufmann mit Hauptsitz in Santiago und nachdem wir jetzt sowieso einen Boxenstopp eingelegt hatten, wollten wir gleich mal fragen ob sie die kaputten Radbolzen an unserem rechten Hinterrad austauschen können. An einem wurde, vermutlich bei der letzten Reifenreparatur in Argentinien, das Gewinde beschädigt.
Leider sind wir genau in der Mittagspause aufgeschlagen so dass wir freundlich mit Kaffee ausgestattet im Wartebereich platziert wurden bis dann der Servicemitarbeiter aus der Pause kam.

Mit Ricardo hatten wir Glück, leider verlief die Kommunikation mehr oder weniger nur in Spanisch, aber er hat sich sehr viel Mühe gegeben uns mit Hilfe von Google-Translate zu verstehen. Nach Begutachtung unseres Problems und Rücksprache mit dem Meister und dem Lagerrist konnte geklärt werden dass die nötigen Ersatzteile am Lager sind und wir am nächsten Morgen um 08:30 Uhr einen Termin haben können.

Nachdem der Kostenvoranschlag akzeptabel war hatten wir dem Termin zugestimmt und sind in Ermangelung eines Übernachtungsplatz in Los Angeles wieder die 30 Km an den Fluss Laja gefahren.
Dieses mal waren wir früher daran und unser polnischer Camper-Nachbar hat sich als Alleinreisender Deutscher entpuppt. Wir haben uns ein bisschen unterhalten. Er ist von Kolumbien kommend auf dem Weg nach Süden und parkte hier schon mehrerer Wochen. Irgendwie ein schräger Vogel, schrieb gerade seine Memoiren und das gefühlt im Alter von höchstens 35 Jahren.

Für den nächsten Morgen haben wir uns nach langer Zeit mal dem Wecker gestellt damit wir auch pünktlich am Autohaus ankommen. Hätte auch fast geklappt wenn wir auf der Autobahn nicht die Ausfahrt verpasst hätten. Mit ein paar Minuten Verspätung wurden wir schon erwartet und unser LKWle wurde in die Werkstatthalle gefahren. Wir wurden wieder mit Kaffee ausgestattet im Wartebereich platziert.

Nachdem alles demontiert war durfte Timo in die Werkstatt und sich den Zwischenstand anschauen. Es sah alles sauber sauber und professionell aus.

Ca. 5 Stunden später war dann alles erledigt. Ricardo hat noch eine Probefahrt absolviert und Timo wurde zur Kasse gebeten. Das ganze hat ca. 250 EUR gekostet ein fairer Preis, in Deutschland wäre es teurer geworden.

Zum Übernachten sind wir dann ein letztes mal zum Salto del Laja gefahren, denn ab jetzt soll’s ans Meer gehen und dafür war es nun schon zu spät.