08.01. bis 11.01.2021
Update: 04.12.2021 – 11 Monate später sind wir wieder auf dem Weg nach Chile. Zur Einstimmung noch den letzten unveröffentlichten Bericht. Ist irgendwie untergegangen 🥴. Wir wissen noch nicht wie oft wir zum Blogschreiben kommen, aber oben ist ein Link zu Instagramm, da werden wir sicher öfters Bilder einstellen.
Wie im vorherigen Blog erzählt mussten wir kurzfristig den Flug umbuchen und den Rückweg über Madrid anstatt Sao Paolo nehmen. Die Zeit für den Zwischenstopp in Madrid war mit einer Stunde und 5 Minuten knapp bemessen, aber nachdem die Variante von der Airline so vorgeschlagen und buchbar war, waren wir zuversichtlich dass es schon klappen würde.

Beim Einchecken in Santiago wurde penibel geprüft ob wir auch alle Transit- und Einreisevoraussetzungen für das Zielland erfüllen. U.a. auch, ob die digitale Einreiseanmeldung für Deutschland durchgeführt wurde (!).
Nachdem alle Voraussetzungen erfüllt waren durften die Koffer abgegeben werden.

Der Wartebereich wurde dann seinem Namen gerecht, denn unser Abflug verspätete sich.

Das könnte knapp werden mit unserem Anschluss, aber vielleicht hat der Anschlussflug ja auch Verspätung.

Ungefähr eine Stunde vor unserer geplanten Ankunft in Madrid hatten wir die Stewardess gefragt wie es mit dem Anschlussflug aussieht. Sie meinte nur wage es könnte sein, dass wir gar nicht in Madrid landen. So richtig verstanden warum hatten wir das zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein paar Minuten später sah unsere Route dann so aus:

In der Zwischenzeit lieferte der Kapitän aus dem Cockpit auch die Erklärung: Wegen Schneesturm wurde der Flughafen Madrid komplett gesperrt.
In Barcelona angekommen war eigentlich alles gut organisiert. Unser Gepäck wurde ausgeladen und es standen Busse bereit die uns in ein Hotel fuhren. Auch beim PCR-Test, der zur Einreise nach Spanien Vorraussetzung gewesen wäre, wurde schweren Herzens von den Gesundheitsbeamten beide Augen zugedrückt. Mit ausgefülltem Fragebogen und Fiebermessen durften wir offiziell einreisen.

Der Bus fuhr uns 43 Km in ein Hotel in einem Vorort von Barcelona.

Coronabedingt durften im Hotel nur zwei Angestellte gleichzeit arbeiten und Hut ab von den zwei Mädels die Check-In und Verköstigung einer ganzen Busladung managen mussten.

Am nächsten Morgen konnten wir den Medien entnehmen, dass der Flughafen in Madrid nach wie vor geschlossen bleibt.

Beim Frühstück gab es keine Informationen wie es jetzt weitergehen sollte. Den ganzen Vormittag haben wir versucht die Airlines LATAM und Iberia zu erreichen. Iberia fühlte sich nicht Zuständig für uns, da die Flugbuchung über LATAM erfolgt ist und bei LATAM hatten wir nur die Reservierungs-Hotline erreicht, die einen begonnenen Flug nicht umbuchen konnte. Die Umbuchung hätte nur von der „Operativen“ direkt am Flughafen von Barcelona durchgeführt werden können aber da waren wir Kilometer weit weg davon 😕.

Auf dem Weg zum Hotel haben wir mit Marlon, ein in Chile lebender Deutscher, einen weiteren Leidensgenosse kennengelernt. Marlon hatte sein Anschlußflug mit Lufthansa, aber auch über die dortige Hotline konnte Ihm keiner helfen.

Parallel haben wir im Internet verfolgt wie der letzte Flug für diesen Tag von Barcelona nach Deutschland abhob – ohne uns 🥺.
Nachdem wir uns nach dem Mittagessen schon auf einen weiteren Tag im Hotel in Barcelona eingestellt hatten, kam plötzlich Bewegung in unsere Mitgestrandeten. Es war ein Bus vorgefahren und es kamen die ersten Stimmen auf, dass es mit dem Bus nach Madrid gehen sollte. Es war jetzt immerhin schon nach 16:00 Uhr und von Barcelona nach Madrid sind es ungefähr 600 km.
Aber der Bus ist dann wieder ohne Mitfahrer abgefahren. Während wir noch mit der Rezeption am verhandeln waren wie es mit uns jetzt weiter gehen sollte ist der nächste Bus vorgefahren. Jetzt wurde es Ernst. Klare Ansage, alle müssen jetzt mit dem Bus nach Madrid fahren – auch wir.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keinen direkten Kontakt mit einem Vertreter der Airline. Beide Busfahrer wusste zu Beginn unsere Abfahrt auch noch nicht wo sie uns bzw. die anderen Mitreisenden abzusetzen hatte. Immerhin hatten wir ja jetzt noch 6 Stunden Zeit das während der Fahrt zu klären.

Während unserer langen Busfahrt hatte Timo dem Busfahrer klargemacht dass wir zum Übernachten nicht einfach nur am Flughafen abgesetzt werden wollen sondern in ein Hotel möchten, falls sich mal ein Vertreter der Airline melden sollte. Und tatsächlich wurden endlich unsere und Marlons Handy-Nr. weitergegeben und Kontakt mit uns aufgenommen. Irgendwie scheinen wir durchs Raster gefallen zu sein, denn die Airline hatte überhaupt nicht auf dem Schirm, dass wir gar nicht nach Madrid, sondern nach Deutschland wollten.
Nach längerem Hin und Her hatte LATAM dann doch das Einsehen, dass sie um eine weitere Hotelübernachtung für uns nicht umhin kommt. So durften wir im Flugpersonal-Hotel übernachten, denn die Zimmer waren sowieso reserviert, aber wegen dem geschlossenen Flughafen gab es keine Stewardessen die die Zimmer benötigten.


Am nächsten Morgen ging es dann bei strahlenden Sonnenschein mit der Metro zum Flughafen.

Hier ging das Chaos und das bangen, ob unser Flug heute auch wirklich abhebt, erstmal weiter.


Nach mehreren Zeitverschiebungen ging es dann doch endlich los 😅




Wir hatten für unsere zwei wöchige Corona-Quarantäne im Vorfeld alles geplant und die Lebensmittel per Rewe-Lieferdienst nach Hause bestellt. Die Termine waren aber so begehrt, dass das dann nach unserer Flugumbuchung und des ungeplanten Madrid-Aufenthalts nicht mehr funktioniert hat. So ging dann nur noch Abhol-Service. Zum Glück hatte der Rewe am Frankfurter Flughafen bis 22:00 Uhr offen – sonst wären wir verhungert 😂

So endete unsere einjährige Auszeit mit vielen interessanten Eindrücken und Erlebnissen, vor allem netten Begegnungen und Bekanntschaften. Leider durch Corona nicht so wie geplant. Trotzdem haben wir in den 5 Monaten in Südamerika ungefähr 23.500 Km zurückgelegt.