Parque Nacional da Chapada Diamantina

16.04.2024 bis 19.04.2024

Der für brasilianische Verhältnisse kleine Abstecher ins Chapada Diamantina sind „nur“ 480 km und war in einem Tag zu schaffen.

Der Name Chapada Diamantina (Hochebene der Diamanten) entstand nach Diamantenfunden Mitte des 19. Jhs. Im Prinzip stellt sich die Hochebene stark zerklüftete dar und erinnert ein bisschen an Tafelberge.

Unser erstes Ziel ist der Ort Lençóis, der lt. unserem Reiseführer das touristische Zentrum der Chapada Diamantina ist und erst in der Zeit der Diamantenfunde entstanden ist.

Verhungern muss man in Lençóis nicht 😉

Abends war noch eine Opfer-Prozession der einheimischen afrobrasilianischen Gemeinschaft. Zuerst ging die Prozession durch den Ort und dann runter zum Fluß für die Opfergabe.

Video

Unsere erste kleine Wanderung sollte zu den Wasserfällen Serrano und Poço Halley gehen. Nachdem wir Eintritt für den kleinen lokalen Parque Municipal da Muritiba bezahlt hatten, wurde uns schon mitgeteilt, dass wir ohne Guide außerhalb des Parks nicht wandern dürfen. Wir haben freundlich genickt uns uns gedacht, so ein Quatsch wegen knappen 2 km bis zum Wasserfall, aber an der „Grenze“ waren so viele „Aufpasser“ stationiert, dass es wirklich nicht möglich war daran vorbeizukommen. Also brauchten wir einen Plan B.

Piscinas Naturais do Serrano

Nördlich des Orts gab es einen Wanderweg zum Wasserfall Ribeirão do Meio, vielleicht hatten wir ja da Glück und man lässt uns mal ohne Guide wandern.

Und wir hatten Glück, es war eine nette kleine 2,5 km-Wanderung, auf halbem Weg mit „Versorgungsstation“ und Bademöglichkeit am Wasserfall.

„Versorgungsstation“
Ribeirão do Meio

Nachdem das jetzt so einfach war mit unsere Wanderung zum Wasserfall und wir noch Lust auf mehr Abendteuer hatten, sind wir weiter am Fluss entlang, den Pfad zum Aussichtspunkt des Wasserfalls Sossego marschiert. Lt. Maps 3,4 km, also in vernünftiger Zeit hin und zurück zu schaffen.

auch wenn das Wasser über die Felsen den Berg runter kommt ist es irgendwie braun. Sei in den Tropen normal, wurde uns erklärt 🤗

Leider mussten wir kurz vor Ziel, ohne Blick auf den Wasserfall, umkehren, denn das Wasser war zu hoch und die Strömung zu stark um es zu riskieren, auf die andere Seite des Flusses zu kommen.

hier endet der Weg für uns 😐

Bis dahin war das Abenteuer überschaubar, aber auf dem Rückweg hatten wir einen Schock-Moment, als uns eine versteckt am Rand des Pfads liegende riesige Klapperschlange durch lautes fauchen und rasseln auf sich aufmerksam machte. Ihr könnt gar nicht glauben wie schnell man den Rückwärtsgang einlegen kann. Ich bin mir Sicher wir hätten den Kurz-Sprint jeder olympischen Disziplin gewonnen.

Cascavel (portugisisch), auf deutsch ist das eine Schauer-Klapperschlange

Jetzt lernt man ja immer, man soll durch stampfen und klatschen auf sich aufmerksam machen und die Schlangen würden sich dann schon verkriechen, da wir ja nicht zum Beuteschema einer Schlange gehören.

Aber die Schlange war hartnäckig. Nachdem wir sie nicht mehr gesehen haben dann also ein neuer Versuch und wieder Fauchen, Rasseln und wir beide im Rückwärts-Sprint. Alternative Wege gabe es nicht, links ging es unwegsames Gelände hoch, rechts die Felsen runter.

Nachdem wir die Schlage dann notgedrungen mit Steinen beworfen haben und sie sich dann doch entschlossen hat den Weg für uns frei zu geben sind wir ohne weiterer Schockmomente wieder an unserem WoMo angekommen.

Zeit für unser wohlverdientes Abendessen 😋, sind dann ja doch 12 km zusammengekommen.

An nächsten Morgen sind wir schon früh aufgebrochen und um den Nationalpark herum, auf die andere Seite der Chapada Diamantina zu fahren. Vom Vale do Capão aus kann mit 340 m der zweithöchste Wasserfall Brasiliens, der Fumaça, erwandert werden.

Ortsdurchfahrt durch Palmeiras, da gabs ein Stück da durften wir die Einbahnstraße gegen die Fahrrichtung fahren 🤗

Ab Palmeiras war Schluss mit geteerter Straße, ab da waren es noch ca. 20 km teils heftig ausgewaschene Piste bis wir im Dorf Capão angekommen sind.

Vorteil der Nebensaison war, dass wir gleich einen Parkplatz am Straßenrand gefunden haben und nach einem kleinen Frühstück gings los mit der 6 km Wanderung.

Zunächst musste man sich für die Wanderung registrieren und für eine kleine freiwillige Spende durften wir los marschieren. Die 6 km waren kein Spaziergang. Zunächst ging es ziemlich Steil nach oben auf ein 1.300 m hohes Plateau, auf dem es dann ewig lang einen mit Pfützen gespickten Pfad weiter ging.

Kurz vor dem Ziel musste noch das Wasser des Wasserfalls überquert werden um an die Kante des Plateaus zu kommen. Um den Wasserfall in voller länge zu sehen musste man sich schon wagemutig an die Abbruchkante vorarbeiten.

Video
Bevor es dann wieder zurück ging noch eine schnelle Abkühlung im Bach der um die Ecke als Wasserfall Fumaca das Plateau runterstürzt 😬

Wieder zurück haben wir zum Übernachten ein wunderschönes Plätzchen mit tollem Panorama gefunden.

Am nächsten Tag sind wir zum Sonnenuntergang aus dem Vale do Capão wieder heraus gefahren und haben als letztes Ziel den Morro do Pai Inácio angesteuert. Der berühmteste Tafelberg mit 1.150 m höhe ist ein beliebtes Sonnenuntergangs-Ziel und dementsprechend war viel los. Bisher mussten wir keinen Nationalpark-Eintritt bezahlen, hier waren 12 Real/Person fällig.

das ist nicht der Morro do Pai Inácio sondern der Morro do Camelo. Warum heißt der wohl so?

Nach kurzem steilen Aufstieg stehen man auf dem Plateau und kann die Aussicht in alle Himmelsrichtungen genießen.

unten auf dem Parkplatz steht unser WoMo, entdeckt?

Da man auf dem Parkplatz nicht übernachten darf hatten wir uns vorher schon eine Alternative ausgesucht, die wir in der Dämmerung ansteuern konnten. Es sollte bei einem Orchideen-Garten direkt um die Ecke einen großen Parkplatz geben. Leider stand bei der Beschreibung nicht dabei, dass die Zufahrt mit hohen Fahrzeugen wegen niederer Bäume schwierig sein könnte 🙈. Zum Glück gab es bei der Zufahrt genau eine Nische in die wir reingepasst haben. War zwar ein bisschen Schief, aber es war eine ruhige Nacht.

2 Kommentare zu „Parque Nacional da Chapada Diamantina

  1. Ach, wie kann man besser eine Arbeitswoche anfangen als eure Reiseberichte und die tollen Bilder zu genießen … 🙂

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  2. Vielen Dank für die tollen Berichte – Echt beeindruckend. Euch noch weiterhin viel Spaß, und passt auf die Schlangen auf :-). Grüße aus dem Schwarzwald von Timo und Heike mit Familie

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