24.04.2024 – 28.04.2024
Aracaju ist die Hauptstadt von Bundesstaat Sergipe und mit ungefähr 672.000 Einwohnern für brasilianische Verhältnisse winzig.
Südlich vom Stadtzentrum befindet sich der breite und Kilometer lange Strand Atalaia. Davor die 6 km lange Strandpromenade (Orla) und mittendrin ein Parkplatz auf dem sich die Wohnmobilisten treffen.


Eigentlich nicht unbedingt der schönste WoMo-Stellplatz, aber durch die gute Infrastruktur (viele Restaurants fußläufig erreichbar 😋) und den netten WoMo-Nachbarn, hat es und so gut gefallen, dass wir doch tatsächlich 3 Nächte geblieben sind.

Hier haben wir Bruna und Samuel wieder getroffen, die wir in Itacaré kennengelernt haben. Beide mit deutschen Vorfahren aus dem Süden von Brasilien, aber leider nur portugisisch sprechend. Aber irgendwie klappte die Kommunikation mit Translater dann doch ganz gut, wobei wir den Eindruck hatten, dass Bruna deutsch relativ gut verstand 😉.




Wenn man auf so einem zentralen Platz steht ergeben sich auch andere interessante Kontakte, so wurden wir von Horacio entdeckt, ein schon lange in Chile lebender Spanier, der gerade auf Urlaub mit seiner aus Spanien angereisten Freundin war. Horacio, selbstbewußt und redegewandt, bietet von Punta Arenas aus geführte Motorradtouren durch Patagonien an. Jetzt ist Winter in Patagonien und er genießt seinen Urlaub in der Sonne von Brasilien. Wenn Ihr also mal Lust auf eine Motorrad-Tour auf ausschließlich deuschten Motorrädern (BMW GS) durch Patagonien habt dann könnt Ihr Euch an patagoniarider.com wenden und viele Grüße von uns ausrichten.
Viel Sehenswürdigkeiten gibt es in Aracaju nicht zu bestauenen, aber unser Reiseführer befand die drei großen, nebeneinanderliegenden Märkte sehr interessant und so ließen wir uns von UBER dort hinfahren.
Wir starteten mit dem Mercado Antonio Franco, dessen Gebäude aus 1920 um den Turm herum angeordnet sind.


Direkt im Anschluss folgte der Mercado de Artesanato Thales Ferraz. Bei beiden Märkten gab es für uns hauptsächlich Kruscht und Krempel.

Interessanter war der große Mercado Municipal Maria Virginia Leite Franco. Hier gab es an tropischen Früchten über Fisch und Fleisch so ziemlich alles zum kaufen.







Ziemlich erschlagen auf Grund des vielen Trubels und der vielen Eindrücke gings dann mit UBER wieder zurück zu unserer WoMo-Oase.

Das wir so lange in Aracaju geblieben sind, lag vermutlich auch am KM Espetinho. Eine einfach Grill-Bude an der Straßenecke. Hier lernten wir das Espetinhos (Fleisch-)Spieße sind die auf dem Grill zubereitet werden. Man wählt einfach aus den verschiedenen angebotenen Spießen aus welche und wie viel man möchte, ebenso ein paar Beilagen. Super einfaches Prinzip und Mega lecker.

Im KM Espetinho wurden wir von Alex angesprochen. In perfektem Deutsch (!). Alex ist Brasilianer und seine Eltern betreiben in Aracaju ein Hotel (Pousada Santa Fé). Er kann so gut deutsch, da er einige Jahre zum studieren in Deutschland war.
Weiter ging die Reise an die Costa dos Corais (Küste der Korallenriffe) . Um dort hinzukommen muss der Rio São Francisco überwunden werden. Der Rio São Francisco ist von den rein brasilianischen Flüssen mit 3.161 km der längste. Uns stellte sich die Frage Brücke oder Fähre? Brücke wäre mit einem kleinen Umweg verbunden, aber dafür schneller. Fähre wäre der direktere Weg um wieder an die Küste zu kommen, dauert aber vermutlich länger. Wir entschieden uns für Fähre und wir brauchten sehr viel Zeit 😂. Das lag aber nicht an der Straße oder der Fähre, sondern an den interessierten Menschen im Zielort der Fähre: Penedo.



Nachdem wir von der Fähre runter gefahren sind haben wir gleich neben dem Supermarkt einen Parkplatz ergattert, praktisch, so konnte wir auch unsere Vorräte auffüllen. Kaum eingeparkt hielt ein Auto neben uns an. Der Fahrer begrüßte uns in tadellosem Englisch mit „Herzlich willkommen in Penedo“. Er ist hier Zahnarzt, überreichte uns seine Visitenkarte und meinte wenn wir irgendwie Hilfe bräuchten sollen wir uns einfach melden und wenn wir hier über Nacht bleiben möchten, dann gäbe es weiter links an der Promemade einen ruhigen und sicheren Stellplatz. Wir bedankten uns ganz herzlich und marschierten in den Supermarkt. An der Fleischtheke dann die nächste Überraschung. Der Mitarbeiter, sichtlich um Englisch bemüht, war ganz begeistert von uns wollte gleich ein Instagramm-Video mit uns haben. Die anderen Kunden mussten erstmal warten.
Überwältig von so vielen netten Leuten sind wir erstmal für einen Mittags-Snack und Badestopp ans Ufer des Rio São Francisco gefahren.

In der Zwischenzeit habe ich dem Reiseführer entnommen, dass Penedo den Titel „Ouro Preto des Nordostens“ trägt, ein Barockstädtchen von 1565 ist und neben einem Franziskanerkloster noch weitere historische Gebäude besitzt. Also haben wir noch eine Runde durchs Zentrum gedreht um die historische Sehenswürdigkeiten anzuschauen.








Kaum geparkt um noch ein letzes Foto von der Promenade zu schießen, sind wir wieder auf Bruno, den Zahnarzt, gestoßen. Er war gerade mit seinem Cousin im Gespräch und winkte uns zu. Eigentlich wollten wir weiter um das Forte noch zu fotografieren, aber dann kam sein Frau angefahren, der wir auch vorgestellt wurden und kurz danach kam dann Rafael vorbei. Und Professor Rafael, Dozent für Tourismus hat uns dann als lebendes Forschungs-Objekt in Beschlag genommen. Er betreibt einen Instragramm-Kanal auf dem er alle Reisenden, auf die er trifft zu Ihren Reisen Interviewt. Er war gar nicht mehr zu stoppen uns alle seine Gesprächspartner zu zeigen und so wurde es doch ziemlich spät bis wir endlich auf die letzten 45 km bis ans Meer aufgebrochen sind.


