04.06.2024 bis 16.06.2024
Der direkte Weg von Brasilia zu unserm Ziel in Paraguay geht doch tatsächlich durch den Bundesstaat Mato Grosso Do Sul. Mato Grosso Do Sul 🤔, liegt da nicht auch das Pantanal? Jetzt wurde die Landkarte herausgeholt und nochmal genauer ein Blick drauf geworfen – und gerechnet. Tatsächlich, über Bonito, dem Tor zum südlichen Pantanal, sind es nur 100 km Umweg. Was sind schon 100 oder 200 km Umweg bei einer verbleibenden Strecke von 1.800 km 🤗.



Also führte uns unser Rückweg noch ganz spontan ins südliche Pantanal und da gab es nur ein Ziel um die letzten Tage in Brasilien zu genießen, das Refugio Canaá 🥰.
Am Ende des Tals des Rio Salobra gelegen, ist das der perfekte Ort um einfach mal nichts zu tun oder sich den sportlichen All Inclusive-Angeboten zu widmen.




Auch gibt es dort die verschiedensten Tiere. Vor allem die seltenen Hyazinth-Aras, die hier in Scharen herumfliegen, haben uns total fasziniert.



Auch ein Nacktgesichthokko, eine Hühnervogelart, hat sich in Timo verliebt und ist ihm auf Schritt und Tritt gefolgt, sogar auf die Aussichtsplattform 😂.




Im Refugio Canaá hätten wir es noch länger ausgehalten, aber unser Visa neigt sich dem Ende zu und so nahmen wir die restlichen 380 km bis zur Grenze Ponta Pora/Pedro Juan Caballero in Angriff.
Unterwegs legten wir noch einen Übernachtungsstop in Bonito ein.


Zufällig fand gerade das Festa Junina statt und so gab es zu unserer Freude auch noch ein Abendunterhaltungsprogramm.





Genau passend zum letzten Tag unseres Visas sind wir an einem Samstag in Porta Pora angekommen.
Porta Pora (Brasilien) und Pedro Juan Caballero (Paraguay) sind nur durch eine „Grenz“-Straße getrennt, einen „richtigen“ Grenzübergang gibt es nicht. Man muss sich dort um seine Ausreise- bzw. Einreisestempel schon aktiv selbst kümmern und das ist eine kleine Challenge.

Zuerst zur Policia Federal (Migracao) Brasil für den Ausreisestempel, dann 3 km weiter zur Receita Federal Brasil für das „canceln“ des TIPs (temporäre Import Permision) fürs Fahrzeug. Dann das gleiche für Paraguay, nochmal 2 km weiter, jetzt auf der anderen Straßenseite der „Grenz“-Straße zur Migraciones Paraguay für den Einreise-Stempel und dann wieder zurück zur Aduana (Zoll).

Bis dahin lief alles super, aber dann war unsere Glückssträhne zu Ende. Der paraguayische Zoll ist Samstags geschlossen 😮 😠. Sonntags dann natürlich auch, so mussten wir bis Montag warten.
Naja, es gibt schlimmeres als sich die Zeit an dieser Grenze zu vertreiben denn in Pedro Juan Caballero gib es mit China Shopping und Planet Outlet zwei gigantische Einkaufscenter bei denen es von Klamotten über Lebensmittel bis zum Werkzeug so ziemlich alles zu kaufen gibt. Praktischerweise angegliedert ist noch ein Food Court und so war der Sonntag gerettet.





Am Montag sind wir dann früh am Morgen beim Zoll in Paraguay wieder vor verschlossener Tür gestanden 🤨. Der Security-Mitarbeiter hat uns zwar ins Gebäude gelassen uns dann aber erklärt, dass am Mittwoch Feiertag in Paraguay ist und damit man auch was vom Feiertag hat, wurde der Feiertag von Mittwoch auf Montag vorverlegt.

Das gibt es doch nicht 🙈. Also nochmal ein Tag fürs Shopping Center und lecker Spießchen (Espetinhos) essen am Abend.


Am Dienstag hatten wir dann das Thema TIP fürs WoMo endlich auch abgehakt und waren gerade am beschleunigen aus der Ortschaft raus den Berg hoch als bei unserm LKWle ein rotes Licht an und der Motor aus ging. Der Motor ließ sich zwar wieder starten aber sicherheitshalber hat Timo mal die ganzen Fehlercodes ausgelesen und die hörten sich sehr dubios an. Irgendwas passte mit der Dieseleinspritzung nicht, vielleicht ist es Zeit mal den Dieselfilter zu wechseln. Gleich am Ortsausgang haben wir eine Scania Werkstatt gesehen.


Der Dieselfilter war schnell gewechselt aber der sah überhaupt nicht gut aus.

Nach der Probefahrt war schnell klar, dass war noch nicht die Lösung des Problems.

Also wurde jetzt systematisch von Dieseltank bis zur Hochdruckpumpe geprüft ob Diesel ankommt. Irgendwann war der Tag dann zu Ende und wir standen immer noch in der Werkstatt.
Netterweise durften wir zwischen zwei richtigen (😉) LKWs parken und im Hof der Werkstatt übernachten.

Am nächsten Morgen wurde versucht mit dem vorhandenen Universal-Diagnosegerät den Fehler genauer zu analysiere aber leider waren die Möglichkeiten bei Scania begrenzt.

Der Chef war sich sicher dass es mit der Dieseleinspritzung zu tun hat, aber eine genauere Diagnose bzw. eine evtl. daraus resultierende Reparatur war bei Scania nicht möglich.
Gegen Mittag haben wir uns entschieden die 450 km nach Asuncion in Angriff zu nehmen um in die Mercedes/Fuso-Werksatt zu fahren. Übrigens: für die zwei halben Tage wollte Scania keinen Peso von uns haben, da sie unser Problem nicht lösen konnten. Im Gegenteil, Timo hat noch ein Firmen-T-Shirt zum Abschied geschenkt bekommen.


Mit äußerst sensiblem „streicheln“ des Gaspedals hat Timo unser LKWle immer im unteren Leistungsbereich durch Paraguay manöveriert. Zum Glück ging es tendenziell eher abwärts und steile Steigungen waren keine zu überwinden. Eine Übernachtung später sind wir dann bei Mercedes Halley in Limpio/Asuncion angekommen.

Ganz professionell wurden wir vom Serviceberater empfangen, es wurde uns erklärt sie analysieren jetzt das Problem und dann bekommen wir einen Kostenvoranschlag für die Reparatur. Wir können uns jetzt in die Kantine begeben und was trinken, sie geben uns dann Bescheid. So einfach ließen wir uns nicht abspeisen. Timo ist beim LKW stehen geblieben um zu sehen was gemacht wird. Es war auch Besser so, denn es hatte den anschein dass Europa-Fuso nicht gleich Südamerika-Fuso oder warum nimmt der Kollege den Luftfilter auseinander wenn wir doch ein Problem mit der Dieseleinspritzanlage haben?
Nach ungefähr zwei Stunde mit völlig unkoordinierter Vorgehensweise und letztendlich mit den identischen Schritten die Scania auch schon geprüft hatte, kam der Geschäftsführer Sergio persönlich mit dem Diagnosegerät vorbei und erklärte dass der Raildruck-Sensor kaputt ist.

Ob der Sensor wirklich kaputt oder nur der ankommende Raildruck unplausibel ist, konnte der Meldung so nicht entnommen werden. Jedenfalls ist der Sensor in Paraguay nicht verfügbar und muss aus Deutschland bestellt werden. Nunja, wir bedankten uns ganz herzlich, erzählten dass wir in fünf Tagen sowieso nach Deutschland fliegen und dann den Sensor mitbringen würden und waren froh dem ganzen Trauerspiel ein Ende bereit zu können. Im Gegensatz zu Scania, mussten wir hier unsere Werkstattstunden bezahlen, für Tätigkeiten die wir nicht wollten und einer fragwürdigen Diagnose.
Wir hatten erstmal genug von Werkstätten. Jetzt ging es auf direktem Weg, immer noch mit unverändert reduzierter Leistung, auf den Camping zu Astrid und Chris.
Die letzten fünf Tage waren wir beschäftigt den Camper „abstellbereit“ zu machen und mit den deutschen Werkstätten zu telefonieren welche Möglichkeiten bestehen der genauen Ursache unserer Fehlermeldungen auf den Grund zu gehen.



Und so vergingen die Tage viel zu schnell ohne wirklich mit der Problemanalyse weiter gekommen zu sein. Im nachhinein waren unsere beiden Werkstätten in Deutschland sicher dass wir entweder an einer Tankstelle Kerosin abbekommen oder die beigesetzten Additive beim teuer getankten Shell-Evolux-Diesel zur Zerstörung unseres Dieselfilters geführt haben, Die alte Version unseres Filter sei diesbezüglich etwas empfindlich, ärgerlich dass die Werkstatt in Chile uns bei der Letzten Wartung die alte und nicht die neue optimierte Version eingebaut hat, was nun gravierende Folgen hat.


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Ob wir unser LKWle repariert bekommen haben und ob unsere Reise weiter gehen kann, könnt Ihr jetzt auf FindPenguins erfahren.
https://findpenguins.com/0ks30lhnvabsr/trip/66f42d3e52d2d2-52820754
Die Registrierung ist kostenlos, nach der Registrierung „lkwle on tour„ folgen, dann könnt ihr unsere Berichte inkl. Route sehen.