Recife, João Pessoa bis zum östlichsten Punkt Südamerikas und dem Anfang der Transamazonica

01.05.2024 bis 03.05.2024

Auf unserem Weg weiter an der Küste entlang nach Norden haben wir Recife, die Hauptstadt des Bundesstaats Pernambuco, erreicht.

Es war Mittwoch aber komischerweise hatten alle Geschäfte, an denen wir vorbei gefahren sind, geschlossen. Ist der 01. Mai in Brasilien vielleicht auch ein Feiertag? Ja, der 01.05. ist auch in Brasilien der Tag der Arbeit und … Feiertag!

Sonntags oder eben an Feiertagen gibt es dann oft Grillhähnchen an der Straße und so war das Mittagessen auch gesichert.

Gleich am Anfang der kilometerlangen Strandpromenade waren noch Parkplätze verfügbar, so konnte das Hähnchen bei schöner Aussicht verspeißt werden.

Das es hier noch Parkplätze gab, lag vielleicht auch daran, dass es an diesem Strandabschnitt wegen gelegentlichen Hai-Angriffen nicht so sicher zum Baden sein soll.

Weiter an der Strandpromenade entlang wurde es dann immer voller.

Recife hätte wohl ein historisches Zentrum gehabt, aber wir entschieden uns 6 km weiter in den Nachbarort Olinda zu fahren. Olindas koloniale Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und im Gegensatz zu der Millionenmetropole Recife klein und überschaubar.

Vorteil von Sonn- und Feiertagen, die Straßen (die nicht zum Srand führen) sind meistens leer.

Gespannt ob wir in Olinda einen Parkplatz finden, war das überhaupt kein Problem. Die „Touristen-Mafia“ hat uns gleich eingewiesen, natürlich gegen entsprechendes Entgeld. Am liebsten hätten sie uns auch noch eine einstündige Stadtführung verkauft, die wir dankend abgelehnt haben. Das Zentrum um den Platz Alto da Sé liegt ganz oben auf einem Hügel, so mussten wir zunächst den Berg hoch. Zur Belohnung gibt es neben vielen Souvenier-Ständen eine tolle Aussicht auf die Skyline von Recife.

Catedral da Sé (Hauptkirche mit Sitz des Erzbischofs)
Casa dos Bonecos Gigantes – Museum in dem die Karnevals-Figuren ausgestellt werden
Igreja do Carmo (Karmeliter-Kirche)

Leider haben wir keinen wirklich guten Übernachtungs-Parkplatz gefunden und so sind wir schon Nachmittags weiter gefahren um unser Nachtlager am Strand der Insel Itamaracá aufzuschlagen.

eher zweckmäßig als schön …
… dafür am Morgen Besuch

Die Ilha de Itamaracá besitzt als Sehenswürdigkeit das Forte Orange. Wie der Namen schon erahnen lässt wurde es 1631 von den Holländern gebaut. Wär hätte gedacht, dass außer den Portugiesen auch noch die Holländer in Brasilien vertreten waren. Aber um es korrekt wiederzugeben: die Holländer mussten 1654 vor den Portugiesen kapitulieren, das Fort wurde dabei starkt beschädigt und dann von den Portugiesen wieder aufgebaut. Es ist also eher ein portugisisches als ein holländisches Fort 🤗.

Da wir direkt um die Ecke übernachtet haben waren wir für die Besichtigung zu früh dran. Es war gegen 08:00 Uhr aber das Fort öffnet sein Tor erst um 09:30 Uhr. Warten wollten wir nicht, so sind wir halt einmal drumherum spaziert und dann weiter gefahren.

Unser nächstes Ziel war jetzt João Pessoa, die Hauptstadt des nächsten Bundesstaats Paraiba.

João Pessoa ist die östlichste Stadt Amerikas und wird deshalb auch „Stadt, in der die Sonne als erstes aufgeht“ genannt. Der östlichste Punkt des amerikanischen Kontinents ist am Strand von Seixas, völlig unspektakulär neben ein paar Restaurants der Fischer. Hätte nicht jemand die Mauer schön bemalt, man hätte den östlichen Punkt nicht gefunden.

Ponta do Seixas – wo in Amerika die Sonne zuerst aufgeht
Ponta do Seixas – der östlichste Punkt des amerikanischen Kontinents !

Aber selbstverständlich wird der östlichste Punkt noch mit einem „Denkmal“ gewürdigt. Die Stadt hat dazu einfach ein paar hundert Meter nordwestlich am Cabo Branco auf einer Klippe eine Skulptur platziert sowie einen futuristischen Leuchtturm errichtet.

Drumherum wurde ein kleiner Park mit Grillstellen und Souvenierläden geschaffen.

Am witzigsten fanden wir die originellen Sitzmöglichkeiten im Bosque dos sonhos (Wald der Träume).

Eine weitere Attraktion in João Pessoa ist die Sonnenuntergangs-Zeremonie am Jacaré. Am Ufer des Paraiba-Flusses gibt es eine Promenade mit Geschäften und Restaurants von der jeden Abend ab 17:00 Uhr ein Musiker mit seinem Saxophon über den Fluss geschippert wird und zum Sonnenuntergang musiziert. Das ganze wird dann über Lautsprecher ans Ufer übertragen.

Video: Sonnenuntergangs-Zeremonie

Wir sind zur Zeremonie leider fast zu spät gekommen, da uns ein kleines Missgeschick etwas aufgehalten hat 🙈.

Bei der Zufahr zum Jacaré war viel los und jeder der Parkplatz-Besitzer wollte natürlich die Autos auf seinen kostenpflichtigen Parkplatz lotsen. Rechts kostete das Parken 10 Real, links 5 Real und außerdem stand da schon ein anderer Camper. So sind wir dem winken des Parkplatz-Jungen nach links gefolgt. Leider hing bei der Einfahrt die Stromleitung der Beleuchtung seines Reklame-Schildes zu niedrig. Die Leitung hilt Stand, die Befestigung des Reklame-Schildes nicht.

Das Schild krachte herunter und fiel auf die Motorhaube des davor geparkten Autos 🙈.

Der Besitzer des Autos war schon weg, der Parkplatzjunge hatte ein schlechtes Gewissen und meinte wir sollen jetzt auch mal zur Sonnenuntergangs-Zeremonie gehen und den Schaden einfach ignorieren.

Nach dem Sonnenuntergang stand das Auto immer noch da, aber jetzt war der Parkplatzbesitzer dazugekommen und hatte großen Wirbel veranstaltet. Er sprach nur portugisisch und so war die Verstädigung ziemlich mühsam.

Irgendwann kam dann der Eigentümer des beschädigten Auto‘s mit Familie, die zum Glück sehr gutes Englisch sprach. Leider handelte es sich bei dem Fahrzeug um einen Mietwagen für den die Familie eine Kaution hinterlegt hatte. Die Familie hatte Sorgen dass die Mietwagenfirma ihre Kaution in Höhe von ungefähr 1.500€ für den Schaden einbehalten würde. Der Parkplatzbesitzer kam dann auf die Idee wir sollen einfach 10.000 Real (ca. 1.750€) bezahlen, 8.000 Real für die Familie und 2.000 Real für sein Reklame-Schild, dann wäre die Sache erledigt. Wir hatten aber keine 10.000 Real im Geldbeutel, auch war der Betrag unserer Meinung viel zu viel und dem Parkplatzbesitzer wollten wir schon gar nichts bezahlen, da es ja nicht unsere Schuld war dass sein Einweiser uns in den Parkplatz gewunken hatte und sein Schild keinesfalls richtig befestigt gewesen sein konnte. Aber da wir eine Haftpflichtversicherung für Brasilien haben, haben wir angeboten das über die Versicherung laufen zu lassen. Leider konnte keiner etwas mit unserer argentinischen Versicherungs-Police anfangen, auch den Vorschlag die Polizei zu rufen um das regeln zu lassen fand keiner Gut. Später haben wir dann erfahren, dass die Polizei in Brasilien sich für sowas nicht interessiert. Irgendwann kam dann vom der Mietwagen-Familie die gute Idee jetzt gemeinsam zur Autoverleih-Firma zu fahren. So sind wir mit 3 Autos mitten in der Nacht die 30 km zum Flughafen gefahren, denn nur dort war die Autovermietung Localiza 24 Std. geöffnet.

Der nette Mietwagenfirma-Mitarbeiter wurde schon vorher telefonisch über den Schaden informiert und war völlig entspannt. „Das kann schon mal passieren, nicht so schlimm“ mit 300 Real (45 €) ist das Thema erledigt 😳😅. Jetzt ist aber bei Timo irgendwie der Kampfgeist erwacht und er wollte den Parkplatzbesitzer mit seinen überzogenen 10.000 Real nicht so davon kommen lassen. Jedenfalls wurde der Betrag dann aufgeteilt, wir bezahlten 200 Real, der Parkplatzbesitzer 100 Real, für sein Schild gabs nix 😜. Zum Schluß waren alle – mit Ausnahme des Parkplatzbesitzers – glücklich und wir hatten eine Einladung nach Belem, wo die Familie des Mietwagens ein Restaurant besitzt.

Zum Übernachten ging es dann wieder die 30 km zurück zu unserem Übernachtungsplatz am Strand in einer ruhigen Sackgasse einer besseren Wohngegend.

Am nächsten Morgen sind wir noch bis ans Ende der Halbinsel Cabedelo gefahren, denn dort beginnt die BR-230, die Transamazonica.

Die Transamazonica ist mit 4.342 km eine der längsten Straßen der Welt und die zweitlängste in Brasilien (die längste ist die BR-101, aber dazu im nächsten Blog). Die Straße durchquert Brasilien von Ost nach West, also von der Atlantik-Küste direkt in das Amazonas-Gebiet.

Irgendwie würde es uns ja schon noch reizen die Straße (oder besser Lehmpiste) zu fahren, aber bei unserer aktuellen Reise bleibt dafür keine Zeit. Für uns gehts es weiter die Küste entlang nach Norden, jetzt aber in westliche Richtung.

Ein Kommentar zu “Recife, João Pessoa bis zum östlichsten Punkt Südamerikas und dem Anfang der Transamazonica

  1. Timo u. Elke in Südamerika hallo ihr Lieben habe soeben eure Bilder von eurer Reise angeschaut, u.die Berichte gelesen danke Dafür,Ihr habt ja wieder ein bisschen Glück gehabt, wegen dem Schild, da nicht mehr Passiert ist.die Gegend ist immernoch schön,da müßt Ihr halt noch ein Jahr dranhängen. Jetzt wünsche icheuch nocheine schöne Zeit,uns geht es soweit gut. Halina u. Ich gehen jetzt auf den Kirchplatz zum Erdbeerfest zum Kaffeetrinken mit Hanna Yannic u. Tabea, Mira hat keine Zeit. Seid herzlich gegrüßt u mit Küsschen eure Mutter

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