09.05.2024 bis 11.05.2024
Und weiter ging es, immer noch in Richtung Norden. Um die nächsten 1.000 km (🙈) etwas zügiger anzugehen, entschieden wir uns, auf der BR-406 ein Stück durchs Landesinnere zu fahren um dann kurz vor Macau auf die RN-118 abzubiegen.


Lt. Reiseführer muss man unbedingt in das in den 1970er-Jahren als Hippiekolonie bekannt gewordene Canoa Quebrada. Aber wie das mit so ehemaligen Hippiekolonien so ist, es gibt wenig Parkplätze um unser kleines WoMo zu parken. Die Möglichkeit bei einer größeren Strandbar, die gerne Wohnmobilisten beherbergt, war leider ein Parkplatz mit Hinterhofatmosphäre und hat uns so gar nicht zugesagt. So versuchten wir unser Glück im Nachbarort Majorlândia. Hier konnten wir direkt am Strand parken und wurden auch gleich von einem Anwohner mit „Bem-vindo“ begrüßt.

In Majorlândia gab es leider keinen „Broadway“ wie die bekannte Fußgängerzone in Canoa Quebrada genannt wird. Im Gegenteil, jetzt in der Nebensaison, waren die „Bürgersteige“ hochgeklappt und es hatte ziemlich alles geschlossen. Aber das nette Restaurant O Gilberto, mit schöner Terrasse und Meerblick war geöffnet und zur Abwechslung gab es für uns mal lecker Pizza.


Mit Canoa Quebrada sind wir im Bundesstaat Ceará angekommen, dessen Hauptstadt Fortaleza ist. Dank Meer und Strand ist Ceará eines der beliebtesten Reiseziele Brasiliens, früher der ärmsten Bundesstaat, jetzt Wind- und Kitesurf-Hochburg.
Millionen-Städte sind normalerweise nicht so unser Ding, aber einmal durchfahren durch das als modern beschriebene Fortaleza, immerhin die fünftgrößte Stadt Brasiliens, wollten wir dann doch schon 🤗.







Der weitere Küstenstreifen zwischen Fortaleza und São Luís wird als „Rota das Emoções“ bezeichneten, frei übersetzt „Weg der Emotionen“. Welche Highlights zu dieser Bezeichnung geführt haben werdet ihr im Verlauf des Blogs noch lesen.
Die geteerte Landstraße (CR-085) verläuft relativ „emotionslos“ fernab der Küste, so dass wir auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz mit Abend-Unterhaltung einen 15 km Abstecher ans Meer, in die Dünen von Paracuru, gemacht haben.





Der Name „Weg der Emotionen“ ist vermutlich auf Grund der drei Nationalparks Jericoacoara, Parnaiba-Delta und Lençóis Maranhenses vergeben worden. Letzteres ist unser lang ersehntes Ziel. Weiter nach Norden, bis zum Amazonas wäre schön, aber auf Grund unseres auf 3 Monate begrenztem Touristen-Visa wohl leider nicht machbar.
Aber zunächst ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Jericoacoara. Wieder eine ehemalige Hippie- und Aussteigerkomune mitten in den Dünen, seit 2002 als „Parque Nacional de Jericoacoara“ unter Naturschutz gestellt. Um dort hinzukommen hätten wir ca. 20 km durch die Dünen fahren müssen um dann am Ortseingang auf einem kostenpflichtigen Parkplatz zu parken. Alternativ hätten wir unser WoMo auch schon in Jijoca De Jericoacoara parken und ein Buggy mieten können. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir uns vielleicht den Ausflug gegönnt, so sind wir lieber für einen Badestopp an die Lagoa do Paraiso gefahren.





Bis zum nächsten Nationalpark, dem Parnaiba-Delta brauchten wir nochmal eine Zwischenübernachtung.

Unsere Wahl fiel auf Macapá, gleich neben Barra Grande gelegen, beide Orte die absoluten Kite-Hotspots an der Nordküste Brasiliens – dachten wir irgendwo gelesen zu haben 😁.
Ok, in Maracaju wurde uns schon erzählt, dass es an der Nordküste nur richtig viel Wind von Mitte Juli bis Mitte Januar geben soll, aber an unserem letzten Übernachtungsplatz waren ja auch ein paar Kiter unterwegs, dann wird es doch erst recht welche an einem Top-Kitespot geben.
Was für eine Enttäuschung. Macapá ist außerhalb der Kite-Saison menschenleer und sogut wie unbewohnt. Der Parkplatz vom „Kite-Zentrum“ welchen wir als erstes angesteuert haben war gefühlt einen Kilometer weg vom Meer und auch nicht besonders schön. Hier bleiben oder weiter fahren?
Also, nochmal ein Blick ins Maps, irgendwo und irgendwie muss sich doch ein Parkplatz finden lassen, bei dem man das Meer sieht und nicht nur erahnen kann. So sind wir am westlichen Ortsrand am Praia de Maramar bei einem geöffneten (!) Strandrestaurant fündig geworden. Der Besitzer hatte nichts dagegen, dass wir hier für die Nacht stehen bleiben. Wir hätten ja gerne einen Caipi oder ähnliches bei ihm gekauft, aber mit hochprozentigem Alkohol gab es nichts, maximal Bier auf das wir keine Lust hatten. So wurde es am Ende nur Agua de Coco aus einer frischen Kokosnuss.

