Parnaíba-Delta und Lençóis Maranhenses  🥰

12.05.2024 bis 14.05.2024

Nur knapp 30 km von unserem letzten Übernachtungsplatz in Macapá entfernt kommt man ans Parnaíba-Delta. Der Rio Parnaíba, mit 1.485 Km der zweitlängste Fluss in Nordostbrasilien, mündet dort in einem Labyrinth aus kleinen Inseln, unzähligen Seitenarmen und Mangrovensümpfen in den Atlantik. Das Meeresdelta, übrigens das einzige in den Amerikas, ist nach dem Nil und dem Mekong das drittgrößte der Erde.

Wir sind gleich früh morgens los gefahren, denn wir wollten unbedingt eine Sonnenuntergangs-Tour zu den roten Ibissen, in Brasilien Guarás genannt, buchen. Es war Sonntag und wir wussten nicht genau wie lange der Touranbieter geöffnet hatte.

Die Anbieter der Bootstouren befinden sich in Porto das Barcas, einem historischen Teile der Kleinstadt Parnaiba. Der im Reiseführer empfohlene Touranbieter Clip Ecoturismo hatte geöffnet und keine 15 min später war unsere Tour gebucht 👍.

Alle Touren ins Parnaíba-Delta beginnen im Hafen Porto dos Tatus auf der Ilha Grande de Santa Isabel, ca. 14 Kilometer von Parnaíba entfernt. Bis zum Start der Tour um 15:00 Uhr hatten wir noch viel Zeit um uns Parnaiba anzuschauen. Es war aber gar nicht so einfach durch die vielen Einbahnstraßen aus dem, nicht an allen Ecken schön anzuschauenden, historischen Zentrum ins urbanere Zentrum zu kommen.

Praca Terra Santa

Im Hafen Porto dos Tatus war viel los und es ging ziemlich eng her. Die erste Herausforderung war den richtigen Parkplatz zum Touranbieter zu finden. Im nachhinein war es egal wo wir geparkt hätten, denn auf jedem der Parkplätze war die gleiche Parkgebühr von 20 Real (inkl. Übernachtung) fällig.

Porto dos Tatus, von hier starten die Ausflugsboote

Die Tour die wir gebucht hatten nennt sich „Revoada dos Guarás“, frei übersetzt die Rückkehr der Ibisse. Zunächst soll es mit einem Boot bis kurz vor die Mündung des Rio Parnaiba in den Atlantik gehen, dann zum Sonnenuntergang zu einer kleinen Insel, die „Schlaf“-Insel der roten Ibisse.

ist das unser Schiffe 🤔 …
… nein, wir haben ein Schnellboot 🤩

Nach ungefähr einer Stunde flotter Fahrt mit dem Schnellboot wurde der kurzer Stopp auf der Ilha dos Meio eingelegt. Hier konnte man sich die Füße vertreten und einen Spaziergang über die Dünen machen oder bei den Einwohnern der Insel traditionelle Fischerhütten besichtigen und Kokosnüsse kaufen.

Kurz vor Sonnenuntergang ging dann unsere Fahrt in unserem schnittigen Motorboot weiter in Richtung Ilha dos Guarás zum eigentlichen Highlight.

neue Freunde Zuleika und Edison aus Campinas in der Nähe von Sao Paulo
diese kleine Insel wurde von den Ibissen als Schlafplatz auserkoren

Wir ankerten mit gebührendem Abstand um die Tiere nicht zu stören und warteten auf die Rückkehr der roten Ibisse.

Und tatsächlich, kurz Zeit später kam schon die erste Gruppe angeflogen.

Insgesamt landeten innerhalb der nächsten halben bis dreiviertel Stunde schätzungsweise 1.000 Vögel auf der Insel. Es war ein tolles Schauspiel, wie sich die Bäume auf der winzigen Insel nach und nach leuchtend rot färbten.

Video
die großen Vögel besitzen lange, krumme Schnäbel und ein rotes Gefieder, das ähnlich wie bei den Flamingos, auf Grund der Ernährung mit roten Karbben die rote Farbe bekommt

Zurück ging es dann schon fast in der Dunkelheit und wir waren froh das unser Kapitän sich im Labyrinth der Kanäle gut auskannte und uns ca. 1 Stunde später wieder sicher am Hafen abgesetzt hat.

Da wir auf dem Parkplatz übernachteten, schauten wir mal in der Hafenbar Jaime was die Küche so hergab. Kulinarisch, nicht unbedingt eines schönen Abschluss würdig, entschieden wir uns für Fisch und Chips – leider kein Foto 🤗.

einsam auf dem Parkplatz einer Tankstelle – unser Übernachtungsplatz
zum Abschied von der Ilha Grande de Santa Isabel noch ein kleines Kunstwerk 😁

Am nächsten Morgen ging es weiter zu unserem lang ersehnten Ziel: Lençóis Maranhenses. Eine unglaubliche 1.550 Quadratkilometer große Wüstenlandschaft mit Dünen bis zu 40 Meter hoch. Was diese Landschaft von „normalen“ Wüsten unterscheidet, sind ihre vielen kristallklaren Lagunen und Flussläufe, die während der Regenzeit zwischen Januar und Juni entstehen. Also jetzt die perfekte Jahreszeit für einen Besuch.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die große Dünen gibt es auf dem Weg dorthin schon bei den Pequenos Lençóis Maranhenses.

Auch Lençóis Maranhenses ist ein Nationalpark der nur mit geführten Touren besucht werden kann. Ein Ausgangspunkt für die Touren ist der Ort Barreirinhas. Zur Mittagszeit angekommen konnten wir noch eine Sonnenuntergangstour für den späten Nachmittag buchen.

Wir wurden am „offiziellen“ Womo-Stellplatz, dem Parkplatz des „Parque das Dunas“ eingesammelt.

Parkplatz des Parque das Dunas, hier treffen sich die Wohnmobilisten

Mit an Bord unseres Gelände-PickUps waren noch eine witzige 5 Personen umfassende französische Familie, bestehende aus Oma, deren Sohn und Tochter, sowie der Enkel des Sohnes mit Freundin und dann noch zwei Männer aus Sao Paulo. Dementsprechend kuschelig ging es auf der Pritsche in den zwei Holzbank-Reihen zu.

der Bottleneck aller Touranbieter, die kleine Fähre über den Rio Preguiças
das war unser 4×4 PickUp

Die Sonnenuntergangs-Tour ging zur Lagoa Bonita. Angeblich die schönste Lagune, aber auf alle Fälle, die mit der höchsten Düne für einen spektakulären Ausblick über die Dünenlandschaft.

Nach einer rasanten Fahrt durch den Dschungel über diverse Tiefsand-Pisten, Holzbrücken und Wasserdurchfahrten sind wir nach ca. einer Stunde auf dem Parkplatz der Lagoa Bonita angekommen.

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Aber was war das 😳 sollte das die „schöne“ Lagune sein? Vor uns lag ein fast ausgetrockneter bräunlich farbener Tümpel 🙈

Parkplatz und touristische Infrastuktur bei der Lagoa Bonita

Es konnte ja jetzt nur noch besser werden. Also schnell durch die Lagune durch gewattet und die steile Düne hoch geklettert und dann ………😍😍😍

zum 01.08.2024 (!) wurde der Nationalpark in die Liste der UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen

Spektakulär lag die Wüste mit ihren blauen Lagunen vor uns. Was für ein toller Anblick. Wir hatten bis zum Sonnenuntergang genügend Zeit um umher zu spazieren und natürlich im glasklaren Wasser der zahlreichen Lagunen zu plantschen.

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Zum Sonnenuntergang haben wir uns dann an den Dünenrand gesetzt und die tolle Atmosphäre genossen.

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über die Düne wieder zurück zum PickUp

Auf der Rückfahrt gab unser PickUp-Fahrer alles um als erster bei der Fähre anzukommen. Er wählte andere Pisten und Abkürzungen um etliche Fahrzeuge zu überholten 😅. Hat aber nichts geholfen, es waren schon einige Tour-Fahrzeuge vor uns da und wir mussten warten bis wir dran waren.

Stau vor der Fähre

Zurück an unserem WoMo blieb unsere Küche diesen Abend wieder kalt, den gegenüber von unserem Parkplatz gab es ein paar „Food-Trucks“ und zur Abwechslung entschieden wir uns mal für Hamburger mit Pommes.

In der Zwischenzeit parkten völlig überraschend unsere neuen bekanntem Zuleika und Edison mit ihrem Camper neben uns. Eigentlich hatten Sie geplant zu einem Örtchen auf der westlichen Seite von Lençóis Maranhenses zu fahren.

Schade dass wir nur noch 25 Tage bis zum auslaufen unseres Visas haben, wir hätten sonst gerne mit ihnen nochmal eine Tour durch die Dünen unternommen.

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