Parque Estadual do Jalapão und die Fervedouros

18.05.2024 bis 24.05.2024

Getreu dem Motto einer französischen Weisheit: „Hab Geduld, alle Dinge sind schwierig, bevor sie leichter werden“ haben wir uns auf den abenteuerlichen Weg ist Jalapão aufgemacht. Von Bom Jesus kommend ging es die ersten 300 km noch auf der gut zu fahrenden Bundesstraße BR-135 (erkennbar am BR) bis es dann einige Kilometer vor Formosa do Rio Preto rechts ab auf die Landstraße BA-225 ging. Die Landstraßen beginnen immer mit dem Kürzel des Bundesstaats in dem sich die Landstraße befindet und wir schauten ungläubig in die Karte, denn BA ist das Kürzel für den Bundesstaat Bahia!

Nach 70 km war dann Ende mit Teer, ab jetzt lagen 100 km Piste bis nach Mateiros im Bundesstaat Tocantins vor uns.

(Aber vorher mussten wir noch ein Loch im Reifen stopfen und einen Übernachtungsplatz finden, den der Tag war schon wieder zu Ende.)

Am nächsten Morgen ging es weiter. Die Piste verlief durch gigantische Felder, zur Abwechslung mal Baumwolle, und nicht immer da, wo unser Navi die Straße vermutete. Zu unserem Glück hat ein netter Posada-Besitzer Wegweiser zu seiner Pension aufgestellt, ansonsten bin ich mir nicht so sicher ob wir im Wirrwarr der Felder und Pisten die Richtige gefunden hätten.

Der Jalapão ist eine Region unberührter Savanne, die von bis zu 1.000 m hohen Sandsteinplateaus, ganzjährig wasserführenden Flüssen, Wasserfällen, „Seen“ und Dünen aus feinem roten Sand inmitten der spärlichen Vegetation des Hinterlandes geprägt ist. Und Savannen sind nunmal sehr sandig und je näher wir gekommen sind, desto tiefer wurde die Piste. Ohne Allrad wären wir definitiv nicht weit gekommen.

Video

Um obiges Zitat wieder aufzugreifen … am Kreuzungspunkt Pedra da Baliza wurde die Piste wieder besser.

Die letzten 40 Kilometer bis Mateiros waren dann Easy Going.

Die Hauptattraktion für uns im Jalapão sind die Fervedouros, und was ein Fervedouro ist zeigen wir Euch jetzt:

Ein Fervedouro ist ein durch eine unterirdische Quelle gespeistes Wasserloch. An der Stelle wo das Wasser an die Oberfläche drückt soll es angeblich bis zu 30m tief sein. Es besteht aber keine Gefahr dort abzusinken, denn der Druck von unten ist so groß, dass man wie ein Korken nach oben gedrückt wird.

Video

Der einzige Haken am Besuch eines Fervedouro ist, dass das Loch sehr klein ist und nicht mehr als 10 Personen gleichzeitig rein dürfen, daher ist die „Badezeit“ auf 15 min beschränkt. Bei einem Eintritt von 25 Real (ca. 4 EUR pro Person) und der Tatsache dass es viele Fervedouros im Jalapão gibt …

Wir brauchten eine Alternative! Unser nächstes Ziel war der Cachoeira do Formiga. Hier war unlimited planschen inkl. Camping möglich – herrlich!

Camping ist auch eher Parking 😁

Am nächsten Morgen ging es weiter nach São Félix do Tocantins.

das ist die offizielle Straße TO-110

Unterwegs haben wir dann unseren Traum-Platz gefunden. So schön dass wir einfach dort geblieben sind.

Direkt am Fluss mit Badestelle gelegen. Hin und wieder kamen Aras und Tukane vorbeigeflogen.

Video

Und ein brasilianisch-holländisches Pärchen hat sich auch spontan in den Platz verliebt und uns eine Nacht Gesellschaft geleistet.

Irgendwann sind wir dann doch nach São Félix do Tocantins gekommen

Einen Fervedouro wollten wir uns noch gönnen. Die Wahl fiel auf Bela Vista. Lt. Reiseführer einer der größten und schönsten Ferveduros.

Dort angekommen waren alle damit beschäftigt die Infrastruktur für die kommende Saison auf Vordermann zu bringen. Für uns interessierte sich niemand und so hatten wir das „Loch“ ohne zeitliche Begrenzung fast für uns alleine.

Um aus dem Jalapão wieder raus zu kommen hatten wir die Wahl über São Félix do Tocantins nach Lagoa do Tocantins oder wieder zurück von Mateiros nach Ponte Alta do Tocantins zu fahren. Die Straße nach Lagoa do Tocantins wäre kürzer gewesen, aber nach Ponte Alta do Tocantins kommen wir noch an der Düne, einem weiteren Highlight des Jalapão, vorbei. Außerdem hatte meine Recherche ergeben, dass ziemlich alle Tour-Anbieter von Ponte Alta do Tocantins starten. Da konnte die Piste ja nicht so schlecht sein.

Noch kurz die Wasservorräte gefüllt …
.. und Brötchen im Supermarkt besorgt.

Die Düne liegt im Bereich des Nationalparks und dafür wären eigentlich 5 Real Eintritt fällig. Ebenso hatte ich gelesen, dass man mit dem eigenen Fahrzeuge die 5 km Sandpiste zur Düne nicht und außerdem nur in Begleitung eines Guide dort hin fahren darf. Als wir an der Zufahrt zur Düne angekommen sind war niemand da, vielleicht lag es an der Mittagszeit? Das Tor Stand einladend offen – na dann … 😉

Vom Parkplatz ging es zu Fuß weiter …
…. durchs Wasser und dann die Düne hoch
und so siehts von oben aus

Die 160 km der Rota 255 waren der Horror. Übelste Waschbrett-Piste und ein Stück nicht mehr vorhandene Straße durchs Bachbett. Wenn nicht am nächsten Morgen die ganzen Tour-Anbieter an uns vorbei gerauscht wären, wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass überhaupt jemand diese Piste fährt.

Unterwegs sind wir ganz dicht am Busch-Brand vorbei gefahren.

Video: der Jalapão brennt

Die Wahl unseres Übernachtungsplatzes, weit weg vom Feuer, fiel sicherheitshalber auf ein gerodetes Feld, da konnte nichts brennen 🤗.

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