25.05.2024 – 30.05.2024
Weitere 600 km mehr oder weniger durchs nichts sind wir im Chapada dos Veadeiros angekommen.

Unterwegs in Conceição Do Tocantins war gegenüber der Tankstelle eine Borracharia und wir konnten professionell unser Loch im Reifen flicken lassen. Irgendwo auf dem Weg ins Jalapão hatten wir eine Schraube drin stecken und „doityourself“ das Loch gestopft.
Da in dem Ort wohl selten Touristen vorbeikommen, wurden wir doch tatsächlich gefragt ob wir auf der Suche nach Gold hier sind 😂.


Chapada dos Veadeiros ist eine Hocheben mit Canyons, ausgefallenen Felsformationen und zahlreichen Wasserfällen. Ein Teil dieser Hochebene wird als Nationalpark geschützt und wurde 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Strategischer Ausgangspunkt um den Nationalpark zu Besuchen ist das Örtchen São Jorge. Unser Timing war vielleicht nicht ganz so perfekt denn wir sind an einem Samstag Abend angekommen und im Ort steppte der Bär. Mit unserem LKWle war kein durchkommen und so parkten wir in einer Seitenstraße gleich am Ortseingang und mischten uns unter die Party-Gäste.


Am nächsten Morgen war die Straße wieder frei und wir konnten problemlos bis zum Parkplatz des Nationalparks fahren. Am Besucherzentrum musste wir die Tickets lösen und dann wurden uns die diversen Wege erklärt. Wir entschieden uns für den roten Weg.





Nach 4,5 km Fußmarsch dann das erste Highlight. Die Cariocas. Die ersten Wanderer waren schon in den Fluten, Timo hinterher. Mir war es um 10:00 Uhr noch zu früh.

Beim Canion II war ich dann auch im Wasser.
Übermotiviert wie wir waren, haben wir dann noch die Wasserfälle der gelbe Tour abgeklappert. Den Cachoeira do Garimpao und den Aussichtspunkt für den Salto do Rio Preto, mit 120m der höchste Wasserfall im Nationalpark.



Nachteil aller Touren ist, zuerst geht es runter und am Ende muss man alles wieder den Berg hoch. Ziemlich erledigt sind wir ans WoMo zurück gekommen. Auch wenn sich die Distanzen mit jeweils 4,5 km relativ „kurz“ anhören haben wir in Summe dann fast 20 km zurückgelegt 😅. Klar das unsere Küche wieder kalt blieb und wir uns der Kulinarik von São Jorge hingegeben haben.

Am nächsten Morgen mussten wir uns erst ein bisschen regenerieren. Das morgendliche Unterhaltungsprogramm lieferten 2 Aras die gegenüber in der Palme wohnen.
Am späten Nachmittag sind wir dann zum Parkplatz für den Mirante da Janela gefahren. Vom Parkplatz bis zum Aussichtspunkt sind es nur 3,5 km, aber ein Spaziergang war es trotzdem nicht, denn zuerst steil runter in ein Tal und dann wieder steil hoch zum Aussichtspunkt. Auch staunten wir über den doch hohen Eintrittspreis von umgerechnet 9 EUR pro Person für so eine kurze Wanderung. Aber uns wurde der Mirante von mehreren Reisenden, die wir getroffen haben, empfohlen. Und wirklich, was uns dann am „Gipfel“ erwartete war echt der Hammer.



Unglaublich wie man Wege in den Berg gezimmert hat um den Mirador zu erreichen.


Und habt Ihr sowas schon mal gesehen?



Da wir nicht in der Dunkelheit zurück wandern wollten haben wir den Sonnenuntergang auf unserem persönlichen „Mirante“ genossen.


Am nächsten Tag stand das Vale da Lua („Mondtal“) auf unserem Besichtigungsprogramm. Das Tal dürfte vor rund 600 Millionen Jahren durch Erosion entstanden sein. Der Rio São Miguel formte interessante Steinformationen mit kristallklaren Wasserbecken, in denen gebadet werden durfte.



Auf der Rückfahrt nach Sao Jorge haben wir zwei Anhalterinnen eingesammelt, die uns mit Tips, zur weitern Besichtigung versorgt haben. Zum einen, einen schönen Sonnenuntergangs-Spot an der Straße zwischen Sao Jorge und Alto Paraíso de Goiás. Zum anderen die Wasserfälle des Rio dos Couros, die wir uns für den nächsten Tag vorgenommen haben.


Der Wanderung zu den Wasserfälle des Rio dos Couros ist die einzige Wanderung in den Chapada dos Vereideros die kostenlos ist. Die Zufahrt ist ca. 25 km nach Alto Paraíso rechts ab von der Hauptstraße Richtung Brasilia und dann noch ca. 43 km Piste bis zum Parkplatz.
Die ganze Runde an den drei Wasserfällen vorbei ist „nur“ 5 km, aber die haben es in sich. Steil ging es den Hang, mit einigen Kletterpartien zum ersten Aussichtspunkt runter um dann wieder hoch zu steigen um zum ersten Wasserfall zu kommen. Vorteil bei Wasserfällen ist, dass es nach jeder Anstrengung ein Abkühlung gibt.



Für uns definitiv die schönste Wanderung im Chapada dos Veadeiros.
Leider durften wir auf dem Parkplatz nicht über Nacht stehen bleiben, so haben wir uns halt vor den Parque Estadual in die Pampa geparkt.

