Urlaub im Süd-Pantanal und die Odyssee bis Paraguay

04.06.2024 bis 16.06.2024

Der direkte Weg von Brasilia zu unserm Ziel in Paraguay geht doch tatsächlich durch den Bundesstaat Mato Grosso Do Sul. Mato Grosso Do Sul 🤔, liegt da nicht auch das Pantanal? Jetzt wurde die Landkarte herausgeholt und nochmal genauer ein Blick drauf geworfen – und gerechnet. Tatsächlich, über Bonito, dem Tor zum südlichen Pantanal, sind es nur 100 km Umweg. Was sind schon 100 oder 200 km Umweg bei einer verbleibenden Strecke von 1.800 km 🤗.

Also führte uns unser Rückweg noch ganz spontan ins südliche Pantanal und da gab es nur ein Ziel um die letzten Tage in Brasilien zu genießen, das Refugio Canaá 🥰.

Video: wir finden einen Weg 😁

Am Ende des Tals des Rio Salobra gelegen, ist das der perfekte Ort um einfach mal nichts zu tun oder sich den sportlichen All Inclusive-Angeboten zu widmen.

Video

Auch gibt es dort die verschiedensten Tiere. Vor allem die seltenen Hyazinth-Aras, die hier in Scharen herumfliegen, haben uns total fasziniert.

Auch ein Nacktgesichthokko, eine Hühnervogelart, hat sich in Timo verliebt und ist ihm auf Schritt und Tritt gefolgt, sogar auf die Aussichtsplattform 😂.

Im Refugio Canaá hätten wir es noch länger ausgehalten, aber unser Visa neigt sich dem Ende zu und so nahmen wir die restlichen 380 km bis zur Grenze Ponta Pora/Pedro Juan Caballero in Angriff.

Unterwegs legten wir noch einen Übernachtungsstop in Bonito ein.

Zufällig fand gerade das Festa Junina statt und so gab es zu unserer Freude auch noch ein Abendunterhaltungsprogramm.

Genau passend zum letzten Tag unseres Visas sind wir an einem Samstag in Porta Pora angekommen.

Porta Pora (Brasilien) und Pedro Juan Caballero (Paraguay) sind nur durch eine „Grenz“-Straße getrennt, einen „richtigen“ Grenzübergang gibt es nicht. Man muss sich dort um seine Ausreise- bzw. Einreisestempel schon aktiv selbst kümmern und das ist eine kleine Challenge.

Grenzstraße, links Brasilien – rechts Paraguay

Zuerst zur Policia Federal (Migracao) Brasil für den Ausreisestempel, dann 3 km weiter zur Receita Federal Brasil für das „canceln“ des TIPs (temporäre Import Permision) fürs Fahrzeug. Dann das gleiche für Paraguay, nochmal 2 km weiter, jetzt auf der anderen Straßenseite der „Grenz“-Straße zur Migraciones Paraguay für den Einreise-Stempel und dann wieder zurück zur Aduana (Zoll).

Vor dem Zoll, alle Parkplätze leer?

Bis dahin lief alles super, aber dann war unsere Glückssträhne zu Ende. Der paraguayische Zoll ist Samstags geschlossen 😮 😠. Sonntags dann natürlich auch, so mussten wir bis Montag warten.

Naja, es gibt schlimmeres als sich die Zeit an dieser Grenze zu vertreiben denn in Pedro Juan Caballero gib es mit China Shopping und Planet Outlet zwei gigantische Einkaufscenter bei denen es von Klamotten über Lebensmittel bis zum Werkzeug so ziemlich alles zu kaufen gibt. Praktischerweise angegliedert ist noch ein Food Court und so war der Sonntag gerettet.

Am Montag sind wir dann früh am Morgen beim Zoll in Paraguay wieder vor verschlossener Tür gestanden 🤨. Der Security-Mitarbeiter hat uns zwar ins Gebäude gelassen uns dann aber erklärt, dass am Mittwoch Feiertag in Paraguay ist und damit man auch was vom Feiertag hat, wurde der Feiertag von Mittwoch auf Montag vorverlegt.

warten auf den Zoll-Mitarbeiter … kommt halt keiner am Feiertag

Das gibt es doch nicht 🙈. Also nochmal ein Tag fürs Shopping Center und lecker Spießchen (Espetinhos) essen am Abend.

Am Dienstag hatten wir dann das Thema TIP fürs WoMo endlich auch abgehakt und waren gerade am beschleunigen aus der Ortschaft raus den Berg hoch als bei unserm LKWle ein rotes Licht an und der Motor aus ging. Der Motor ließ sich zwar wieder starten aber sicherheitshalber hat Timo mal die ganzen Fehlercodes ausgelesen und die hörten sich sehr dubios an. Irgendwas passte mit der Dieseleinspritzung nicht, vielleicht ist es Zeit mal den Dieselfilter zu wechseln. Gleich am Ortsausgang haben wir eine Scania Werkstatt gesehen.

Der Dieselfilter war schnell gewechselt aber der sah überhaupt nicht gut aus.

Nach der Probefahrt war schnell klar, dass war noch nicht die Lösung des Problems.

Also wurde jetzt systematisch von Dieseltank bis zur Hochdruckpumpe geprüft ob Diesel ankommt. Irgendwann war der Tag dann zu Ende und wir standen immer noch in der Werkstatt.

Netterweise durften wir zwischen zwei richtigen (😉) LKWs parken und im Hof der Werkstatt übernachten.

Am nächsten Morgen wurde versucht mit dem vorhandenen Universal-Diagnosegerät den Fehler genauer zu analysiere aber leider waren die Möglichkeiten bei Scania begrenzt.

Der Chef war sich sicher dass es mit der Dieseleinspritzung zu tun hat, aber eine genauere Diagnose bzw. eine evtl. daraus resultierende Reparatur war bei Scania nicht möglich.

Gegen Mittag haben wir uns entschieden die 450 km nach Asuncion in Angriff zu nehmen um in die Mercedes/Fuso-Werksatt zu fahren. Übrigens: für die zwei halben Tage wollte Scania keinen Peso von uns haben, da sie unser Problem nicht lösen konnten. Im Gegenteil, Timo hat noch ein Firmen-T-Shirt zum Abschied geschenkt bekommen.

Mit äußerst sensiblem „streicheln“ des Gaspedals hat Timo unser LKWle immer im unteren Leistungsbereich durch Paraguay manöveriert. Zum Glück ging es tendenziell eher abwärts und steile Steigungen waren keine zu überwinden. Eine Übernachtung später sind wir dann bei Mercedes Halley in Limpio/Asuncion angekommen.

Ganz professionell wurden wir vom Serviceberater empfangen, es wurde uns erklärt sie analysieren jetzt das Problem und dann bekommen wir einen Kostenvoranschlag für die Reparatur. Wir können uns jetzt in die Kantine begeben und was trinken, sie geben uns dann Bescheid. So einfach ließen wir uns nicht abspeisen. Timo ist beim LKW stehen geblieben um zu sehen was gemacht wird. Es war auch Besser so, denn es hatte den anschein dass Europa-Fuso nicht gleich Südamerika-Fuso oder warum nimmt der Kollege den Luftfilter auseinander wenn wir doch ein Problem mit der Dieseleinspritzanlage haben?

Nach ungefähr zwei Stunde mit völlig unkoordinierter Vorgehensweise und letztendlich mit den identischen Schritten die Scania auch schon geprüft hatte, kam der Geschäftsführer Sergio persönlich mit dem Diagnosegerät vorbei und erklärte dass der Raildruck-Sensor kaputt ist.

Ob der Sensor wirklich kaputt oder nur der ankommende Raildruck unplausibel ist, konnte der Meldung so nicht entnommen werden. Jedenfalls ist der Sensor in Paraguay nicht verfügbar und muss aus Deutschland bestellt werden. Nunja, wir bedankten uns ganz herzlich, erzählten dass wir in fünf Tagen sowieso nach Deutschland fliegen und dann den Sensor mitbringen würden und waren froh dem ganzen Trauerspiel ein Ende bereit zu können. Im Gegensatz zu Scania, mussten wir hier unsere Werkstattstunden bezahlen, für Tätigkeiten die wir nicht wollten und einer fragwürdigen Diagnose.

Wir hatten erstmal genug von Werkstätten. Jetzt ging es auf direktem Weg, immer noch mit unverändert reduzierter Leistung, auf den Camping zu Astrid und Chris.

Die letzten fünf Tage waren wir beschäftigt den Camper „abstellbereit“ zu machen und mit den deutschen Werkstätten zu telefonieren welche Möglichkeiten bestehen der genauen Ursache unserer Fehlermeldungen auf den Grund zu gehen.

Erico gibt alles!

Und so vergingen die Tage viel zu schnell ohne wirklich mit der Problemanalyse weiter gekommen zu sein. Im nachhinein waren unsere beiden Werkstätten in Deutschland sicher dass wir entweder an einer Tankstelle Kerosin abbekommen oder die beigesetzten Additive beim teuer getankten Shell-Evolux-Diesel zur Zerstörung unseres Dieselfilters geführt haben, Die alte Version unseres Filter sei diesbezüglich etwas empfindlich, ärgerlich dass die Werkstatt in Chile uns bei der Letzten Wartung die alte und nicht die neue optimierte Version eingebaut hat, was nun gravierende Folgen hat.

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Ob wir unser LKWle repariert bekommen haben und ob unsere Reise weiter gehen kann, könnt Ihr jetzt auf FindPenguins erfahren.

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Die Registrierung ist kostenlos, nach der Registrierung „lkwle on tour„ folgen, dann könnt ihr unsere Berichte inkl. Route sehen.

Brasília — Hauptstadt von Brasilien 🇧🇷

30.05.2024 bis 03.06.2024

Für brasilianische Verhältnisse liegt Brasilia gleich um die Ecke von Chapada dos Veadeiros, also nur um die 250 km weiter Richtung Süden.

Brasília, entstanden auf dem Reißbrett, am 21.04.1960 offiziell eingeweiht und 1987 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Modern und Großartig sollte sie sein, die neue Hauptstadt. Ok, mehr als 60 Jahre später vielleicht nicht mehr so zeitgemäß aber wir waren neugierig was der Architekt Herr Niemeyer, der in Brasilien an vielen Stellen seine Spuren hinterlassen hat, so hingezaubert hatte.

Von Norden kommend begrüßte uns schon das neuste und auch letzte Bauwerk von Oscar Niemeyer der Torre de TV Digital de Brasília, auf deutsch: der neue Fernsehturm. Eingeweiht 2012, in dem Jahr in dem Oscar Niemeyer auch mit fast 105 (!) Jahren gestorben ist.

Mit dem Aufzug ging es hoch in das Aussichtsstockwerk, aus dessen Bullaugen man eine weite Sicht über Brasilia genießen konnte.

Danach steuerten wir unseren Übernachtungsplatz bei der Concha Acústica am Lago Paranoá an. Hier hat sich so eine Art Camperstellplatz etabliert und wir waren nicht Alleine 😁.

Video

Ausgeruht haben wir uns am nächsten Morgen zur Stadtbesichtigung auf den Weg gemacht.

Aus der Vogelperspektive sieht die Kernstadt (Plano Piloto) wie ein Flugzeug aus. Der Rumpf bildet die Zentralachse (Eixo Monumental) mit den Ministerien an der Explanada de los ministerios links und rechts davon. Die Tragflächen links (Asa Norte) und rechts (Asa Sul) sind die Wohngebiete.

auf dem Modell ist ganz schwach die Zentralachse in der Mitte zu erkennen, die Flügel links und rechts sind die Wohngebiete. Ganz vorne ist quasi das Cockpit, mit dem Praça dos Três Poderes. Dahinter sind links und rechts die Ministerien. Ganz rechts am Rand, am blauen See, liegt ungefähr unser Übernachtungsplatz

Wir starteten unsere Besichtigung relativ zentral an der höchstgelegensten Stelle der Monumentalachse, dem alten Fernsehturm, von dessen Besucherplattform man einen schönen Überblick bekommt.

Brasilia ist sooooo weitläufig, dass zwischen dem Fernsehturm und dem Praça dos Três Poderes, dessen Türme im Bild oben ganz am Ende zu erkennen sind, ungefähr 5 Km liegen. Wir haben uns daher entschieden die Stadtbesichtigung mit unserem LKWle zu machen, denn Parken ist in Brasilia überhaupt kein Problem 🤗

Ausgehend vom Fernsehturm schließt sich dann das Museu Nacional da Republica, eine große weiße Kuppel mit zwei äußeren Rampen an.

Direkt im Anschluss dann die 40 Meter hohe Catedral Metropolitana, die wohl größte Sehenswürdigkeit in Brasília. Gebaut wurde die Kathedrale zwischen 1956 und 1970.

vor dem unterirdischen Eingang stehen drei Meter hohe Bronzeskulpturen der vier Evangelisten

Weiter den Eixo Monumental hinab liegt am Ende der Esplanada dos Ministérios der Palácio Itamaraty, das Außenministerium.

Hier konnten wir uns spontan für eine kostenlose englischsprachige Führung durch das Außenministerium anmelden.

Nach der Anmeldungsprozedur betritt man einen der größten Säle der Welt ohne Stützen, in dessen Mitte eine geländerlose Wendeltreppe in den ersten Stock führt.

Die Räume im ersten Stock dienen hauptsächlich als Repräsentationsfläche für die ausländischen Staatsoberhäupter und andere Würdenträger die im Außenministerium empfangen werden und sind voll mit Gemälden, Teppichen, Plastiken und Möbel die entweder Gastgeschenke waren oder Brasilien repräsentieren sollen.

Sitzungssaal und …
… Garten der Künste der Dachterrasse

Gegenüber des Palácio Itamaraty ist dann das Justizministerium (Palácio da Justiça) an dessen Fassade Wasserfälle aus Betonwannen in einen künstlichen See plätschern.

Die Eixo Monumental endet am Praça dos Três Poderes, dem Platz der drei Gewalten: Parlament (Congresso Nacional), Justiz (Supremo Tribunal Federal) und Regierung (Palácio do Planalto).

Congresso Nacional
Palácio do Planalto, der Regierungspalast – das Pendant zum Kanzleramt in Berlin

Ganz am Ende des Platzes ist noch das Panteão da Pátria, ein Museum zur Ehrung der Nationalhelden.

Am anderen Ende der Eixo Monumental (also am Heckflügel :-)) befindet sich dann noch das Memorial JK.

Die Initialen JK stehen für Juscelino Kubitschek, Präsident und Gründer der Hauptstadt Brasilias. 

Ebenfalls wurde ein futuristische Brücke nach JK benannt, die Ponte JK.

Die Brücke verbindet den zentralen Teil mit dem südlichen Teil von Brasilia. Auf der Südseite des Lago Paranoá befindet sich auch Pontão do Lago Sul, eine Ausgehmeile mit schöner Promenade und Restaurants. Vor dort kann man auch zum Sonnenuntergang Schiffsausflüge machen.

Wir sind zum Sonnenuntergang wieder zurück an unsere „Homebase“.

Brasilia hat für uns keine Kosten und Mühen gescheut und uns auch noch ein kostenloses Konzert in der Concha Acústica (der Konzert-Muschel) organisiert 😜.

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Wir hatten noch 6 Tage bis unser Visum abläuft und wir aus Brasilien ausreisen mussten. Es wird also noch ein Blog in diesem Format, mit einer spannenden Geschichte dazu geben.

Da Blog-schreiben in dieser Form sehr zeitintensiv ist, haben wir uns für die danach folgenden Berichte, für ein anderes Medium entschieden um Beiträge für uns einfacher verfassen zu können. Ihr könnt uns wenn ihr wollt zukünftig auf FindPenguins folgen, entweder per App (komfortabler) oder im Browser unter folgendem Link.

https://findpenguins.com/0ks30lhnvabsr/trip/66f42d3e52d2d2-52820754

Die Registrierung ist kostenlos, nach der der Registrierung „lkwle on tour“ folgen, dann könnt ihr unsere Berichte inkl. Route sehen.

Chapada dos Veadeiros

25.05.2024 – 30.05.2024

Weitere 600 km mehr oder weniger durchs nichts sind wir im Chapada dos Veadeiros angekommen.

Unterwegs in Conceição Do Tocantins war gegenüber der Tankstelle eine Borracharia und wir konnten professionell unser Loch im Reifen flicken lassen. Irgendwo auf dem Weg ins Jalapão hatten wir eine Schraube drin stecken und „doityourself“ das Loch gestopft.

Da in dem Ort wohl selten Touristen vorbeikommen, wurden wir doch tatsächlich gefragt ob wir auf der Suche nach Gold hier sind 😂.

Chapada dos Veadeiros ist eine Hocheben mit Canyons, ausgefallenen Felsformationen und zahlreichen Wasserfällen. Ein Teil dieser Hochebene wird als Nationalpark geschützt und wurde 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Strategischer Ausgangspunkt um den Nationalpark zu Besuchen ist das Örtchen São Jorge. Unser Timing war vielleicht nicht ganz so perfekt denn wir sind an einem Samstag Abend angekommen und im Ort steppte der Bär. Mit unserem LKWle war kein durchkommen und so parkten wir in einer Seitenstraße gleich am Ortseingang und mischten uns unter die Party-Gäste.

Am nächsten Morgen war die Straße wieder frei und wir konnten problemlos bis zum Parkplatz des Nationalparks fahren. Am Besucherzentrum musste wir die Tickets lösen und dann wurden uns die diversen Wege erklärt. Wir entschieden uns für den roten Weg.

Nach 4,5 km Fußmarsch dann das erste Highlight. Die Cariocas. Die ersten Wanderer waren schon in den Fluten, Timo hinterher. Mir war es um 10:00 Uhr noch zu früh.

Beim Canion II war ich dann auch im Wasser.

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Übermotiviert wie wir waren, haben wir dann noch die Wasserfälle der gelbe Tour abgeklappert. Den Cachoeira do Garimpao und den Aussichtspunkt für den Salto do Rio Preto, mit 120m der höchste Wasserfall im Nationalpark.

Nachteil aller Touren ist, zuerst geht es runter und am Ende muss man alles wieder den Berg hoch. Ziemlich erledigt sind wir ans WoMo zurück gekommen. Auch wenn sich die Distanzen mit jeweils 4,5 km relativ „kurz“ anhören haben wir in Summe dann fast 20 km zurückgelegt 😅. Klar das unsere Küche wieder kalt blieb und wir uns der Kulinarik von São Jorge hingegeben haben.

unsere „Homebase“ in São Jorge, direkt im Zentrum und da gerade Baustelle war, eine Sackgasse und somit sehr ruhig

Am nächsten Morgen mussten wir uns erst ein bisschen regenerieren. Das morgendliche Unterhaltungsprogramm lieferten 2 Aras die gegenüber in der Palme wohnen.

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Am späten Nachmittag sind wir dann zum Parkplatz für den Mirante da Janela gefahren. Vom Parkplatz bis zum Aussichtspunkt sind es nur 3,5 km, aber ein Spaziergang war es trotzdem nicht, denn zuerst steil runter in ein Tal und dann wieder steil hoch zum Aussichtspunkt. Auch staunten wir über den doch hohen Eintrittspreis von umgerechnet 9 EUR pro Person für so eine kurze Wanderung. Aber uns wurde der Mirante von mehreren Reisenden, die wir getroffen haben, empfohlen. Und wirklich, was uns dann am „Gipfel“ erwartete war echt der Hammer.

im Hintergrund die Wasserfälle des Nationalparks

Unglaublich wie man Wege in den Berg gezimmert hat um den Mirador zu erreichen.

Und habt Ihr sowas schon mal gesehen?

eine Aussichtstribüne auf dem Gipfel …
… für den perfekten Blick auf den Wasserfall

Da wir nicht in der Dunkelheit zurück wandern wollten haben wir den Sonnenuntergang auf unserem persönlichen „Mirante“ genossen.

Am nächsten Tag stand das Vale da Lua („Mondtal“) auf unserem Besichtigungsprogramm. Das Tal dürfte vor rund 600 Millionen Jahren durch Erosion entstanden sein. Der Rio São Miguel formte interessante Steinformationen mit kristallklaren Wasserbecken, in denen gebadet werden durfte.

Auf der Rückfahrt nach Sao Jorge haben wir zwei Anhalterinnen eingesammelt, die uns mit Tips, zur weitern Besichtigung versorgt haben. Zum einen, einen schönen Sonnenuntergangs-Spot an der Straße zwischen Sao Jorge und Alto Paraíso de Goiás. Zum anderen die Wasserfälle des Rio dos Couros, die wir uns für den nächsten Tag vorgenommen haben.

Der Wanderung zu den Wasserfälle des Rio dos Couros ist die einzige Wanderung in den Chapada dos Vereideros die kostenlos ist. Die Zufahrt ist ca. 25 km nach Alto Paraíso rechts ab von der Hauptstraße Richtung Brasilia und dann noch ca. 43 km Piste bis zum Parkplatz.

Die ganze Runde an den drei Wasserfällen vorbei ist „nur“ 5 km, aber die haben es in sich. Steil ging es den Hang, mit einigen Kletterpartien zum ersten Aussichtspunkt runter um dann wieder hoch zu steigen um zum ersten Wasserfall zu kommen. Vorteil bei Wasserfällen ist, dass es nach jeder Anstrengung ein Abkühlung gibt.

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Für uns definitiv die schönste Wanderung im Chapada dos Veadeiros.

Leider durften wir auf dem Parkplatz nicht über Nacht stehen bleiben, so haben wir uns halt vor den Parque Estadual in die Pampa geparkt.

Perfekt geparkt 👍

Parque Estadual do Jalapão und die Fervedouros

18.05.2024 bis 24.05.2024

Getreu dem Motto einer französischen Weisheit: „Hab Geduld, alle Dinge sind schwierig, bevor sie leichter werden“ haben wir uns auf den abenteuerlichen Weg ist Jalapão aufgemacht. Von Bom Jesus kommend ging es die ersten 300 km noch auf der gut zu fahrenden Bundesstraße BR-135 (erkennbar am BR) bis es dann einige Kilometer vor Formosa do Rio Preto rechts ab auf die Landstraße BA-225 ging. Die Landstraßen beginnen immer mit dem Kürzel des Bundesstaats in dem sich die Landstraße befindet und wir schauten ungläubig in die Karte, denn BA ist das Kürzel für den Bundesstaat Bahia!

Nach 70 km war dann Ende mit Teer, ab jetzt lagen 100 km Piste bis nach Mateiros im Bundesstaat Tocantins vor uns.

(Aber vorher mussten wir noch ein Loch im Reifen stopfen und einen Übernachtungsplatz finden, den der Tag war schon wieder zu Ende.)

Am nächsten Morgen ging es weiter. Die Piste verlief durch gigantische Felder, zur Abwechslung mal Baumwolle, und nicht immer da, wo unser Navi die Straße vermutete. Zu unserem Glück hat ein netter Posada-Besitzer Wegweiser zu seiner Pension aufgestellt, ansonsten bin ich mir nicht so sicher ob wir im Wirrwarr der Felder und Pisten die Richtige gefunden hätten.

Der Jalapão ist eine Region unberührter Savanne, die von bis zu 1.000 m hohen Sandsteinplateaus, ganzjährig wasserführenden Flüssen, Wasserfällen, „Seen“ und Dünen aus feinem roten Sand inmitten der spärlichen Vegetation des Hinterlandes geprägt ist. Und Savannen sind nunmal sehr sandig und je näher wir gekommen sind, desto tiefer wurde die Piste. Ohne Allrad wären wir definitiv nicht weit gekommen.

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Um obiges Zitat wieder aufzugreifen … am Kreuzungspunkt Pedra da Baliza wurde die Piste wieder besser.

Die letzten 40 Kilometer bis Mateiros waren dann Easy Going.

Die Hauptattraktion für uns im Jalapão sind die Fervedouros, und was ein Fervedouro ist zeigen wir Euch jetzt:

Ein Fervedouro ist ein durch eine unterirdische Quelle gespeistes Wasserloch. An der Stelle wo das Wasser an die Oberfläche drückt soll es angeblich bis zu 30m tief sein. Es besteht aber keine Gefahr dort abzusinken, denn der Druck von unten ist so groß, dass man wie ein Korken nach oben gedrückt wird.

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Der einzige Haken am Besuch eines Fervedouro ist, dass das Loch sehr klein ist und nicht mehr als 10 Personen gleichzeitig rein dürfen, daher ist die „Badezeit“ auf 15 min beschränkt. Bei einem Eintritt von 25 Real (ca. 4 EUR pro Person) und der Tatsache dass es viele Fervedouros im Jalapão gibt …

Wir brauchten eine Alternative! Unser nächstes Ziel war der Cachoeira do Formiga. Hier war unlimited planschen inkl. Camping möglich – herrlich!

Camping ist auch eher Parking 😁

Am nächsten Morgen ging es weiter nach São Félix do Tocantins.

das ist die offizielle Straße TO-110

Unterwegs haben wir dann unseren Traum-Platz gefunden. So schön dass wir einfach dort geblieben sind.

Direkt am Fluss mit Badestelle gelegen. Hin und wieder kamen Aras und Tukane vorbeigeflogen.

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Und ein brasilianisch-holländisches Pärchen hat sich auch spontan in den Platz verliebt und uns eine Nacht Gesellschaft geleistet.

Irgendwann sind wir dann doch nach São Félix do Tocantins gekommen

Einen Fervedouro wollten wir uns noch gönnen. Die Wahl fiel auf Bela Vista. Lt. Reiseführer einer der größten und schönsten Ferveduros.

Dort angekommen waren alle damit beschäftigt die Infrastruktur für die kommende Saison auf Vordermann zu bringen. Für uns interessierte sich niemand und so hatten wir das „Loch“ ohne zeitliche Begrenzung fast für uns alleine.

Um aus dem Jalapão wieder raus zu kommen hatten wir die Wahl über São Félix do Tocantins nach Lagoa do Tocantins oder wieder zurück von Mateiros nach Ponte Alta do Tocantins zu fahren. Die Straße nach Lagoa do Tocantins wäre kürzer gewesen, aber nach Ponte Alta do Tocantins kommen wir noch an der Düne, einem weiteren Highlight des Jalapão, vorbei. Außerdem hatte meine Recherche ergeben, dass ziemlich alle Tour-Anbieter von Ponte Alta do Tocantins starten. Da konnte die Piste ja nicht so schlecht sein.

Noch kurz die Wasservorräte gefüllt …
.. und Brötchen im Supermarkt besorgt.

Die Düne liegt im Bereich des Nationalparks und dafür wären eigentlich 5 Real Eintritt fällig. Ebenso hatte ich gelesen, dass man mit dem eigenen Fahrzeuge die 5 km Sandpiste zur Düne nicht und außerdem nur in Begleitung eines Guide dort hin fahren darf. Als wir an der Zufahrt zur Düne angekommen sind war niemand da, vielleicht lag es an der Mittagszeit? Das Tor Stand einladend offen – na dann … 😉

Vom Parkplatz ging es zu Fuß weiter …
…. durchs Wasser und dann die Düne hoch
und so siehts von oben aus

Die 160 km der Rota 255 waren der Horror. Übelste Waschbrett-Piste und ein Stück nicht mehr vorhandene Straße durchs Bachbett. Wenn nicht am nächsten Morgen die ganzen Tour-Anbieter an uns vorbei gerauscht wären, wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass überhaupt jemand diese Piste fährt.

Unterwegs sind wir ganz dicht am Busch-Brand vorbei gefahren.

Video: der Jalapão brennt

Die Wahl unseres Übernachtungsplatzes, weit weg vom Feuer, fiel sicherheitshalber auf ein gerodetes Feld, da konnte nichts brennen 🤗.

durchs Landesinnere wieder zurück – Cânions do Viana

14.05.2024 bis 17.05.2024

Mit Lençóis Maranhenses haben wir unser nördlichstes „muss man gesehen haben“-Ziel erreicht. So stellte sich uns jetzt die Frage auf welchem Weg oder mit wieviel Umweg, wir die ungefähr 4.000 km zurück nach Paraguay fahren wollen.

Unsere erste Etappe auf dem Rückweg soll der Jalapão (Nationalpark) sein. Viele Reisende die wir unterwegs getroffen haben hatten leuchtende Augen wenn Sie uns davon erzählten. Auf direktem Weg „nur“ 1.487 km, die schnellere Variante mit 1.573 km ein bisschen länger. Oder vielleicht doch noch bis Sao Luis? Sind ja nur 200 km Umweg 🤗. (An den Amazonas nach Belém von Sao Luis aus dann nochmal 600 km oneway 🙈).

Letztendlich haben wir uns für die schnellere (dunkelblaue) Variante entschieden, da uns Rafael (ihr erinnert Euch, der Tourismus-Professor aus Penedo) den Nationalpark Serra da Capivara sowie die Cânions do Viana empfohlen hat. Aber auch bis dort hin sind es noch 1.000 km, also 2 Fahrtage für uns.

Zurück ging es zu Beginn auf gleicher Straße die wir auch auf dem Hinweg gefahren sind. Wieder vorbei an Pequenos Lençóis Maranhenses waren wir der Meinung gelesen zu haben, dass wir da mit unserem Womo noch durch die Dünen cruisen dürfen. Aber wo ist die Einfahrt?

Kurz vor Paulino Neves war ein Wegweiser zum Praia do Barro Vermelho und zu einer Lagoa ausgeschildert. Die Piste sah sehr gepflegt aus, was nicht unbedingt für ein Fahrt durch die Dünen deutete, aber wir waren neugierig und sind links abgebogen.

Schön oder Nicht Schön, dass ist hier die Frage 🤔

Die Piste führte um die Dünen herum bis wir vor einem bewachten Tor standen 🤔.

Der Wegweiser war eindeutig, zum Praia do Barro Vermelho geht es durch den ziemlich neuen gigantischen Windpark. Unser WoMo wurde registriert und uns der Weg erklärt und dann durften wir weiter fahren.

So richtig einladend sah es an dem langen einsamen vom Wind „geföhnten“ Strand nicht aus.

Nach einem kurzen Fotostopp sind wir wieder zurück gefahren.

Auf dem Rückweg haben wir dann den winzigen Wegweiser zur Lagoa entdeckten. Zeit für einen Mittagssnack in idylischerer Umgebung?

Dieses Plätzchen wäre auch ein Top Übernachtungsplatz gewesen, aber noch früh am Mittag hatten wir ja erst 35 km von den 1.000 vor uns liegenden Kilometer hinter uns gebracht. Wenn wir in dieser Geschwindigkeit weiter fahren dann brauchen wir viel, viel, viel mehr Zeit als die verbleibenden 24 Tage bis zum Ablauf unseres Visums 😐.

Also ging es weiter und auch für die nächsten 40 km der MA-034 brauchten wir sehr viel Zeit, denn die Straße – obwohl geteert – war in desolatem Zustand und Bestand nur aus Schlaglöchern. Das war bis zu diesem Zeitpunkt definitiv die schlechteste Straße die wir in Brasilien gefahren sind.

die PI-214 vor Esperantina war dann wieder top

So ab 16:00 Uhr beginnen wir meistens, wenn wir kein bestimmtes Ziel haben, nach passenden Übernachtungs-Spots ausschau zu halten. IOverlander (unsere ReiseApp) hatte außer Tankstellen, auf die wir keine Lust hatten zum Übernachten, nichts im Angebot. So sichteten wir mit Hilfe dem Satelliten-Modus von Google Maps nach Freiflächen und Einfahrten die nicht unbedingt in einer Siedlung enden.

Die gesichtete vielversprechende Freifläche entpuppte sich dann als Müllkippe 😂 aber ein paar hundert Meter weiter wartete dann doch noch ein idylisches Plätzchen auf uns.

irgendwo an der PI-110 zwischen Batalha und Barras

Nach einer ruhigen Nacht ging es weiter zum Frühstücken in die Hauptstadt des Bundesstaats von Piaui: Teresina. Der einzigen Hauptstadt in Nordostbrasilien welche nicht an der Küste liegt. Teresina gilt als die „Grüne Stadt“ auf Grund der vielen Parks und Grünanlagen im Stadtgebiet. Unser Ziel war jedoch die Brücke Ponte Estaiada, 2010 eingeweiht, weltweit eine der wenigen Brücken mit Aussichtsplattform in einem Brückenpfeiler.

Nach dem Frühstück am Parkplatz spazierten wir los zur Besichtigung.

Ticket gelöst – sensationell günstige 60 Cent pro Person

Die Auffahrt erfolgt im gläsernen Fahrstuhl, 95 Meter hoch bis zur 360-Grad-Aussichtsplattform.

Blick auf den Rio Poti der von der Brücke überspannt wird
Teresina
unser WoMo einsam auf dem Parkplatz – habt ihr es im Bild gefunden?

Wieder unten ging es dann weiter mit fahren. Nochmal ungefähr 600 km ohne interessante Sehenswürdigkeiten. Also brauchten wir nochmal einen Übernachtungsstopp.

Auf dieser Strecke hatten wir schon fast die Befürchtung doch noch auf einer Tankstelle zu enden, da fast alle Einfahrten in Grundstücke neben der Straße mit einem Tor geschlossen waren. Aber kurz vor Sonnenuntergang, hatten wir zufällig doch noch eine unverschlossene Einfahrt gefunden.

auf dem Weg zu unserem ruhigen Übernachtungsplätzchen hat doch tatsächlich vor uns eine Klapperschlange die Piste überquert. So blieben die Stühle dieses mal im Auto drin 😅

Am nächsten Tag kurz vor Bom Jesus gab es dann doch noch etwas zu besichtigen. Poço Violeto, ein Brunnen aus dem bestens temperiertes Mineralwasser sprudelt.

Und falls Ihr Euch wundern solltet warum wir nichts vom Nationalpark Serra da Capivara schreiben – wir waren des Fahrens müde und hatten keine Lust mehr auf einen weiteren Umweg.

In Bom Jesus angekommen ging es ans Einkaufen um die Vorräte aufzufüllen sowie ans Tanken um für unser nächstes Abenteuer gut gerüstet zu sein. Denn nach den administrativen Tätigkeiten ging es ein paar Kilometer wieder zurück bei der Universität rechts ab um nach 34 km Piste in die Cânions do Viana abzutauchen.

Durch die Canyons führt eine ca. 80 km lange Sandpiste durch privates Weideland. Touristisch noch in den Kinderschuhen, aber immerhin doch schon so gut erschlossen, dass die meisten Weideabschnitte über Kuh-Gitter-Rampen durchfahren werden konnten. Aber bei der einen oder anderen Rampe trauten wir uns nicht drüber zu fahren oder wir passten nicht durch. Also doch wieder Weidetore auf- und zumachen 😅.

Wir waren ziemlich alleine unterwegs und fasziniert von den Felsformationen die nach jeder Biegung noch spektakulärer wurden.

Kurz vor Sonnenuntergang haben wir in einer kleinen Ausbuchtung unseren Übernachtungsplatz bezogen, denn das Sahnestückchen des Canyons wollten wir uns für den nächsten Tag aufheben.

Am nächsten Tage sind wir dann noch ein paar Kilometer weiter in die Canyons reingefahren, denn die Schlucht wurde noch enger und spektakulärer. Zeit um die Drohne auszupacken und euch mitzunehmen.

Video
die Felsnischen werden von Agoutis bewohnt

Der ganze Hin- und Rückweg durch die Schlucht mit Fotostopps und Drohnenaufnahmen hat dann doch den ganzen Tag in Anspruch genommen so dass wir nochmal eine Nacht in wunderschöner Umgebung, kurz vor der Ausfahrtsrampe übernachtet haben.

Parnaíba-Delta und Lençóis Maranhenses  🥰

12.05.2024 bis 14.05.2024

Nur knapp 30 km von unserem letzten Übernachtungsplatz in Macapá entfernt kommt man ans Parnaíba-Delta. Der Rio Parnaíba, mit 1.485 Km der zweitlängste Fluss in Nordostbrasilien, mündet dort in einem Labyrinth aus kleinen Inseln, unzähligen Seitenarmen und Mangrovensümpfen in den Atlantik. Das Meeresdelta, übrigens das einzige in den Amerikas, ist nach dem Nil und dem Mekong das drittgrößte der Erde.

Wir sind gleich früh morgens los gefahren, denn wir wollten unbedingt eine Sonnenuntergangs-Tour zu den roten Ibissen, in Brasilien Guarás genannt, buchen. Es war Sonntag und wir wussten nicht genau wie lange der Touranbieter geöffnet hatte.

Die Anbieter der Bootstouren befinden sich in Porto das Barcas, einem historischen Teile der Kleinstadt Parnaiba. Der im Reiseführer empfohlene Touranbieter Clip Ecoturismo hatte geöffnet und keine 15 min später war unsere Tour gebucht 👍.

Alle Touren ins Parnaíba-Delta beginnen im Hafen Porto dos Tatus auf der Ilha Grande de Santa Isabel, ca. 14 Kilometer von Parnaíba entfernt. Bis zum Start der Tour um 15:00 Uhr hatten wir noch viel Zeit um uns Parnaiba anzuschauen. Es war aber gar nicht so einfach durch die vielen Einbahnstraßen aus dem, nicht an allen Ecken schön anzuschauenden, historischen Zentrum ins urbanere Zentrum zu kommen.

Praca Terra Santa

Im Hafen Porto dos Tatus war viel los und es ging ziemlich eng her. Die erste Herausforderung war den richtigen Parkplatz zum Touranbieter zu finden. Im nachhinein war es egal wo wir geparkt hätten, denn auf jedem der Parkplätze war die gleiche Parkgebühr von 20 Real (inkl. Übernachtung) fällig.

Porto dos Tatus, von hier starten die Ausflugsboote

Die Tour die wir gebucht hatten nennt sich „Revoada dos Guarás“, frei übersetzt die Rückkehr der Ibisse. Zunächst soll es mit einem Boot bis kurz vor die Mündung des Rio Parnaiba in den Atlantik gehen, dann zum Sonnenuntergang zu einer kleinen Insel, die „Schlaf“-Insel der roten Ibisse.

ist das unser Schiffe 🤔 …
… nein, wir haben ein Schnellboot 🤩

Nach ungefähr einer Stunde flotter Fahrt mit dem Schnellboot wurde der kurzer Stopp auf der Ilha dos Meio eingelegt. Hier konnte man sich die Füße vertreten und einen Spaziergang über die Dünen machen oder bei den Einwohnern der Insel traditionelle Fischerhütten besichtigen und Kokosnüsse kaufen.

Kurz vor Sonnenuntergang ging dann unsere Fahrt in unserem schnittigen Motorboot weiter in Richtung Ilha dos Guarás zum eigentlichen Highlight.

neue Freunde Zuleika und Edison aus Campinas in der Nähe von Sao Paulo
diese kleine Insel wurde von den Ibissen als Schlafplatz auserkoren

Wir ankerten mit gebührendem Abstand um die Tiere nicht zu stören und warteten auf die Rückkehr der roten Ibisse.

Und tatsächlich, kurz Zeit später kam schon die erste Gruppe angeflogen.

Insgesamt landeten innerhalb der nächsten halben bis dreiviertel Stunde schätzungsweise 1.000 Vögel auf der Insel. Es war ein tolles Schauspiel, wie sich die Bäume auf der winzigen Insel nach und nach leuchtend rot färbten.

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die großen Vögel besitzen lange, krumme Schnäbel und ein rotes Gefieder, das ähnlich wie bei den Flamingos, auf Grund der Ernährung mit roten Karbben die rote Farbe bekommt

Zurück ging es dann schon fast in der Dunkelheit und wir waren froh das unser Kapitän sich im Labyrinth der Kanäle gut auskannte und uns ca. 1 Stunde später wieder sicher am Hafen abgesetzt hat.

Da wir auf dem Parkplatz übernachteten, schauten wir mal in der Hafenbar Jaime was die Küche so hergab. Kulinarisch, nicht unbedingt eines schönen Abschluss würdig, entschieden wir uns für Fisch und Chips – leider kein Foto 🤗.

einsam auf dem Parkplatz einer Tankstelle – unser Übernachtungsplatz
zum Abschied von der Ilha Grande de Santa Isabel noch ein kleines Kunstwerk 😁

Am nächsten Morgen ging es weiter zu unserem lang ersehnten Ziel: Lençóis Maranhenses. Eine unglaubliche 1.550 Quadratkilometer große Wüstenlandschaft mit Dünen bis zu 40 Meter hoch. Was diese Landschaft von „normalen“ Wüsten unterscheidet, sind ihre vielen kristallklaren Lagunen und Flussläufe, die während der Regenzeit zwischen Januar und Juni entstehen. Also jetzt die perfekte Jahreszeit für einen Besuch.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die große Dünen gibt es auf dem Weg dorthin schon bei den Pequenos Lençóis Maranhenses.

Auch Lençóis Maranhenses ist ein Nationalpark der nur mit geführten Touren besucht werden kann. Ein Ausgangspunkt für die Touren ist der Ort Barreirinhas. Zur Mittagszeit angekommen konnten wir noch eine Sonnenuntergangstour für den späten Nachmittag buchen.

Wir wurden am „offiziellen“ Womo-Stellplatz, dem Parkplatz des „Parque das Dunas“ eingesammelt.

Parkplatz des Parque das Dunas, hier treffen sich die Wohnmobilisten

Mit an Bord unseres Gelände-PickUps waren noch eine witzige 5 Personen umfassende französische Familie, bestehende aus Oma, deren Sohn und Tochter, sowie der Enkel des Sohnes mit Freundin und dann noch zwei Männer aus Sao Paulo. Dementsprechend kuschelig ging es auf der Pritsche in den zwei Holzbank-Reihen zu.

der Bottleneck aller Touranbieter, die kleine Fähre über den Rio Preguiças
das war unser 4×4 PickUp

Die Sonnenuntergangs-Tour ging zur Lagoa Bonita. Angeblich die schönste Lagune, aber auf alle Fälle, die mit der höchsten Düne für einen spektakulären Ausblick über die Dünenlandschaft.

Nach einer rasanten Fahrt durch den Dschungel über diverse Tiefsand-Pisten, Holzbrücken und Wasserdurchfahrten sind wir nach ca. einer Stunde auf dem Parkplatz der Lagoa Bonita angekommen.

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Aber was war das 😳 sollte das die „schöne“ Lagune sein? Vor uns lag ein fast ausgetrockneter bräunlich farbener Tümpel 🙈

Parkplatz und touristische Infrastuktur bei der Lagoa Bonita

Es konnte ja jetzt nur noch besser werden. Also schnell durch die Lagune durch gewattet und die steile Düne hoch geklettert und dann ………😍😍😍

zum 01.08.2024 (!) wurde der Nationalpark in die Liste der UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen

Spektakulär lag die Wüste mit ihren blauen Lagunen vor uns. Was für ein toller Anblick. Wir hatten bis zum Sonnenuntergang genügend Zeit um umher zu spazieren und natürlich im glasklaren Wasser der zahlreichen Lagunen zu plantschen.

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Zum Sonnenuntergang haben wir uns dann an den Dünenrand gesetzt und die tolle Atmosphäre genossen.

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über die Düne wieder zurück zum PickUp

Auf der Rückfahrt gab unser PickUp-Fahrer alles um als erster bei der Fähre anzukommen. Er wählte andere Pisten und Abkürzungen um etliche Fahrzeuge zu überholten 😅. Hat aber nichts geholfen, es waren schon einige Tour-Fahrzeuge vor uns da und wir mussten warten bis wir dran waren.

Stau vor der Fähre

Zurück an unserem WoMo blieb unsere Küche diesen Abend wieder kalt, den gegenüber von unserem Parkplatz gab es ein paar „Food-Trucks“ und zur Abwechslung entschieden wir uns mal für Hamburger mit Pommes.

In der Zwischenzeit parkten völlig überraschend unsere neuen bekanntem Zuleika und Edison mit ihrem Camper neben uns. Eigentlich hatten Sie geplant zu einem Örtchen auf der westlichen Seite von Lençóis Maranhenses zu fahren.

Schade dass wir nur noch 25 Tage bis zum auslaufen unseres Visas haben, wir hätten sonst gerne mit ihnen nochmal eine Tour durch die Dünen unternommen.

Majorlândia, durch Fortaleza bis zum Kite-Surf-Hotspot Macapá 😂

09.05.2024 bis 11.05.2024

Und weiter ging es, immer noch in Richtung Norden. Um die nächsten 1.000 km (🙈) etwas zügiger anzugehen, entschieden wir uns, auf der BR-406 ein Stück durchs Landesinnere zu fahren um dann kurz vor Macau auf die RN-118 abzubiegen.

Salinen an der RN-118 kurz nach Macau

Lt. Reiseführer muss man unbedingt in das in den 1970er-Jahren als Hippiekolonie bekannt gewordene Canoa Quebrada. Aber wie das mit so ehemaligen Hippiekolonien so ist, es gibt wenig Parkplätze um unser kleines WoMo zu parken. Die Möglichkeit bei einer größeren Strandbar, die gerne Wohnmobilisten beherbergt, war leider ein Parkplatz mit Hinterhofatmosphäre und hat uns so gar nicht zugesagt. So versuchten wir unser Glück im Nachbarort Majorlândia. Hier konnten wir direkt am Strand parken und wurden auch gleich von einem Anwohner mit „Bem-vindo“ begrüßt.

In Majorlândia gab es leider keinen „Broadway“ wie die bekannte Fußgängerzone in Canoa Quebrada genannt wird. Im Gegenteil, jetzt in der Nebensaison, waren die „Bürgersteige“ hochgeklappt und es hatte ziemlich alles geschlossen. Aber das nette Restaurant O Gilberto, mit schöner Terrasse und Meerblick war geöffnet und zur Abwechslung gab es für uns mal lecker Pizza.

Mit Canoa Quebrada sind wir im Bundesstaat Ceará angekommen, dessen Hauptstadt Fortaleza ist. Dank Meer und Strand ist Ceará eines der beliebtesten Reiseziele Brasiliens, früher der ärmsten Bundesstaat, jetzt Wind- und Kitesurf-Hochburg.

Millionen-Städte sind normalerweise nicht so unser Ding, aber einmal durchfahren durch das als modern beschriebene Fortaleza, immerhin die fünftgrößte Stadt Brasiliens, wollten wir dann doch schon 🤗.

Schnappschuß aus dem Auto raus – beeindruckend die Catedral Metropolitana

Der weitere Küstenstreifen zwischen Fortaleza und São Luís wird als „Rota das Emoções“ bezeichneten, frei übersetzt „Weg der Emotionen“. Welche Highlights zu dieser Bezeichnung geführt haben werdet ihr im Verlauf des Blogs noch lesen.

Die geteerte Landstraße (CR-085) verläuft relativ „emotionslos“ fernab der Küste, so dass wir auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz mit Abend-Unterhaltung einen 15 km Abstecher ans Meer, in die Dünen von Paracuru, gemacht haben.

Abend-Unterhaltungs-Programm: Kite-Surfing …
… und Esel schauen

Der Name „Weg der Emotionen“ ist vermutlich auf Grund der drei Nationalparks Jericoacoara, Parnaiba-Delta und Lençóis Maranhenses vergeben worden. Letzteres ist unser lang ersehntes Ziel. Weiter nach Norden, bis zum Amazonas wäre schön, aber auf Grund unseres auf 3 Monate begrenztem Touristen-Visa wohl leider nicht machbar.

Aber zunächst ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Jericoacoara. Wieder eine ehemalige Hippie- und Aussteigerkomune mitten in den Dünen, seit 2002 als „Parque Nacional de Jericoacoara“ unter Naturschutz gestellt. Um dort hinzukommen hätten wir ca. 20 km durch die Dünen fahren müssen um dann am Ortseingang auf einem kostenpflichtigen Parkplatz zu parken. Alternativ hätten wir unser WoMo auch schon in Jijoca De Jericoacoara parken und ein Buggy mieten können. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir uns vielleicht den Ausflug gegönnt, so sind wir lieber für einen Badestopp an die Lagoa do Paraiso gefahren.

Paradies-Lagune, der Name passt perfekt ….
…. sieht nicht nur aus wie im Paradies ….
… lebt sich auch wie im Paradies 😉

Bis zum nächsten Nationalpark, dem Parnaiba-Delta brauchten wir nochmal eine Zwischenübernachtung.

Unsere Wahl fiel auf Macapá, gleich neben Barra Grande gelegen, beide Orte die absoluten Kite-Hotspots an der Nordküste Brasiliens – dachten wir irgendwo gelesen zu haben 😁.

Ok, in Maracaju wurde uns schon erzählt, dass es an der Nordküste nur richtig viel Wind von Mitte Juli bis Mitte Januar geben soll, aber an unserem letzten Übernachtungsplatz waren ja auch ein paar Kiter unterwegs, dann wird es doch erst recht welche an einem Top-Kitespot geben.

Was für eine Enttäuschung. Macapá ist außerhalb der Kite-Saison menschenleer und sogut wie unbewohnt. Der Parkplatz vom „Kite-Zentrum“ welchen wir als erstes angesteuert haben war gefühlt einen Kilometer weg vom Meer und auch nicht besonders schön. Hier bleiben oder weiter fahren?

Also, nochmal ein Blick ins Maps, irgendwo und irgendwie muss sich doch ein Parkplatz finden lassen, bei dem man das Meer sieht und nicht nur erahnen kann. So sind wir am westlichen Ortsrand am Praia de Maramar bei einem geöffneten (!) Strandrestaurant fündig geworden. Der Besitzer hatte nichts dagegen, dass wir hier für die Nacht stehen bleiben. Wir hätten ja gerne einen Caipi oder ähnliches bei ihm gekauft, aber mit hochprozentigem Alkohol gab es nichts, maximal Bier auf das wir keine Lust hatten. So wurde es am Ende nur Agua de Coco aus einer frischen Kokosnuss.

Pipa, die Dünen um Natal, Maracajaú bis zum Anfang der BR-101

03.05.2024 bis 08.05.2024

Praia da Pipa, eigentlich ursprünglich ein kleiner Fischerort der in den 80er-Jahre von Sufern und Hippies entdeckt wurde, ist jetzt touristisch voll erschloßen und gehört zu den berühmtesten Urlaubszielen im Norden von Brasilien. Dementsprechend war im Ort kein Platz für unser LKWle 😐.

Direkt an Strand fahren war auch nicht möglich, da Pipa sowie das Umland an einer Steilküste liegt. So fanden wir unseren Parkplatz auf den roten Klippen, hoch über dem Praia da Cancela, etwas außerhalb vom Örtchen.

Eine steile Treppe führte von oben runter ans Meer, so dass wir exclusiven Meerzugang hatten, denn außer einem Hotel (weshalb es vermutlich die Treppe gab) war sonst nichts und fast niemand 🤗.

Bei Ebbe sind wir am Strand der Küste entlang, bis auf die andere Seite des Orts zum Praia do Amor spaziert bzw. über die Felsen geklettert.

Dort ging es eine fast genau so steile Treppe wieder hoch in Ort.

Wenn man noch weiter spazieren würde, kommt man an den Praia dos Golfinhos, der berühmt dafür ist, dass man dort Delfine sehen kann. Das war uns zu weit und wir sind dann doch noch mit dem Fahrzeug hingefahren. Auch dort geht´s zuerst eine Steile Treppe runter. Und tatsächlich ist dort ein Delfin im Wasser unterwegs gewesen. So dicht am Strand entlang, dass man ihn beim Baden fast berühren hätte können.

In der Zwischenzeit sind wir mit Pipa im Bundesstaat Rio Grande do Sul angekommen, dessen Hauptstadt Natal ist. Das Gebiet nördlich von Natal ist bekannt für ausgedehnte Dünenlandschaften und darauf freuten wir uns schon.

Zunächst ging es aber über die Via Costeira an der Stadt-Düne vor Natal am Meer entlang. Da mal wieder Wochenende war, waren die Stadt-Strände gut besucht, auch wenn das Wetter etwas trübe war.

Pinheiros-Park im Hintergrund die Skyline von Ponta Negra (Natal)

Über die große Brücke Ponte Newton Navarro ging es aus Natal wieder raus und in die großen Dünen u. A. die Düne von Genipapu, durch die man entweder per Buggy chauffiert wird oder auf importierten Dromedaren reiten darf.

Naja, war jetzt nicht unbedingt dass was wir in den Dünen machen wollten. Wir haben was besseres gefunden! Eine Düne mit Lagune die auch noch ein paar Attraktionen zu bieten hatte, die Lagoa de Jacuma 🤗

Die Attraktionen lauten Bóia, Aerobunda oder Kamikase 😂.

Dabei ist Bóia, mit einem aufgeblasenen Reifen die blaue Plane runter ins Wasser. Aerobunda ist bei uns als Zipline bekannt. Bei Kamikase geht es dann auf einem Bodyboard Kopf voraus die Düne runter ins Wasser.

Und zu den Attraktionen wird man ganz bequem im „Sessellift“ die Düne hochgezogen.

Ich dacht Timo kommt die blaue Rutsche runter aber plötzlich ist er am Seil hängend die Düne runtergerauscht, so schnell war ich dann nicht mit meiner Kamera 😂.

Video: ist aber nicht Timo 🤗
zum Abschluß des Tages noch lecker Fisch essen

Unser nächstes Ziel war Maracajaú, ein kleines Fischerdorf bekannt für seine 7 km vor der Küste liegenden Korallenriffe.

Nach Maracajaú sind wir nicht zufällig hingeraten, sondern wurden von einer Reisebekanntschaft, die wir in Uruguay gemacht haben, eingeladen. Eigentlich wollten wir nur kurz vorbei fahren und Hallo sagen, aber unsere Reisebekanntschaft war gar nicht da. Trotzdem wurde uns das Haus zur Verfügung gestellt und wir sind für 3 Tage aus unserem LKWle ausgezogen.

In Maracajaú leben noch ein paar weitere Europäer, so ist z.B. Pascal gerade dabei eine Kite-Surf-Station (Kite Surf Oasis) aufzubauen. Angeblich soll Maracajaú ein sehr guter Kite-Spot sein, da es ganzjährig guten Wind hat. Halt nicht in den 3 Tagen die wir da waren 🤗. So warteten auch Birgit und Hannes aus Deutschland, im Urlaub in Maracajaú, auf Wind zum Kite-Surfen. Wir hatten die Beiden zufällig auf dem „nach Hause Weg“ vom Abendessen am Strand kennengelernt.

Camarão (Shrimps) Piracambu in einer Ananas serviert! Sensationell !

Da wir sowieso (noch) nicht Kite-Surfen können war uns der Wind egal und wir haben uns lieber in den großen Wanderdünen, die das Örtchen umgeben, vergnügt. Wir durften das Quad benutzen und haben damit natürlich ausgiebig die Umgebung und die Dünen erkundet.

Video

In Maracajáu hätten wir es noch länger aushalten können, aber leider haben wir nur ein 90 Tage-Touristen-Visa für Brasilien und es gibt doch noch soooo viel anzuschauen.

Knapp 2/3 unserer 90 Tage sind schon um, jetzt heißt es Gas geben, denn wir sind immer noch über 1.000 km von unserem selbst gesteckten Ziel entfernt. Also ging es wieder weiter an der Küste entlang, noch immer nach Norden.

Das Gebiet um Touros kann gleich mit 2 „Highlights“ aufwarten.

Zum einen steht da, mit 62 m der höchste Leuchtturm Brasiliens an der Ponta de Calcanhar, wo die brasilianische Küste einen rechten Winkel bildet. Auch bekannt als „Esquina do Continente“ (Ecke des Kontinents).

leider kann der Leuchturm seit Corona nicht mehr besichtigt werden

Zum anderen beginnt hier die BR-101, die mit 4.765 km längste Fernstraße Brasiliens von Rio Grande do Norte nach Rio Grande do Sul.

Wahnsinn, wenn man das so auf der Landkarte sieht. Auch wenn wir nicht durchgängig auf der BR-101 unterwegs waren und bei dieser Reise erst unterhalb von Rio de Janeiro an die Küste gekommen sind, so haben wir doch einen großen Teil davon schon abgefahren.

Zum Übernachten sind wir noch 30 km weiter an den riesigen Sandstrand von Sao Miguel do Gostoso gefahren.

Nachdem wir jetzt auf der Nordseite von Brasilien sind gibt es jetzt auch mal wieder Sonnenuntergänge über dem Meer zu sehen.

Zum Abendessen gabs dann frische Hummerschwänze, frisch filetiert, direkt vom Fischer aus Maracajaú 😋.

phänomenal, 1/2 kg Hummerschwänze für knappe 6 €
gebratener Hummer nach Hensslers schnelle Nummer 😋

Recife, João Pessoa bis zum östlichsten Punkt Südamerikas und dem Anfang der Transamazonica

01.05.2024 bis 03.05.2024

Auf unserem Weg weiter an der Küste entlang nach Norden haben wir Recife, die Hauptstadt des Bundesstaats Pernambuco, erreicht.

Es war Mittwoch aber komischerweise hatten alle Geschäfte, an denen wir vorbei gefahren sind, geschlossen. Ist der 01. Mai in Brasilien vielleicht auch ein Feiertag? Ja, der 01.05. ist auch in Brasilien der Tag der Arbeit und … Feiertag!

Sonntags oder eben an Feiertagen gibt es dann oft Grillhähnchen an der Straße und so war das Mittagessen auch gesichert.

Gleich am Anfang der kilometerlangen Strandpromenade waren noch Parkplätze verfügbar, so konnte das Hähnchen bei schöner Aussicht verspeißt werden.

Das es hier noch Parkplätze gab, lag vielleicht auch daran, dass es an diesem Strandabschnitt wegen gelegentlichen Hai-Angriffen nicht so sicher zum Baden sein soll.

Weiter an der Strandpromenade entlang wurde es dann immer voller.

Recife hätte wohl ein historisches Zentrum gehabt, aber wir entschieden uns 6 km weiter in den Nachbarort Olinda zu fahren. Olindas koloniale Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und im Gegensatz zu der Millionenmetropole Recife klein und überschaubar.

Vorteil von Sonn- und Feiertagen, die Straßen (die nicht zum Srand führen) sind meistens leer.

Gespannt ob wir in Olinda einen Parkplatz finden, war das überhaupt kein Problem. Die „Touristen-Mafia“ hat uns gleich eingewiesen, natürlich gegen entsprechendes Entgeld. Am liebsten hätten sie uns auch noch eine einstündige Stadtführung verkauft, die wir dankend abgelehnt haben. Das Zentrum um den Platz Alto da Sé liegt ganz oben auf einem Hügel, so mussten wir zunächst den Berg hoch. Zur Belohnung gibt es neben vielen Souvenier-Ständen eine tolle Aussicht auf die Skyline von Recife.

Catedral da Sé (Hauptkirche mit Sitz des Erzbischofs)
Casa dos Bonecos Gigantes – Museum in dem die Karnevals-Figuren ausgestellt werden
Igreja do Carmo (Karmeliter-Kirche)

Leider haben wir keinen wirklich guten Übernachtungs-Parkplatz gefunden und so sind wir schon Nachmittags weiter gefahren um unser Nachtlager am Strand der Insel Itamaracá aufzuschlagen.

eher zweckmäßig als schön …
… dafür am Morgen Besuch

Die Ilha de Itamaracá besitzt als Sehenswürdigkeit das Forte Orange. Wie der Namen schon erahnen lässt wurde es 1631 von den Holländern gebaut. Wär hätte gedacht, dass außer den Portugiesen auch noch die Holländer in Brasilien vertreten waren. Aber um es korrekt wiederzugeben: die Holländer mussten 1654 vor den Portugiesen kapitulieren, das Fort wurde dabei starkt beschädigt und dann von den Portugiesen wieder aufgebaut. Es ist also eher ein portugisisches als ein holländisches Fort 🤗.

Da wir direkt um die Ecke übernachtet haben waren wir für die Besichtigung zu früh dran. Es war gegen 08:00 Uhr aber das Fort öffnet sein Tor erst um 09:30 Uhr. Warten wollten wir nicht, so sind wir halt einmal drumherum spaziert und dann weiter gefahren.

Unser nächstes Ziel war jetzt João Pessoa, die Hauptstadt des nächsten Bundesstaats Paraiba.

João Pessoa ist die östlichste Stadt Amerikas und wird deshalb auch „Stadt, in der die Sonne als erstes aufgeht“ genannt. Der östlichste Punkt des amerikanischen Kontinents ist am Strand von Seixas, völlig unspektakulär neben ein paar Restaurants der Fischer. Hätte nicht jemand die Mauer schön bemalt, man hätte den östlichen Punkt nicht gefunden.

Ponta do Seixas – wo in Amerika die Sonne zuerst aufgeht
Ponta do Seixas – der östlichste Punkt des amerikanischen Kontinents !

Aber selbstverständlich wird der östlichste Punkt noch mit einem „Denkmal“ gewürdigt. Die Stadt hat dazu einfach ein paar hundert Meter nordwestlich am Cabo Branco auf einer Klippe eine Skulptur platziert sowie einen futuristischen Leuchtturm errichtet.

Drumherum wurde ein kleiner Park mit Grillstellen und Souvenierläden geschaffen.

Am witzigsten fanden wir die originellen Sitzmöglichkeiten im Bosque dos sonhos (Wald der Träume).

Eine weitere Attraktion in João Pessoa ist die Sonnenuntergangs-Zeremonie am Jacaré. Am Ufer des Paraiba-Flusses gibt es eine Promenade mit Geschäften und Restaurants von der jeden Abend ab 17:00 Uhr ein Musiker mit seinem Saxophon über den Fluss geschippert wird und zum Sonnenuntergang musiziert. Das ganze wird dann über Lautsprecher ans Ufer übertragen.

Video: Sonnenuntergangs-Zeremonie

Wir sind zur Zeremonie leider fast zu spät gekommen, da uns ein kleines Missgeschick etwas aufgehalten hat 🙈.

Bei der Zufahr zum Jacaré war viel los und jeder der Parkplatz-Besitzer wollte natürlich die Autos auf seinen kostenpflichtigen Parkplatz lotsen. Rechts kostete das Parken 10 Real, links 5 Real und außerdem stand da schon ein anderer Camper. So sind wir dem winken des Parkplatz-Jungen nach links gefolgt. Leider hing bei der Einfahrt die Stromleitung der Beleuchtung seines Reklame-Schildes zu niedrig. Die Leitung hilt Stand, die Befestigung des Reklame-Schildes nicht.

Das Schild krachte herunter und fiel auf die Motorhaube des davor geparkten Autos 🙈.

Der Besitzer des Autos war schon weg, der Parkplatzjunge hatte ein schlechtes Gewissen und meinte wir sollen jetzt auch mal zur Sonnenuntergangs-Zeremonie gehen und den Schaden einfach ignorieren.

Nach dem Sonnenuntergang stand das Auto immer noch da, aber jetzt war der Parkplatzbesitzer dazugekommen und hatte großen Wirbel veranstaltet. Er sprach nur portugisisch und so war die Verstädigung ziemlich mühsam.

Irgendwann kam dann der Eigentümer des beschädigten Auto‘s mit Familie, die zum Glück sehr gutes Englisch sprach. Leider handelte es sich bei dem Fahrzeug um einen Mietwagen für den die Familie eine Kaution hinterlegt hatte. Die Familie hatte Sorgen dass die Mietwagenfirma ihre Kaution in Höhe von ungefähr 1.500€ für den Schaden einbehalten würde. Der Parkplatzbesitzer kam dann auf die Idee wir sollen einfach 10.000 Real (ca. 1.750€) bezahlen, 8.000 Real für die Familie und 2.000 Real für sein Reklame-Schild, dann wäre die Sache erledigt. Wir hatten aber keine 10.000 Real im Geldbeutel, auch war der Betrag unserer Meinung viel zu viel und dem Parkplatzbesitzer wollten wir schon gar nichts bezahlen, da es ja nicht unsere Schuld war dass sein Einweiser uns in den Parkplatz gewunken hatte und sein Schild keinesfalls richtig befestigt gewesen sein konnte. Aber da wir eine Haftpflichtversicherung für Brasilien haben, haben wir angeboten das über die Versicherung laufen zu lassen. Leider konnte keiner etwas mit unserer argentinischen Versicherungs-Police anfangen, auch den Vorschlag die Polizei zu rufen um das regeln zu lassen fand keiner Gut. Später haben wir dann erfahren, dass die Polizei in Brasilien sich für sowas nicht interessiert. Irgendwann kam dann vom der Mietwagen-Familie die gute Idee jetzt gemeinsam zur Autoverleih-Firma zu fahren. So sind wir mit 3 Autos mitten in der Nacht die 30 km zum Flughafen gefahren, denn nur dort war die Autovermietung Localiza 24 Std. geöffnet.

Der nette Mietwagenfirma-Mitarbeiter wurde schon vorher telefonisch über den Schaden informiert und war völlig entspannt. „Das kann schon mal passieren, nicht so schlimm“ mit 300 Real (45 €) ist das Thema erledigt 😳😅. Jetzt ist aber bei Timo irgendwie der Kampfgeist erwacht und er wollte den Parkplatzbesitzer mit seinen überzogenen 10.000 Real nicht so davon kommen lassen. Jedenfalls wurde der Betrag dann aufgeteilt, wir bezahlten 200 Real, der Parkplatzbesitzer 100 Real, für sein Schild gabs nix 😜. Zum Schluß waren alle – mit Ausnahme des Parkplatzbesitzers – glücklich und wir hatten eine Einladung nach Belem, wo die Familie des Mietwagens ein Restaurant besitzt.

Zum Übernachten ging es dann wieder die 30 km zurück zu unserem Übernachtungsplatz am Strand in einer ruhigen Sackgasse einer besseren Wohngegend.

Am nächsten Morgen sind wir noch bis ans Ende der Halbinsel Cabedelo gefahren, denn dort beginnt die BR-230, die Transamazonica.

Die Transamazonica ist mit 4.342 km eine der längsten Straßen der Welt und die zweitlängste in Brasilien (die längste ist die BR-101, aber dazu im nächsten Blog). Die Straße durchquert Brasilien von Ost nach West, also von der Atlantik-Küste direkt in das Amazonas-Gebiet.

Irgendwie würde es uns ja schon noch reizen die Straße (oder besser Lehmpiste) zu fahren, aber bei unserer aktuellen Reise bleibt dafür keine Zeit. Für uns gehts es weiter die Küste entlang nach Norden, jetzt aber in westliche Richtung.

Rota Ecológica („ökologische Route“) oder eher die romatische Route?

28.04.2024 – 01.05.2024

Unser nächstes Ziel ist der Küstenstreifen der als Rota Ecológica (lt. einem brasilianischen Journalist) bezeichnet wird. Der Abschnitt liegt nördlich von Maceió, der Hauptstadt des Bundesstaat Alagoas in dem wir uns seit der Überquerung des Rio Sao Francisco befinden. Lt. unserem Reiseführer „liegen fernab vom Massentourismus mehr als 40 km nahezu unberührte Stände“ weshalb eher „romatische Route“ als Bezeichnung besser passen würde. Hört sich doch vielversprechend an, oder nicht?

jedes noch so kleine Dorf hat meistens eine schöne Kirche

Zunächst waren wir auf Empfehlung von Horacio am Praia do Gunga, der einer der schönsten Strände in Brasilien sein soll. Der Praia do Gunga scheint generell sehr beliebt zu sein, da auf der Zufahrt zum Strand eine Parkgebühr verlangt wird um auf dem riesigen Parkplatz parken zu dürfen. Wir hatten Sonntag und der Zulauf war morgens so gegen 10:00 Uhr schon recht hoch.

PKW-Parkplatz vorne am Strand, direkt hinter den zahlreichen Restaurants …
… unser LKWle musste ganz hinten parken

Da wir nicht den ganzen Tag bleiben wollten, hatte wir den Parkplatzwächter gefragt ob wir ohne zu bezahlen kurz parken dürften um den Strand anzusehen und es war OK.

Der Strand war wirklich sehr schön, aber das drumherum war nicht so nach unserem Geschmack. Da war ein paar Kilometer weiter, kurz vor Maceió, unser Plätzle für den Picknick-Stopp schon eher so wie wir es lieben.

Weitere 100 km weiter sind wir dann in die Rota Ecológica abgebogen.

Von den „unberührten Stränden“ war nichts zu sehen. Die Straße verlief mitten durch die Dörfchen oder an eingezäuntem Gelände von diversen Posadas vorbei. Dazu war auf der engen Straße viel los, denn es war ja Sonntag Nachmittag und die Rückreisewelle vom Strand hat schon eingesetzt.

Unser erste Versuch in Barra de Camaragibe an die „unberührten Strände“ zu kommen war auf Grund fehlender Parkmöglichkeit nicht von Erfolg gekrönt. Irgendwie hatten wir uns das hier ganz anders vorgestellt.

Also fuhren wir weiter und versuchten unser Glück in São Miguel dos Milagres.

Von dort ging es ungefähr 1 km, innerorts, eine kleine Stichstraße vor ans Meer und dann auf sandiger Piste am Meer entlang. Hier haben wir dann doch noch einen tollen Übernachtungsplatz gefunden.

Es war so ein bisschen wie Liebe auf den zweiten Blick, denn am Montag waren wir so gut wie alleine und genossen unseren schönen Platz für eine weitere Nacht.

Karibik feeling

Am Horizont kann man die Riffkante des vorgelagerten Riffs erkennen. Die Attraktion hier sind die „natural pools“ die sich bei Ebbe bilden. Mit den vielen bunten Schiffchen kann man sich von den Fischern dort hinfahren lassen um dort zu schwimmen und zu schnorcheln.

In São Miguel dos Milagres gibt es zwei Quellen die für die Trinkwasser entnahme aufbereitet wurden. Die eine Quelle im Ort war mit unserem WoMo schwierig anzufahren, aber die Quelle am Ortsausgang war perfekt.

Auf Grund des geringen Wasserdrucks mussten wir ein bisschen improvisieren. Nur mit Gieskanne 200 Liter zu füllen war nicht die Lösung 🙈 aber wir haben zum Glück noch eine Pumpe um Wasser in den Tank zu pumpen. So füllten wir den Wassereimer gleichzeitig mit Schlauch und Gieskanne und von dort ging es dann in den Wassertank.

Im nächsten Ort Tatuamunha, mündet der Rio Tatuamunha ins Meer und in diesem Fluss sollen Seekühe (Manatees) leben. Eine organisierte Tour hätten wir im voraus buchen müssen, so fuhren wir für unseren Frühstücksstopp am Fluss entlang zu einem Parkplatz und hofften, dass vielleicht eine Seekuh vorbei geschwommen käme. Das Wasser des Rios war leider nicht so klar, dass wir auf die Entfernung welche hätten sehen können 🤗.

wo sind die Seekühe (auf portugisisch Peixe Boi)?

Am Ende der Rota Ecológica, im Örtchen Porto de Pedras hätte es eine Fährverbindung gegeben um weiter an der Küste entlang zu fahren.

Leider wollte die Fähre unser kleines LKWle nicht mitnehmen 😬. Die Fähre hätte uns wohl schon getragen, aber der Fährmann hatte Angst dass seine Holz-Rampe durch uns kaputt gehen könnte.

die Fähre wollte uns nicht mitnehmen 😐

So sind wir halt anstatt 9 km auf direktem Weg, 45 km durchs Landesinnere gefahren.

100 km weiter an der Küste entlang nach Norden, in der Zwischenzeit im Bundesstaat Pernambuco angekommen, hatten wir die Wahl zwischen dem „bekanntesten Badeort des Landes: Porto de Galinhas“ oder dem „entspannten Surfer-Ort Maracaipe“ (Zitat aus unserem Reiseführer). Wir entschieden uns für Maracaipe, da wir dort ortsnah in strandnähe parken konnten.

Perfekter Platz …
… mit schönem Blick …
… in direkter Nachbarschaft von „Dauercampern“ ….
… und Unterhaltungsprogramm. Beliebte Buggy-Sandpiste zwischen Porto de Galinhas und Maracaipe, vor allem zum Sonnenuntergang.
Viel Gastronomie gab es nicht im Ort, aber das von uns gewählte war sehr lecker. Hier nur der Ausblick, leider kein Foto vom Restaurant 🙈
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